Die überkonfessionelle Partei Christlich-Demokratische Union Deutschlands (CDU) war eine Blockpartei in der DDR.
Jeder Kreisverband verfügte über einen hauptamtlichen, d.h. besoldeten Kreissekretär. Die übrigen Posten der Kreisvorstände waren ehrenamtlich. Die Aufgabe des Kreissekretärs war es einerseits, die Weisungen der höheren Parteigliederungen nach unten umzusetzen (siehe auch: Demokratischer Zentralismus). Andererseits sollte er auch das Sprachrohr der Basis sein. Hierzu lieferte er einmal im Monat an Bezirks- und Parteileitung Informationsberichte. In der Praxis kamen die Kreissekretäre der Mittlerfunktion von unten nach oben jedoch meist nur ungenügend nach, so dass nichts sagende und schön gefärbte Berichte die Regel waren.
Das formal höchste Organ der Kreisverbände, die Kreisdelegiertenkonferenz (KDK), tagte alle zwei bis drei Jahre.
Die CDU wurde am 26. Juni 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern zählten u.a. Jakob Kaiser, Ernst Lemmer und der Widerstandkämpfer gegen die Nazis, Andreas Hermes, der als erster Vorsitzender der CDU in der SBZ gewählt wurde.
In der ersten Zeit vertrat die CDU wie ihre Schwesterparteien im Westen eine christlich-soziale, auf parlamentarisch-demokratische Verhältnisse zielende Politik. Sie trat für die Wiedervereinigung Deutschlands ein und stand in ständiger Auseinandersetzung mit der KPD/SED und deren von der SMAD unterstützten Führungsanspruch.
Eine gesamtdeutsche CDU konnte es aufgrund der Lizenzbestimmungen der Besatzungsmächte nicht geben. Auf dem Reichstreffen der CDU in Bad Godesberg im Dezember 1945 einigte man sich auf den reichsweit (außer Bayern) einheitlichen Namen CDU. Bis zur Gleichschaltung der Ost-CDU erfolgte die reichsweite Koordinierung der politischen Arbeit der Union im "Zonenverbindungsausschuss". An der Mitwirkung hier wurden die CDU-Vertreter der SBZ durch die SMAD gehindert.
Die Möglichkeiten, christlich-demokratische Politik in der SBZ umzusetzen, wurden jedoch bereits nach kurzer Zeit unterbunden. Erstes Konfliktfeld war die im Herbst 1945 auf Befehl der Sowjets durchgeführte Bodenreform. Der Vorstand der CDU sprach sich gegen dieses Vorhaben aus. Hermes und Schreiber wurde daraufhin auf Befehl der SMAD als Vorstände abgesetzt.
Ihren Nachfolgern, Kaiser und Lemmer, gelang es trotz massiver Repressalien, einen Aufbau einer Parteiorganisation in der SBZ durchzuführen. Trotz umfangreicher Behinderungen und Nichtzulassung vieler Orts- und Kreisverbände gelang es bei den halbfreien Landtagswahlen im Oktober 1946, 23,1 % der Stimmen zu erreichen.
Da es der SMAD nicht gelungen war, eine absolute Mehrheit für die (aus SPD und KPD zwangsvereinigte) SED zu erreichen, wurde der Druck auf die demokratischen Parteien weiter erhöht. Hierzu zählte die Verweigerung von Papier und Druckmöglichkeiten, die Nichtzulassung von Gliederungen der Partei und Kandidaten zu Wahlen, aber auch die Vertreibung und Verhaftung führender Mitglieder.
Mit der Absetzung des demokratisch gewählten Parteivorstandes am 20. Dezember 1947 endete die Möglichkeit der CDU, ihre Positionen selbst bestimmen zu können. Vorangegangen war Kaisers aufsehenerregende Rede auf dem 2. Parteitag der CDU in Berlin am 6. September 1947, in der Kaiser forderte, die CDU müsse "Wellenbrecher des dogmatischen Marxismus und seiner totalitären Tendenzen" sein.
Die CDU musste sich bald darauf dem Demokratischen Block der Parteien und Massenorganisationen und der Nationalen Front anschließen. Auf ihrem 6. Parteitag im Oktober 1952 erkannte die endgültig gleichgeschaltete CDU die führende Rolle der SED „vorbehaltlos“ an. Die Gleichschaltung war abgeschlossen.
Aus den Reihen der Union bildeten sich Ende der 40er Jahre eine Vielzahl lokaler illegaler Widerstandsgruppen. Alleine oder in Zusammenarbeit mit dem Ostbüro der CDU wurde versucht, dem Macht- und Meinungsmonopol der Kommunisten entgegenzuwirken. Der Preis dieser Aktivitäten war die Verhaftung vieler Demokraten.
Da eine freie Parteiarbeit in der SBZ nach der Gleichschaltung der CDU nicht mehr möglich war, bildete sich die Exil-CDU, eine Organisation der in den Westen geflüchteten Mitglieder der CDU der SBZ. Diese wurde von der Bundes-CDU als Vertretung der Christdemokraten in der DDR angesehen und einem Landesverband gleichgestellt.
Alleine von den 14 gewählten Mitgliedern des Hauptvorstandes der SBZ-CDU waren 10 in den Westen gegangen. Diese luden die Delegierten des 2. Parteitages von 1947 zum 1. Parteitag der Exil-CDU am 24. und 25. September 1950 in Berlin ein. Über 200 emigrierte Christdemokraten aus der DDR nahmen teil.
Die Exil-CDU bestand bis zur Wiedervereinigung.
Die operative Arbeit der Exil-CDU wurde durch das Ostbüro der CDU durchgeführt. Neben der Organisation der Exil-CDU bestand ein wesentlicher Teil der Arbeit in der Unterstützung des Widerstandes in der DDR sowie der Unterstützung der demokratischen Kräfte in der DDR-CDU.
Kontakte zum Ostbüro der CDU waren in der DDR streng verboten. Eine Vielzahl von Verhaftungen und Schauprozessen erfolgten wegen des Vorwurfs der Zusammenarbeit mit dem Ostbüro, u.a. auch der des DDR-Außenministers Georg Dertinger.
Langjähriger Parteivorsitzender war Gerald Götting, der am 2. November 1989 zurücktrat.
Unter ihrem am 10. November 1989 neu gewählten Vorsitzenden Lothar de Maizière ging sie bei der Volkskammerwahl 1990 in der "Allianz für Deutschland" zusammen mit dem Demokratischen Aufbruch (DA) und der Deutschen Sozialen Union (DSU) als Wahlsieger (zusammen 48%) hervor. Die CDU erreichte 40,8% der Stimmen und damit 163 der 400 Sitze in der Volkskammer. In den Bezirken Erfurt (56,3%) und Suhl (50,6%) erreichte sie die absolute Stimmenmehrheit. Am schwächsten schnitt sie in Berlin mit 18,3% ab.
De Maizière wurde zum Ministerpräsidenten der DDR gewählt und bildete mit der SPD, dem Bund Freier Demokraten und den Allianz-Partnern DSU und DA eine große Koalition. Mit Sabine Bergmann-Pohl stellte die CDU die letzte Präsidentin der Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik. Am 1. Oktober 1990 ging die Partei in die West-CDU über. Lothar de Maizière wurde erster stellvertretender CDU-Vorsitzender.
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Christian Democratic Union (East Germany) | Christlich Demokratische Union Deutschlands (DDR)
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