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Christopher Frank Carandini Lee (* 27. Mai 1922 in London) ist ein britischer Schauspieler, als solcher vorwiegend Darsteller von Bösewichten. Mit über 250 Rollen hält er den Weltrekord für die Beteiligung an den meisten Kinofilmen. Besondere Berühmtheit erlangte Lee in der Rolle des Grafen Dracula, den er ab 1958 in mehreren Horrorfilmen spielte.

Leben


Lees Vater war Offizier in der britischen Armee und Teilnehmer am Ersten Weltkrieg und am Burenkrieg. Über seine Mutter, die italienische Gräfin Estelle Marie Carandini di Sarzano, entstammt Lee einem alten Adelsgeschlecht.

Lee diente während des Zweiten Weltkriegs bei der Royal Air Force und den Special Forces, ehe er 1947 zum Film kam. Hauptsächlich lebt und lebte er in London. Während der 1980er Jahre zog er allerdings nach Los Angeles, kam aber wieder nach London zurück. In den USA machte er unter anderem Bekanntschaft mit dem Playboy-Begründer Hugh Hefner, mit dem er heute noch in gutem Kontakt steht. Auch Johnny Depp ist einer seiner guten Bekannten. Vom Guinness-Verlag wurde er bereits für die meisten Filme und für seine Größe als Schauspieler gekürt.

Er ist seit 1961 mit dem dänischen Ex-Model Birgit Kroencke verheiratet. Die beiden haben eine Tochter namens Christina, die am 23. November 1963 zur Welt kam.

Lee als Filmschauspieler


Seine erste Rolle hatte Lee in Corridors of Mirrors (1947), weitere Filme zu Beginn seiner Karriere waren unter anderem Scott of the Antarctic (1948; Scotts letzte Fahrt), The Battle of the River Plate (1956; Panzerschiff Graf Spee) und Moulin Rouge (1953; Moulin Rouge). Auch in einigen deutschen Edgar-Wallace-Verfilmungen der 1960er Jahre war er zu sehen. Hier hat er vor allem sehr kleine Rollen, da man ihn wegen seiner Größe (1,96 m) nicht als Heldenfigur einstellen wollte. Das ist auch der Grund, wieso er später, nachdem er bekannter wurde, in so vielen "bösen" Rollen spielt.

Weltberühmt wurde Lee durch seine Verkörperung des Dracula in dem gleichnamigen Horrorfilm von Terence Fisher 1958 (Hammer-Filme). Danach spielte Lee in zahlreichen, meist zweitklassigen Horrorfilmen von Fisher. Darunter in The Curse of Frankenstein (1957; Frankensteins Fluch), The Mummy (1959; Die Rache der Pharaonen) und The Hound of the Baskervilles (1959; Der Hund von Baskerville).

In den 1960er Jahren wirkte Lee mit eigener Stimme in den zwei deutschsprachigen Edgar-Wallace-Verfilmungen "Das Rätsel der roten Orchidee" (1961/62) und "Das Geheimnis der gelben Narzissen" (1961) sowie dessen englischsprachiger Version "The Devil's Daffodil" mit. Auch der britische Film "Circus Of Fear" (Das Rätsel des silbernen Dreieck) wurde in Deutschland als Edgar-Wallace-Film vermarktet. Christopher Lee beherrscht insgesamt acht Sprachen. Einige davon hat er nie wirklich gelernt, sondern er gibt in einem Interview zu, dass er Deutsch nur könne, weil er ab und zu auf Deutsch geschauspielert und gesungen habe. Des weiteren spricht er Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch, Spanisch, Griechisch und Schwedisch.

Außerdem sah man Lee zwischen 1965 und 1969 in den Sax Rohmer-Verfilmungen "Ich, Dr. Fu Man Chu", "Die 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man Chu", "Die Rache des Dr. Fu Man Chu", "Der Todeskuß des Dr. Fu Man Chu" und "Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu", in denen er stets die Titelrolle spielte. Später löste er sich von allen "Hammer"-Produktionen, da er die Filme zunehmend schlechter fand und sich anderen Rollen widmen wollte. Allerdings engagierten seine Agenten ihn abermals für eine Rolle in einer "Hammer"-Produktion. Er erfuhr erst davon, als schon alle anderen Rollen besetzt waren, damit er nicht mehr absagen konnte. Nach diesem Ereignis war seine Zusammenarbeit mit dem Filmstudio "Hammer" für immer beendet.

1974 verkörperte er Francisco Scaramanga, den "Mann mit dem goldenen Colt", im gleichnamigen Film als Gegenspieler von James Bond (Roger Moore). Christopher Lee ist ein Cousin des James-Bond-Erfinders Ian Fleming.

1976 wurde ihm die Rolle des Dr. Sam Loomis in Halloween angeboten. Er lehnte diese leichtfertig ab, und so bekam Donald Pleasence die Rolle. Er bezeichnete diese Entscheidung als seinen größten Fehler.

In vielen seiner Filme spielte Lee an der Seite von Peter Cushing und Vincent Price. 1983 spielten die drei zusammen mit John Carradine im Horrorklassiker House of the Long Shadows (Das Haus der langen Schatten). In weiteren unzähligen Filmen spielt Lee die Rolle des Grafen Dracula.

Nach der Jahrtausendwende sah man ihn in den ersten beiden Teilen der Herr der Ringe-Trilogie als Zauberer Saruman. Beim dritten Teil wurde in letzter Minute entschieden, alle Saruman-Szenen zu streichen. In der Special Extended Edition, die nur auf DVD und Video erhältlich ist, wurden seine Szenen aber wieder eingefügt. Lee war über diese Entscheidung so erbost, dass er kurzfristig „wegen gesundheitlicher Probleme“ seinen Besuch der Premiere in Neuseeland absagte. Die Mitwirkung bei dieser Verfilmung betrachtete er nach eigenen Angaben als eine große Ehre, sei er doch selbst ein großer Fan von Herr der Ringe, lese das Buch jedes Jahr einmal und durfte dem Autor, J.R.R._Tolkien, schon selbst die Hand schütteln. Außerdem spielte er in Star Wars Episode II: Angriff der Klonkrieger als Count Dooku bzw. Darth Tyranus. Letztere Rolle verkörperte er auch in Star Wars Episode III: Die Rache der Sith.

2006 wird man ihn in der Realverfilmung von Das letzte Einhorn als König Haggard, dem er schon im gleichnamigen Zeichentrickfilm, sowohl in der englischen, als auch in der deutschen Fassung seine Stimme lieh, sehen können.

Lee als Musiker


Neben der Schauspielerei ist Christopher Lee auch zeitweilen musikalisch aktiv. Er genoss eine Ausbildung als Opernsänger und sang vor seiner Zeit als Schauspieler in diversen Opernhäusern. Im Film Captain Invincible singt er die Titel "Mr. Midnight" und "Name Your Poison". Auch in jüngster Zeit widmet sich Lee wieder der Musik. So wirkte er, hauptsächlich als stimmungsvoller Erzähler, bei einigen Liedern der Power Metal Band Rhapsody mit. Die Lieder sind auf der EP The Dark Secret (2004) und der LP Symphony Of Enchanted Lands II – The Dark Secret (ebenfalls 2004) zu hören. Auf der EP The Magic of the Wizard's Dream (2005) ist eine Version des gleichnamigen Liedes zu hören, in der Lee auch als Sänger mitwirkt. Hier singt er, wie auch die Band, diesen Titel in Italienisch, Französisch, Englisch und Deutsch. Auch schon mit dem Tolkien Ensemble arbeitete er zusammen. Diese setzen Tolkiens Gedichte stimmlich und musikalisch in Szene. Die komplette Fassung ist unter dem Namen "The Lord of the Rings – The Complete Songs & Poems" erschienen, in der er den Ent Baumbart spricht und die Rolle des Erzählers erhalten hat.

Filmografie (Auswahl)


Literatur


  • Christopher Lee: Lord of Misrule. The Autobiography of Christopher Lee. Orion Publishing Group, London 2004, ISBN 0752857703
  • Tom Johnson, Mark A. Miller: The Christopher Lee Filmography. All Theatrical Releases, 1948-2003. Jefferson, North Carolina 2004, ISBN 0786412771

Weblinks


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