Ledoux_20010831-02.jpg Claude-Nicolas Ledoux (* 21. März 1736 in Dormans, Département Marne; † 10. November 1806 in Paris) war ein französischer Architekt.
1753 begann Ledoux eine Lehre als Graveur und anschließend das Architekturstudium bei Jacques-François Blondel. Dieses Studium vermittelte ihm das Wissen der Antike mit den Schwerpunkten Ordnung und Proportion, die Entwürfe der Renaissance - vermutlich über den „englischen Umweg“ - und die damals aktuellen Themen der Architekturdebatte: Logik, Methode, Strenge und Charakter. Zahlreiche Theoretiker forderten, dass Funktion und Eigenschaften eines Baues schon am Äußeren zu erkennen sein sollten, gleichzeitig stellte sich dabei die Frage nach der Fassade, nach Ehrlichkeit oder Maske.
In dieser Funktion unternahm er 1771 eine Inspektionsreise. Ihm blieben die immensen Probleme der Salinen nicht verborgen. Ledoux schlug den Bau einer neuen Saline in 17 Kilometer Entfernung von der Solequelle, aber am Rand des Waldes von Chaux vor. Das Salzwasser sollte durch Leitungen dorthin geleitet werden, denn „es ist einfacher, das Wasser auf Reisen zu schicken, als einen Wald Stück um Stück durch die Gegend zu fahren“.
Arc-et-Senans - Plan de la saline royale.jpg König Ludwig XV. verordnete das Projekt als Besitzer sämtlicher Salinen im April 1773, ein Jahr später legte Ledoux seinen ersten Entwurf vor, 1774 den zweiten. Am 15. April 1775 erfolgte die Grundsteinlegung. Die Arbeiten sollten drei Jahre dauern. Les Salines Royales, die Königlichen Salinen von Arc-et-Senans am Wald von Chaux sind Ledoux´ Hauptwerk.
Durch die damalige präkäre Finanzlage des französischen Staates wurde die Salinenstadt nie vollendet. So machte er Gegenentwürfe für das 1779 fertig gestellte Fridericianum, die allerdings nicht zu Ausführung kamen. Er baute das Theater in Besançon und errichtete 1778 in Paris das Haus Thélusson. Als 1785 im Auftrag der Generalpächter des Königs eine Zollmauer um Paris errichtet wurde, um den Zugang zur Stadt zu reglementieren und die Waren zu besteuern, entwarf Ledoux sämtliche 45 Tore. Diese "barrières" genannten Wachhäuser der Zollschranken wurden 1789 schließlich zu einem ersten Ziel des Volkszornes während der ausbrechenden Revolution.
Bevor er 1806 starb, konnte nur der erste Band seines auf vier Bände angelegten Werkes „L´Architecture considerée sous le rapport de l´art, des moeurs et de la législation“ veröffentlicht werden. Er enthielt die Beschreibung einer Chaux genannten idealen Stadt. Es ist die Utopie eines zur Untätigkeit verdammten Baumeisters, der sich und sein Werk in der gerade errichteten neuen Staatsordnung zu verteidigen versuchte, die Selbstrechtfertigung reichte bis zur Anbiederung an die neue Ordnung.
Claude-Nicolas Ledoux gehört zu den bedeutendsten Architekten der französischen Revolutionsarchitektur.
Mann | Geboren 1736 | Gestorben 1806 | Franzose | Französischer Architekt
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