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Christian Kracht (* 1966 in Gstaad) ist ein Schweizer Schriftsteller der Postmoderne und Journalist. Er ist einer der bekanntesten Vertreter der deutschsprachigen Popliteratur der 1990er Jahre.

Kracht stammt aus einer wohlhabenden Familie. Sein Vater war jahrelang Generalbevollmächtigter beim Axel Springer Verlag. Kracht besuchte mehrere Elite-Internate, unter anderem die Schule Schloss Salem. Weitere Lebensstationen in Krachts Jugend waren die USA, Kanada und Südfrankreich. In Deutschland war Kracht als Journalist für BZ, Tempo und Der Spiegel tätig. Mitte der 1990er Jahre ging er als Indienkorrespondent des Spiegel nach Neu-Delhi. Anschließend lebte Kracht für mehrere Jahre in Bangkok im Gebäude der ehemaligen jugoslawischen Botschaft und bereiste von dort aus verschiedene Staaten Asiens. Seine in der Welt am Sonntag veröffentlichten Reiseberichte sind unter dem Titel Der gelbe Bleistift (2000) in Buchform erschienen. Seit Herbst 2004 gibt er gemeinsam mit Eckhart Nickel das Magazin Der Freund heraus. Er lebte zunächst am Redaktionssitz in Kathmandu. Kracht verließ Nepal mit der Redaktion aber, als die Unruhen in Nepal die Arbeitsbedingungen unzumutbar erschwerten. Das Heft wird nun in San Francisco fertiggestellt. Es war von Anfang an auf acht Ausgaben in zwei Jahren begrenzt; die letzte Ausgabe erscheint im Juni 2006.

Krachts erster Roman Faserland (1995) gilt als erstes und richtungsweisendes Werk einer Welle deutschsprachiger Popliteratur ab Mitte der 1990er Jahre.

Er setzt sich mit der modernen Konsumkultur, dem Zerfall des Nachkriegsmodells von der nivellierten Mittelstandsgesellschaft und der mit ihm verbundenen Krise der Identitätsfindung im individuellen und nationalen Rahmen auseinander.

In dem im September 2001 erschienen Roman 1979, der von der Kritik als Abgesang auf die Popliteratur gewertet wurde, schildert Kracht die Fragilität eines als dedakent beschriebenen westlich-großbbürgerlichen Wertesystems und seine Ohnmacht gegenüber den östlich-totalitären Modellen Islamismus und Maoismus. Der Roman erschien in unmittelbarer zeitlicher Nähe zu den Anschlägen vom 11. September 2001, was ihm zusätzliche Beachtung verschaffte.

Das Werk Krachts enthält verfremdende Anspielungen u.a. auf Thomas Manns Zauberberg, die sanft-ironischen Reiseberichte Robert Byrons und Hergés Die Abenteuer von Tim und Struppi. Im Stil der von Hergé entwickelten ligne claire sind auch die Illustrationen von Dominik Monheim in der 1998 bei Kiepenheuer & Witsch in Köln erschienen Erstausgabe der Ferien für immer, einem gemeinsam mit Eckhart Nickel verfaßten Brevier über "die angenehmsten Orte der Welt", gehalten.

Kracht, der sich nicht als Schweizer, sondern als Kosmopolit versteht, ist eine der umstrittensten Figuren der deutschsprachigen Schriftstellerszene. Er hasst Interviews, und der Wahrheitsgehalt seiner wenigen Interviews ist zweifelhaft. Oft äußert er sich in provokativer Weise zum Zeitgeschehen. So bezeichnete er den Talibanführer Mullah Omar in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung als "camp". Seine eigenen Bücher seien bloß "light entertainment". Seinen hohen Bekanntheitsgrad erreichte Kracht beispielsweise auch durch seinen Auftritt in der Harald Schmidt Show.

Krachts Bücher wurden in 13 Sprachen übersetzt.

Werke


Erscheinungsdatum: September 2006

New Wave - 320 Seiten - Kiepenheuer & Witsch ISBN: 3462037234

Die totale Erinnerung. Kim Jong Ils Nordkorea (mit Eva Munz, Lukas Nikol) - 136 Seiten - Rogner & Bernhard ISBN: 3807710205

Hörbücher


Auszeichnungen


Weblinks


Autor | Geboren 1966 | Journalist | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Deutsch) | Mann | Roman, Epik

Christian Kracht

 

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