Christian Gottlob Heyne.JPG
Christian Gottlob Heyne (* 25. September 1729 in Chemnitz; † 14. Juli 1812 in Göttingen) war ein deutscher Professor und Bibliothekar, der sich mit Altertumswissenschaft, Klassischer Philologie, Sprachforschung und Archäologie befasste.
Leben
Heyne wurde als Sohn eines
Leinewebers geboren, studierte in
Leipzig und erhielt
1753 die Stelle eines
Kopisten an der
Bibliothek des Ministers
Brühl in
Dresden.
1760 verlor er in Dresden während einer Beschießung der Stadt seine gesamte Habe. Er versuchte in der Folge, seinen Unterhalt durch die Bearbeitung eines Teils des
lateinischen Textes zu Lipperts
Daktyliothek zu erwerben, bis er
1763 als Professor der
Rhetorik und Nachfolger von
Johann Matthias Gesner nach Göttingen berufen wurde. Bereits
1764 erhielt er die Aufsicht der
Universitätsbibliothek und machte sie rasch zu einer wichtigen Einrichtung. In Göttingen arbeitete Heyne bis zu seinem Tod.
Eine der Töchter Heynes war die Schriftstellerin Therese Huber, die in erster Ehe mit dem Naturforscher Georg Forster, einem Freund ihres Vaters, verheiratet war.
Werk
Heyne gilt als einer der wichtigsten Vordenker des
Klassizismus. Er trat zunächst als Übersetzer von Werken der
griechischen und
römischen Antike hervor. So übertrug er unter anderem
Epiktet und
Tibull ins
Deutsche. Vor allem aber war Heyne einer der ersten, der sich wissenschaftlich mit der
griechischen Mythologie auseinandersetzte. Indem er Erkenntnisse aus verschiedenen Wissensgebieten - wie etwa der Sprachwissenschaft und der Archäologie einbezog - wurde er zum Begründer der modernen Altertumswissenschaft und der
Mythenforschung.
Werke (Auswahl)
- Opuscula academica. 6 Bde. Göttingen 1785–1812. Nachdruck Olms, Hildesheim 1997
- Ausgabe der Carmina des Homer. 9 Bde. Leipzig 1802–1822.
Literatur
- Der Vormann der Georgia Augusta. Christian Gottlob Heyne zum 250. Geburtstag. Sechs akademische Reden. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1980. (Göttinger Universitätsreden, 67) ISBN 3-525-82619-2
- Martin Vöhler: Christian Gottlob Heyne und das Studium des Altertums in Deutschland. In: Glenn W. Most (Hrsg.): Disciplining classics – Altertumswissenschaft als Beruf. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2002. (Aporemata, 6) ISBN 3-525-25905-0. S.39–54.
Weblinks
Mann | Deutscher | Altphilologe | Bibliothekar | Geboren 1729 | Gestorben 1812
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