Der Ausdruck Chromosomenaberration (lat. aberrare = abweichen) ist der Oberbegriff für Veränderungen in der Struktur und/oder in der Anzahl der Chromosomen eines Organismus. Es handelt sich also um eine Erbgutveränderung. Die Begriffe Mutation, Chromosomenmutation, Genmutation, Punktmutation und Genommutation werden für Teilbereiche möglicher Aberrationen verwendet.
Chromosomenaberrationen können beispielsweise durch eine Störung der Meiose verursacht werden. Sie können aber auch durch Störungen in den Furchungsteilungen der Zygote und durch Mutagene wie ionisierende Strahlung (z.B. Röntgenstrahlung) oder verschiedene chemische Stoffe ( z.B. Dioxine) mit erbgutverändernder Wirkung ausgelöst werden.
Die Veränderung des Erbmaterials kann zu allen Zeitpunkten der Entwicklungs- oder Lebenszeit eines Organismus stattfinden. Bereits vor der Zeugung kann bei höheren Lebewesen (Tieren und Menschen) während der Eizellen- bzw. Spermienbildung in der Phase der Meiose eine unübliche Kombination der Chromosomen entstehen (z.B. beim sogenannten Crossing over). Genau so gut können die Aberrationen auch im Embrionalstadium oder zu jedem anderen Lebenszeitpunkt nach der Geburt auftreten.
Chromosomenaberrationen können Auswirkung auf die körperliche Funktion, das Erscheinungsbild und die kognitive Leistungsfähigkeit des jeweiligen Lebewesens haben. Andere Veränderungen in genetisch wahrscheinlich unbedeutenden Bereichen haben nach heutigem Kenntnisstand jedoch keinerlei Auswirkungen.
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