Christian I. (* 11. Mai 1568 in Bernburg; † 17. April 1630 ebenda) war Fürst von Anhalt-Bernburg.
Anfang 1586 ging er nach Dresden und blieb dort mehrere Jahre als engster Freund seines Namensvetters, des sächsischen Kurfürsten Christian I., dessen calvinistische Sympathien er teilte, obwohl er unter den Alkoholexzessen am Dresdener Hofe litt.
Als 1592 der Straßburger Bistumsstreit ausbrach, unterstützte er Brandenburg gegen Lothringen. Drei Jahre später, 1595, trat er als Statthalter der Oberpfalz in den Dienst Kurfürst Friedrichs IV. von der Pfalz und residierte in Amberg. Im gleichen Jahr seiner Ernennung zum Stellvertreter des Kurfürsten heiratete er am 2. Juli die elf Jahre jüngere Gräfin Anna von Bentheim-Tecklenburg († 1624).
Im Alter von etwa 37 Jahren bekannte er sich öffentlich zum Calvinismus und gründete 1608 die Protestantische Union unter der Führung Friedrichs IV., eine antikatholische, antikaiserliche Vereinigung, die zur Stabilisierung der Reformation dienen sollte.
Christian I. war maßgeblich an der Erhebung Friedrichs V. von der Pfalz zum König von Böhmen ("Winterkönig") beteiligt. Neben der Möglichkeit, eine neue zentraleuropäisches Macht zu schaffen, waren es auch wirtschaftliche Überlegungen, weshalb er seinem Dienstherren zur Krone verhelfen wollte. Die Oberpfalz war zur damaligen Zeit das europäische Eisenzentrum; Böhmen war ein Brennpunkt für Zinn- und Glashandel. Ein Zusammenlegen hätte eine neue Exportmacht in zentraler Lage bedeuten können.
Von seinem Halbbruder Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen wurde Fürst Christian I. (1619) in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen. Dieser verlieh ihm den Gesellschaftsnamen der Sehnliche und das Motto nach Dir. Als Emblem wurde ihm ein langer Sengel voll Sonnenblumen sich nach der Sonnen wendende (Helianthus annuus L.) zugedacht. Im Köthener Gesellschaftsbuch findet sich der Eintrag Fürst Christians unter der Nr. 26. Dort ist auch das Reimgesetz vermerkt, mit welchem er sich für die Aufnahme bedankt:
In der Schlacht am Weißen Berg (8. November 1620) unterlag das von Christian I. geführte Heer der Union dem der katholischen Liga. Christian I. und Friedrich V. mussten fliehen, wurden geächtet und die Union löste sich 1621 auf.
<Hier fehlt die Abbildung der Reichsacht mit nachstehender Bildunterschrift:>
Reichsacht des Kaisers Ferdinand II. gegen Friedrich V. von der Pfalz, Christian I. von Anhalt-Bernburg und andere
Fürst Christian I. starb am 17. April 1630 im Alter von 62 Jahren in Bernburg. Er ließ noch zu Lebzeiten eine Familiengruft in der Schlosskirche von Bernburg errichten und war der erste Fürst von Anhalt-Bernburg, der darin beigesetzt wurde.
Mann | Deutscher | Militärperson | Dreißigjähriger Krieg | Diplomat | Fürst (Anhalt-Bernburg) | Fruchtbringende Gesellschaft | Geboren 1568 | Gestorben 1630
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