Christus (v. griech.: Χριστός Christós = der Gott Gesalbte) ist die latinisierte Form der griechischen Übersetzung des hebräischen Titels Messias. Der Messias (transliteriert v. hebr.: maschiach = Gesalbter) ist nach christlichem Verständnis die Person Jesus von Nazaret. Im Christentum gibt es keinen anderen Gesalbten.
Der Gesalbte, der Messias, war ursprünglich der König der Israeliten. Der König galt als irdischer Stellvertreter Gottes, der für sein Volk sorgen, es gerecht regieren und es aus Unterdrückung befreien sollte. Sollte jemand König werden, so wurde ihm diese Aufgabe durch eine Salbung übertragen: man goss etwas Salböl auf seinen Kopf und bestimmte ihn damit zum König (vgl. 1 Sam 10,1; 2 Sam 2,4; 5,3); an diese Vorstellungen lehnten sich später die Krönungszeremonien für die mittelalterlichen europäischen Könige an. Einige jüdische Könige regierten nicht nach Gottes geboten, und so verschob sich der Messias-Gedanke: der Messias (der Gesalbte) werde ein neuer Lehrer sein, ähnlich wie Moses und Elija. Die Gemeinschaft der Essener (1. Jahrhundert vor Christus) erwartete einen solchen Lehrer-Christus: jemanden mit endgültiger Weisheit und Durchsetzungskraft. Andere Menschen wie die Gruppe der Zeloten erwarteten einen politischen Christus (Messias), einen, der das Volk zunächst von der Fremdherrschaft der Griechen und Römer befreit.
Jesus selbst hat sich, folgt man den biblischen Aussagen, nicht gerne als Messias bezeichnen lassen, weil er sich gegen überzogene Erwartungen schützen wollte (vgl. Mt 8,30). Seiner Meinung nach konnte der Messias kein politischer Befreier sein; Jesus war der Meinung, dass die Befreiung in den Herzen der Menschen anfangen müsste, dann würden sich die politischen Verhältnisse auch wandeln können. Deshalb lehrte Jesus, wie man eine liebende Persönlichkeit wird.
Nachdem Jesus tot war, nannten ihn die Christen aus mehreren Gründen Jesus Christus. Zuerst ist er bei seiner Taufe nach christlichem Glauben mit Gottes Geist gesalbt worden (Matthäus 3,16; Apostelgeschichte 4,26+27). Er ist von Maria Magdalena auf seinen Tod hin gesalbt worden. Bei seinem Einzug nach Jerusalem wurde er als König des Volkes bekannt und Pontius Pilatus ließ ein Schild mit den Worten "Jesus von Nazaret, König der Juden" (INRI) über seinem Kreuz anbringen.
Zu weiteren Wort-Bedeutungen, siehe den Artikel Messias.
Das christliche Verständnis des Begriffs Messias, dass erst im ersten bis vierten Jahrhundert nach Christus richtig "erkannt" und formuliert wurde, bezieht sich auf die folgenden Teile des Neuen Testaments:
Das christliche Verständnis des Messias unterscheidet sich wesentlich von dem des Judentums. Meschiach wird in den heiligen Schriften des Judentums richtig und wörtlich mit Gesalbter übersetzt, nie mit Messias, da es sich auf die Salbung einer Person oder eines Objektes mit Öl bezieht (1. Samuel 10, 1-2). Im Judentum ist der "Messias", der Gesalbte, ein menschliches Wesen, das nicht angebetet werden wird, kein Gott oder ein Teil desselben. Er ist gekommen und es wird erwartet, daß spezifische Kriterien erfüllen werden müssen, um als solcher anerkannt zu werden; und daß es in der Welt zu bestimmten Veränderungen kommen wird. Die heiligen jüdischen Schriften geben keinerlei Hinweise auf ein zu erwartendes zweifaches Kommen des Messias.
Weiteres, genaueres, siehe im Artikel Meschiach.
Kristus | Christ | Cristo | Kristus | Christus | キリスト | Christus | Cristo | Kristus | Kristo | 基督
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