Novartis logo.png Die Novartis AG ist ein Biotechnologie- und Pharmazie-Konzern mit Sitz in Basel, Schweiz. Novartis entstand 1996 aus einer Fusion der beiden ehemaligen Basler Chemiekonzerne Ciba-Geigy AG und Sandoz. Es war damals die größte Firmenfusion der Welt.
Im Namen Novartis steckt der lateinische Ausdruck novae artes ("neue Künste").
Der jetzige CEO und Verwaltungsratspräsident ist Daniel Vasella. Im Schweizer Gesetz ist es im Gegensatz zum deutschem Gesetz nicht verboten, in einer Firma gleichzeitig CEO und Verwaltungsratspräsident zu sein (vgl. Corporate Governance).
Am 21. Februar 2005 kündigte Novartis die Übernahme des deutschen Generika-Herstellers Hexal für 5,65 Milliarden Euro an.
1901 wurde seine Firma eine Aktiengesellschaft und seit 1914 hieß die Firma J.R. Geigy AG.
Geigy begann 1935 mit der Produktion von Insektiziden und gründete drei Jahre später eine pharmazeutische Abteilung. Das neue Werk Schweizerhalle wurde errichtet, und der Geigy-Forscher Paul Müller entwickelte das Insektizid DDT, wofür er 1948 den Nobelpreis erhielt.
In den 1940er bis 1960er Jahren entwickelte Geigy verschiedene Produkte, darunter das Antirheumatikum Butazolidin, Herbizide wie Simazin oder Atrazin, Psychopharmaka wie Tofranil (Imipramin), Anafranil (Clomipramin), Bluthochdruckmittel (Diuretikum) wie Hygroton oder das Antiepileptikum Tegretol.
1884 wurde die Firma in Gesellschaft für Chemische Industrie Basel umbenannt. Deren Abkürzung Ciba wurde so geläufig, so dass sie 1945 zum offiziellen Firmennamen erklärt wurde.
Nach Erzeugnissen wie das Antiseptikum Vioform oder das Antirheumatikum Salen um die Jahrhundertwende errichtete Ciba um die 1910er Jahre Fabriken unter anderem in England (Clayton), Italien (Mailand), in Berlin oder in Russland. 1954 wurde mit der Produktion von Insektiziden begonnen. 1963 kam Desferal zur Behandlung von Eisen- und Aluminiumüberladung in Verbindung mit der Blutkrankheit Thalassämie auf den Markt.
1970 fusionierten Ciba und Geigy zur Firma Ciba-Geigy AG; seit 1992 nannte sich die Firma nur noch Ciba.
1917 begann man unter Arthur Stoll (1887–1971) mit der pharmazeutischen Forschung. Zwischen den Weltkriegen wurden daraufhin Gynergen (1921) und Calcium-Sandoz (1929) auf den Markt gebracht. Seit 1929 stellte Sandoz auch Chemikalien für Textilien, Papier und Leder her, 1939 kamen ausserdem Agrochemikalien dazu.
In den 1930er-Jahren wurde das Psychopharmakon LSD entwickelt (siehe auch Basler Leckerli), das in den 1960er Jahren wieder zurückgezogen wurde. 1964 wurden erste Auslandniederlassungen gegründet.
1967 fusionierte Sandoz mit der Wander AG (bekannt für Ovomaltine und Isostar) und übernahm zudem die Firmen Delmark, Wasa (Knäckebrot
1970 wurde in Wien, Österreich, das Sandoz-Forschungs-Institut (deutsche Abkürzung: SFI, englische Abkürzung: SRI) gegründet, das nach der Fusion von Sandoz mit Ciba-Geigy im Jahre 1996 in Novartis-Forschungs-Institut (deutsche Abkürzung: NFI, englische Abkürzung: NRI) umbenannt wurde. Dieses Forschungs-Institut ist nun ein Teil des 2003 gegründeten Novartis Institutes for Biomedical Research (NIBR). Das Forschungs-Institut beschäftigte 2006 rund 220 Personen.
Am 1. November 1986 ereignete sich in einer Lagerhalle von Sandoz in Schweizerhalle bei Basel eine Brandkatastrophe. 500 Tonnen Chemikalien verbrannten. Das verunreinigte Löschwasser gelangte teilweise in den Rhein und vernichtete dort einen großen Teil des tierischen und pflanzlichen Lebens. Es dauerte Jahre, bis sich der Fluss wieder erholt hatte. Der Unfall galt als eine der größten bis dahin stattgefundenen Umweltkatastrophen und erschütterte den Glauben an die Sicherheit der chemischen Industrie. Gleichzeitig war er Anlass zum Umdenken im Störfall- und Gewässerschutz.
1996 entstand aus Sandoz und Ciba-Geigy AG das Unternehmen Novartis, wobei das traditionelle Chemiegeschäft unter dem Namen Ciba Spezialitätenchemie AG ausgegliedert wurde.
2003 fasste Novartis seine Generikafirmen unter dem Namen Sandoz zu einem Teilkonzern mit Hauptsitz in Wien zusammen. 2005 verlegte Novartis den Hauptsitz von Sandoz an den der einverleibten Hexal nach Holzkirchen (Oberbayern).
1999 wird der Geschäftsbereich Wasa an die Barilla Alimentare S.p.A. mit Sitz in Parma/Italien verkauft.
Seit dem 21. April 1999 ist der Vorstandsvorsitzende (CEO) Daniel Vasella zudem Verwaltungsratspräsident. Er nahm im Mai 2005 an der Bilderberg-Konferenz teil.
Am 2. Dezember 1999 wird bekanntgegeben, dass die Agrar-Bereiche von Novartis und AstraZeneca ausgegliedert und zum weltgrössten Agrar-Konzern Syngenta, mit Firmensitz in Basel, fusioniert werden.
Ein weiteres Aktivitätsfeld der Novartis Stiftung ist die Förderung des Gedankens, daß eine Kultur der Unternehmensethik zu entwickeln sei.
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