Der Christophorus Flugrettungsverein übernimmt in Österreich flächendeckend die Aufgabe der Luftrettung (=Flugrettung). Er wurde von den Landesvereinen des Automobilclubs ÖAMTC als gemeinnütziger Verein gegründet. Mit seinen 16 Stützpunkten garantiert er - besonders in etwas abgelegenen Regionen - eine schnelle Hilfe und steht mit seiner Hubschrauber-Flotte und auch mit seinen Flugzeugen bei internistischen und neurologischen Notfällen, Verkehrs- und Sportunfällen und für Überstellungsflüge 365 Tage im Jahr bereit.
Der Christophorus Flugrettungsverein wurde 1983 vom ÖAMTC gegründet. Mit Christophorus 1 in Innsbruck und Christophorus 2 in Krems standen die ersten beiden Notarzthubschrauber (NAH) bereit. Im Jahr darauf wurde vom ÖAMTC und vom Bundesministerium für Inneres ein Vertrag unterzeichnet, der eine organisierte Flugrettung in Österreich ermöglichte. Damit wurden auch die Berufsbilder des Notarztes und des Notfallsanitäters geprägt.
An der Luftrettung waren damals neben dem Christophorus Flugrettungsverein auch das Bundesministerium des Inneren sowie das Bundesheer. 2001 zog das Innenministerium sich aus der Luftrettung zurück, der Christophorus Flugrettungsverein übernahm die Luftrettungszentren binnen weniger Monate (heute: Christophorus 6 bis Christophorus 14). Bis 2006 kamen dann drei weitere Stützpunkte hinzu. Die Hubschrauberflotte wurde größtenteils auf die modernen EC-135 von Eurocopter umgerüstet.
Der CFV arbeitet eng mit dem Österreichischen Roten Kreuz, der österreichischen Bergrettung und der Wiener Berufsrettung zusammen. 250 Notärzte arbeiten für die Organisation. Damit erreicht die Flugrettung in Österreich einen anerkannt hohen Qualitätsstandard.
Die 16 Stützpunkte decken Österreich komplett ab. Im Schnitt treffen die Christophorus-Hubschrauber nach 14 Minuten am Notfallort ein. Die Anforderung des Notarzthubschraubers erfolgt über den üblichen österreichischen Rettungs-Notruf 144 und wird über die örtlich zuständige Leitstelle vermittelt
Die Crews befinden täglich, von Beginn des Sonnenaufgangs bis Ende des Sonnenuntergangs, in ständiger Einsatzbereitschaft (außer bei sehr zeitigem Sonnenaufgang im Hochsommer; 6.00h bzw. 7.00 Dienstbeginn. Drei Minuten nach Alarmierung zu einem Notfalleinsatz erfolgt der Start des Hubschraubers.
Die EC-135 ist heute mit dem modernsten Rotor der Welt ausgerüstet. Die großen Vorteile liegen in der extremen Einfachheit. Der Geräuschpegel und die Vibrationen beim Flug wurden durch einen verdeckten "Fenestron"-Rotor erheblich verringert. Taubergung1.jpg Der Heckrotor liegt sozusagen in einem Fenster und gewährt dadurch zusätzliche Sicherheit. Angetrieben wird der Rotor von - für den Rettungseinsatz vorgeschriebenen - 2 Turbomeca Arrius 2B1-Triebwerken, die zwei dazugehörigen Pratt & Whittney PW 206B-Turbinen liefern jeweils 690PS. Die maximale Reichweite beträgt 750 Kilometer und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 287km/h ist der Hubschrauber ziemlich rasch unterwegs.
Für die verschiedenen Bergeverfahren ist die EC-135 ebenfalls gerüstet. Für eine Taubergung mit Bergesack zum Beispiel, wird an die Unterseite der Maschine ein Fixtau in jeweils angepasster Länge am - vom Christophorus Flugrettungsverein entwickelten - Doppelhakensystem fixiert. Dies ermöglicht eine Bergung des Patienten von Notfallorten, wo eine Landung nicht möglich ist. Der Patient wird dabei auf einer Vakuummatraze im Bergesack zusammen mit Flugretter und Sanitäter zu einem geeigneten Zwischenlandeplatz geflogen, wo er weiter medizinisch versorgt werden kann. Bei der variablen Taubergung seilt sich der Flugretter allein mit Hilfe eines speziellen Abseilgerätes vom 10-Meter-Tau aus bis zu 80m weiter ab und sichert den Patienten an diesem, während der Pilot die Maschine möglichst ruhig in der Luft hält. Die Versorgung des Verunfallten durch den Notarzt findet erst am Zwischenlandeplatz statt. Eine Kaperbergung wendet man an, wenn z.B. ein abgestürzter oder hilfebedürftiger Kletterer noch in einer steilen Felswand am Seil hängt. Dabei sichert ein Flugrettungssanitäter den Verunfallten an seinem (fixen oder variablen) Tau und kappt mit einer Kaperschere - nach Entlasten - dessen Seil. Weiters sind noch Seilbahnbergungen, Gletscherspaltenbergungen und die für den Flugretter sehr riskanten Kufenbergungen (für im Eis Eingebrochene) möglich.
| Funkrufname | Standort | ICAO-Code | in Betrieb seit |
|---|---|---|---|
| Christophorus 1 | Innsbruck | LOWI | 01.07.1983 |
| Christophorus 2 | Krems | LOAK | 01.09.1983 |
| Christophorus 3 | Flugplatz Wiener Neustadt | LOAN | 15.09.1984 |
| Christophorus 4 | Kitzbühel/St.Johann | LOIA/LOIT | 10.12.1984 |
| Christophorus 5 | Landeck/Zams | LOIL | 01.01.1993 |
| Christophorus 6 | Salzburg | LOWS | 01.04.2001 |
| Christophorus 7 | Lienz | LOKQ | 01.01.2001 |
| Christophorus 8 *) | Ludesch | LOIG | 01.01.2001 |
| Christophorus 9 | Wien | LOAJ | 01.04.2001 |
| Christophorus 10 | Linz | LOWL | 01.04.2001 |
| Christophorus 11 | Klagenfurt | LOWK | 01.07.2001 |
| Christophorus 12 | Graz | LOWG | 01.07.2001 |
| Christophorus 14 | Niederöblarn | LOGC | 01.07.2001 |
| Christophorus 15 | Ybbsitz | 26.06.2004 | |
| Christophorus 16 | Oberwart | 01.05.2005 | |
| Christophorus Europa 3 | Suben | LOLS | 23.07.2003 |
| Christophorus ITH | Flugplatz Wiener Neustadt | LOAN | 01.07.1999 |
In einer ersten öffentlichen Stellungnahme sagte der Pilot aus, er habe vor dem Absturz Probleme mit der Steuerung des Heckrotors bemerkt. ORF Salzburg: Pilot: "Habe technisches Gebrechen bemerkt"
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