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Christian Peter Wilhelm Friedrich Beuth (* 28. Dezember 1781 in Kleve; † 27. September 1853 in Berlin) war ein Wegbereiter der Industrialisierung in Preußen, Politiker und Gründer des Preußischen Gewerbeinstituts, einen der Vorläufer der späteren Technischen Universität Berlin.

Leben


Beuth studierte ab 1798 in Halle Rechte und Kameralwissenschaften und trat dann ab 1801 in den Staatsdienst. 1806 wurde er Assessor bei der Kammer in Bayreuth, 1809 Regierungsrat in Potsdam, 1810 Geheimer Obersteuerrat im Finanzministerium zu Berlin, wo er als Mitglied der für Reform des Steuer- und Gewerbewesens niedergesetzten Kommission tätig war.

1813 trat er dem Lützowschen Freikorps bei.

Nach dem Frieden von Paris wurde er Geheimer Oberfinanzrat in der Abteilung des Finanzministeriums für Handel und Gewerbe und hatte hier wesentlichen Anteil an der Bearbeitung der Steuergesetze von 1817. 1821 wurde er Staatsrat, 1828 Direktor der Abteilung des Finanzministeriums für Gewerbe, Handel und Bauwesen, ab 1830 war er Wirklicher Geheimer Oberregierungsrat und 1844 Wirklicher Geheimer Rat. Im Herbst 1845 schied er aus dem Ministerium, blieb aber Mitglied des Staatsrats.

Er starb am 27. September 1853 in Berlin und wurde auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in der Nähe seines Freundes Karl Friedrich Schinkel begraben. 1861 wurde ihm zum Gedenken vor der Bauakademie ein von August Kiß modelliertes Standbild errichtet.

Beuth war Pate für die Namenswahl des Beuth-Verlages, das Deutsche Institut für Normung verleiht eine Beuth-Denkmünze.

Nach ihm sind mehrere Straßen benannt (beispielsweise die Beuthstraßen in Berlin-Niederschönhausen, Berlin-Mitte in Kleve und in Leipzig-Mockau.)

Wirken


Beuths Anliegen war es, den Wettbewerb und die Gewerbefreiheit zu stärken und damit Unternehmern, Technikern und Handwerkern zu mehr Leistung zu verhelfen. Zu diesem Zweck initiierte er mehrere Vereine, Schulen und Institute. Dieses Ziel verfolgte er gemeinsam mit unter anderen seinem engen Freund Karl Friedrich Schinkel.

1821 gründete er den Verein zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen. Der Verein schrieb regelmäßig Preise auf technische Aufgaben aus, um Innovationen zu fördern. Erfolgreiche Bearbeiter wurden mit Denkmünzen und Geldpreisen bedacht.

Zur Zeit der Gründung des Vereins initiierte Beuth die Technische Schule, die ab 1827 Königliches Gewerbe-Institut genannt wurde. Dem damaligen Zeitgeist entsprechend war das Gewerbeinstitut, das auch den unteren Bevölkerungsschichten offenstand, scharf gegenüber der Universität abgegrenzt. Es sollte keine Wissenschaft sondern ausschließlich Praxis vermitteln. Das Institut wurde 1866 zur Gewerbe-Akademie gewandelt und dann 1879 mit der ebenfalls ehemals von ihm geleiteten Allgemeinen Bauschule zur Technischen Hochschule Charlottenburg, der späteren Technischen Universität Berlin, vereint.

Er unterstützte die Übernahme neuer Fabrikationsmethoden aus dem Ausland, insbesondere England und Frankreich waren zu der Zeit weiter fortgeschritten als Preußen. Er ließ technische Lehrbücher und Kupferwerke anfertigen, ließ den Staat Studienreisen und Auslandsaufenthalte zur Beschaffung von Informationen des Stands der Technik anderer Länder finanzieren und auch Gewerbeausstellungen, die erste 1822 in der Klosterstraße, veranstalten. Er sorgte dafür, dass neu entstehende Firmen Startkapital und Demonstrationsmaschinen erhielten. Durch seine rege Tätigkeit in der Gesetzgebung und Verwaltung hatte er wesentlich zum Aufschwung von Preußens Industrie seit 1815 beigetragen.

Weblinks


  • http://www.dmg-berlin.info/page/beuth/beuth_erg.htm Beuths Bedeutung und Wirken
  • http://www2.din.de/sixcms/detail.php?id=10228 Beuth-Denkmünze
  • http://www.beuth.de/ Beuth-Verlag

Mann | Deutscher | Politiker (Preußen) | Kulturpolitiker | Freikorps-Mitglied

Geboren 1781 | Gestorben 1853

 

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