Herzog Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel (* 20. September 1599 in Gröningen; † 16. Juni 1626 in Wolfenbüttel), auch der "tolle Christian" oder "toller Halberstädter" genannt, zählte zu den bekanntesten und eigentümlichsten Feldherrn der Protestantischen Union im Dreißigjährigen Krieg.
Am 20. Juni 1622 nahm Christian im Kampf um die Pfalz an der Schlacht bei Höchst teil. Seine Truppen wurden vom kaiserlichen Feldherrn Tilly schwer geschlagen, es gelang ihnen aber das Zusammentreffen mit dem Heer von Graf Mansfeld. Noch im selben Jahr unternahm Christian gemeinsam mit Mansfeld einen Feldzug, um die Belagerung des niederländischen Bergen op Zoom durch die Spanier gewaltsam zu beenden. Am 29. August verwickelte sie ein spanisches Heer unter Gonzalo Fernández de Córdoba bei Fleurus in eine Schlacht, die mit einer schweren Niederlage für Christians und Mansfelds Truppen endete. Die beiden protestantischen Feldherrn konnten sich jedoch mit ihrer Reiterei nach Bergen op Zoom durchkämpfen und die Belagerer in die Flucht schlagen.
Christian war in der Schlacht der linke Unterarm zerschmettert worden, welcher einige Tage später amputiert werden musste. Christian wollte sich 1623 nach einem gescheiterten Feldzug im niedersächsischen Reichskreis auf niederländisches Gebiet durchschlagen, doch stellte sich ihm am 6. August wenige Kilometer von der Grenze zu den Niederlanden entfernt das Heer von Tilly entgegen. In der daraufhin entbrennenden Schlacht bei Stadtlohn erlitten Christians Truppen eine verheerende Niederlage. Christian konnte sich lediglich mit einem Drittel seiner Soldaten in die Niederlande retten. 1626 übernahm er die Regierung im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel und stellte zur Unterstützung des dänischen Königs Christian IV. ein weiteres Heer auf. Bevor Christian mit dieser neuen Streitmacht losziehen konnte, erkrankte er schwer und verstarb unter schwerem Fieber am 16. Juni 1626 in Wolfenbüttel.
Eigentümlich war Christians Brauch, Städte und Dörfer, die sich auf seiner Route befanden, mit Drohbriefen über seine baldige Ankunft in Kenntnis zu setzen. Diese Briefe waren an sämtlichen Ecken angesengt und drohten mit "Feuer" und "Blut". Als Christian in der Schlacht von Fleurus schwer am linken Unterarm verletzt wurde, ließ er sich diesen einige Tage später in Gegenwart seiner Soldaten und unter Trommelwirbel amputieren, ohne dabei eine Gefühlsregung zu zeigen. In seinem Übermut ließ er seine spanischen Gegner über diesen Vorgang informieren und gab die Anfertigung einer Prothese in Auftrag. Christian führte ein ausschweifendes Leben und gab häufig mit seiner angeblich starken Potenz an. Als er 1626 im Alter von 25 Jahren an einer schweren Krankheit verstarb, führte der dänische König Christian IV. dies auf seinen Lebenswandel zurück.
Mann | Deutscher Welfen | Militärperson (HRR) Militärperson (Braunschweig) Dreißigjähriger Krieg (Person) | Geboren 1599 Gestorben 1626
Christian the Younger of Brunswick, Bishop of Halberstadt | Christian de Brunswick
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world