Claudio Monteverdi.jpg)]] Claudio Zuan Antonio Monteverdi (auch: Monteverde, getauft 15. Mai 1567 in Cremona; † 29. November 1643 in Venedig) war ein italienischer Komponist, Violaspieler und Sänger. Sein Werk markiert die Wende von der Musik der Renaissance zum Barock.
Monteverdi Marienvesper Titelseite.jpg]] 1590 wurde Monteverdi an den Hof des Herzogs Vincenzo I. Gonzaga als Sänger und Violinist nach Mantua bestellt, wo er 22 Jahre lang bleiben sollte. Er fand dort mit einem vollständigen Orchester und herausragenden Solisten außergewöhnlich gute Bedingungen vor. Monteverdi wurde dort 1594 „Cantore“. Er heiratete die Tochter eines ansässigen Musikers. Mit dem Herzog trat er eine militärisch motivierte Reise nach Ungarn gegen die Türken an. 1597 bereiste er mit dem Orchester Flandern, wo er die großen Meister des franko-flämischen Stils kennenlernte. Nach seiner Rückkehr wurde er 1601 zum Kapellmeister berufen, trotz der Angriffe einiger seiner Rivalen, die seinem Stil zuviel „Modernität“ vorwarfen.
Trotz seiner Verpflichtungen gegenüber dem Hof komponierte Monteverdi von 1590 bis 1605 vier weitere Madrigalbücher. Von der Monodie, mit ihrer Betonung klarer Melodielinien, verständlicher Texte und einer zurückhaltend begleitenden Musik, war es nur ein kurzer, logischer Schritt zur Entwicklung der Oper. 1607 komponierte er eine der ersten ihrer Art, L’Orfeo, die als Auftragsarbeit anlässlich des jährlichen Karnevals in Mantua erschien und am 22. Februar aufgeführt wurde; sie war auf Anhieb ein großer Erfolg. Vom Tod seiner Frau im September zeigte sich Monteverdi tief getroffen. Dennoch komponierte er 1608 eine weitere Oper, Arianna, von der heute leider nur mehr das Lamento überliefert ist.
Monteverdi geriet zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten. 1610 komponierte er sein bedeutendstes Sakralwerk, die „Marienvesper“ (Vespro della Beata Vergine), das bis heute in der gesamten Geschichte der geistlichen Musik ohne Parallelen geblieben ist. Nach dem Tod des Herzogs Vincenzo im Jahr 1612 wurde Monteverdi von dessen für Musik wenig empfänglichem Nachfolger entlassen.
Nach dem Tod seines Sohnes, der der Pestepidemie zum Opfer fiel, wurde Monteverdi zusehends krank. Insbesondere durch die Eröffnung des ersten öffentlichen Opernhauses in Venedig im Jahre 1637 angeregt, verfasste er weitere Bühnenwerke, darunter Il ritorno d’Ulisse in patria (1641) und L’incoronazione di Poppea (1642). Nach einer letzten Reise nach Cremona und Mantua starb er 1643 in Venedig, wo ihm ein feierliches Begräbnis zuteil wurde. Sein Grab ist in der Kirche Santa Maria Gloriosa dei Frari (in der ersten der vier Kapellen, die den Hauptchor flankieren).
Zusammen mit seiner einzigen Frau hatte Monteverdi zwei Söhne. Francesco wurde später Tenorsänger am Markusdom und Massimiliano Arzt.
Monteverdis letztes Madrigalbuch enthält die „Magridale von Liebe und Krieg“ (Madrigali guerrieri et amorosi), welche vielfach als die vollendetsten Beispiele dieser Form angesehen werden. Insgesamt demonstrieren die acht Bücher den bedeutenden Schritt vom polyphonischen Stil der Renaissancemusik zum monodischen Stil des Barock.
Nach seinem Tod geriet Monteverdi lange Zeit in Vergessenheit; erst mit Gian Francesco Malipiero, der Monteverdis Kompositionen von 1916 bis 1942 in sechzehn Bänden veröffentlichte, erwachte wieder das Interesse an seinem Werk.
Italienischer Komponist | Komponist (Oper) | Komponist (Kirchenmusik) | Komponist (Barock) | Geboren 1567 | Gestorben 1643
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