Zaprowadzenie chrzescijanstwa 965 Matejko.JPG]] Conversion of Paravas by Francis Xavier in 1542.jpg Christianisierung (v. kirchenlat.: christianizare) bedeutet die Hinwendung ganzer Völker oder Kulturkreise zum oder in historischen Fällen unter Missbrauch des Wortes Jesu die gewaltsame Unterwerfung unter das Christentum.
Mission und Christianisierung sind verwandte Begriffe, wobei Mission sich auf den theologischen Aspekt und Christianisierung sich auf den langfristigen kulturellen und historischen Aspekt bezieht. Christianisierung ist erfolgreiche Mission ganzer Völker im historischen Horizont betrachtet.
Die Christianisierung war häufig auch eine Machtfrage, in Schlachten unterlegene Gruppen und Stämme des frühen Mittelalters etwa ließen sich als Zeichen der Unterwerfung taufen, oder wurden zwangsgetauft. Weltliche und göttliche Macht gingen, wie bei Karl dem Großen, Hand in Hand.
In vielen Fällen wurden bei der Christianisierung nicht nur die christliche Religion, sondern auch Elemente oder große Teile der Kultur der missionierenden christlichen Kultur übernommen – oft weil die Missionare aus ihrer Zeit heraus nicht in der Lage waren, zwischen ihrem kulturellen Kontext und dem Christentum zu unterscheiden.
In einigen Fällen entwickelten sich jedoch nicht nur neue Formen des Christentums im Kontext der lokalen Kultur, sondern die Völker wurden durch die Christianisierung überhaupt zu einer eigenständigen kulturellen Identität befähigt (z.B. die Slawische Christianisierung durch Kyrill und Method).
Mancherorts gingen christliche Mission und Kolonialisierung Hand in Hand, während anderenorts scharfe Gegensätze zwischen Missionaren und Kolonisatoren aufbrachen.
Missionierung geht auch oft einher mit den Aufgaben der Entwicklungshilfe. Dabei werden neues Wissen, Verständnis und Fertigkeiten in eine Region hineingebracht. Dies können z.B. das Lesen, das Schreiben, biologische, handwerkliche und technische Kenntnisse sein. Weiterhin werden christliche Werte vermittelt und Infrastrukturen, wie etwa Schulen, Pflegeheime oder auch Krankenhäuser, errichtet. Zugleich werden auch Kirchen, Klöster und Gehöfte im Sinne der Missionare erbaut. Es erwachsen somit neue kulturelle Macht-Zentren, die in der Folge ganze Regionen dominieren können. Besonders in Süd- und Mittelamerika wurde den Eingeborenen immer wieder vermittelt, ihre eigene Religion stelle Aberglauben dar, und ihr gewohnter Lebensstil sei primitiv, sie wurden dazu gebracht, sich europäischen Normen (Sesshaftigkeit, Ackerbau, keine Nacktheit) anzugleichen, was Alexander von Humboldt in seinen Reiseberichten 1800 ff zu kritischen Bemerkungen veranlasste.
Faktoren auf religiösem Gebiet:
Faktoren auf politischem Gebiet:
Die Gewinnung des jeweiligen Herrschers für das Christentum war in manchen Fällen ein wesentlicher Faktor für die Christianisierung, in anderen kam sie erst nach ziemlich vollendeten Tatsachen (z.B. Eroberung durch das römische Reich) oder spielte überhaupt keine Rolle (z.B. Nordamerika). In Kulturen mit ausgeprägtem Gemeinschaftsbewusstsein konnte die Bekehrung des lokalen Oberhaupts auch fast selbstverständlich zur Bekehrung seiner Gefolgsleute führen, da die Gemeinschaft für alle wesentlicher war als die individuelle Entscheidung über die Religionszugehörigkeit.
In manchen Fällen führte die Christianisierung zur Eingliederung in die katholische Kirche, in anderen Fällen bildeten sich eigenständige lokale Kirchen (keltisches Christentum in Irland, Russland, Nordamerika, afrikanische Kirchen). An manchen Orten wurde das Christentum zur Staatsreligion erklärt, andere weitestgehend christianisierte Länder lehnen staatlichen Einfluss auf die Religion prinzipiell ab.
Eine herausragende Rolle in der frühzeitlichen Missionierung von Mitteleuropa um das 6. Jahrhundert spielten iro-schottische Mönche, sowie die Einflüsse Roms. Sie wurde unter anderem vorangetrieben durch die Missionare Gallus, Columban, Bonifatius und Kilian, wobei diese Tätigkeit keinesfalls als ungefährlich zu gelten hatte. Karl der Große besiegte um 800 die Sachsen in Norddeutschland, und erließ in der Capitulatio de partibus Saxoniae Vorschriften wie z.B.:
Um die tatsächliche Missionsgeschichte herum bildeten sich auch viele Legenden.
Aus heutiger Sicht problematisch erscheint die Christiansierung der Neuen Welt, da diese oft mit äußerster Brutalität erzwungen wurde. So ist es wenig verwunderlich, dass das heutige Mittel- und Südamerika nahezu zu 100% katholisch ist.
Christentum | Christentumsgeschichte | Transkulturation
Християнизация | Εκχριστιανισμός | Christianization | Kerstening
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