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Christi Himmelfahrt (in der Schweiz: Auffahrt) bezeichnet nach dem christlichen Glauben die Rückkehr des Jesus von Nazareth als Sohn Gottes zu seinem Vater in den Himmel und zugleich ein christliches Hochfest. Christi Himmelfahrt wird am 39. Tag nach dem Ostersonntag gefeiert und fällt deshalb immer auf einen Donnerstag.
Himmelfahrt nach der Auferstehung
Wichtig ist die Abgrenzung zum Osterfest, an dem die Auferstehung Jesu Christi am dritten Tag nach seinem Tode gefeiert wird. Dies ist die zentrale Botschaft des christlichen Glaubens, da dadurch der Tod für die Christen im ewigen Leben überwunden wurde.
Herkunft und Bedeutung
In den lukanischen Schriften des
Neuen Testamentes wird in
Lukas 24, 50-52 und
Apostelgeschichte 1, 1-11 dargestellt, der
auferstandene Christus habe sich
vierzig Tage nach seinem Tod vor seinen
Jüngern gezeigt und sei dann in den Himmel auf den Platz
zur Rechten Gottes erhoben worden (der Platz rechts vom Hausherrn gebührte seit der Antike dem Thronfolger oder dem Ehrengast). Die Himmelfahrt findet ferner Erwähnung in
Mk 16, 19; 1. Petr. 3,22; Hebr. 4,14; 9,24 und - aus christlicher Perspektive - Ps 68,19.
Die Himmelfahrt Christi hat enorme Bedeutung für die christliche Eschatologie. Bei der Himmelfahrt Jesu geht es um den Lohn seiner Mittlerschaft und die Vollendung seines Sieges. Ihn, der sich selbst erniedrigt hat und gehorsam geworden ist bis zum Tode am Kreuz, hat Gott erhöht und ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist (Phil 2,8,9).
Der Glaube an die Himmelfahrt wird in frühchristlichen Texten und Glaubensbekenntnissen bezeugt, z.B. bei Polykarp von Smyrna, Justin und Irenäus von Lyon. Der Glaube an die Himmelfahrt wird auch ausgedrückt in dem alten römischen Glaubensbekenntnis des dritten Jahrhunderts, dem Vorläufer des Apostolischen Glaubensbekenntnisses von 325 und des nicänischen Bekenntnisses von 381:
- er ist am dritten Tag auferstanden nach der Schrift
- und aufgefahren in den Himmel.
- Er sitzt zur Rechten des Vaters
- und wird wiederkommen in Herrlichkeit
- zu Richten die Lebenden und die Toten;
- seiner Herrschaft wird kein Ende sein.
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Das liturgische Fest der Himmelfahrt Christi ist seit 383/384 bezeugt, und zwar durch den Pilgerbericht der Nonne Egeria in Jerusalem. Mit ihr haben wir das erste Zeugnis einer liturgischen Gestaltung des Himmelfahrtsfestes für den Jerusalemer Raum des 4. Jh. vorliegen. Gemäß den lukanischen Texten ist der Termin vierzig Tage nach Ostern, also der Donnerstag nach dem 5. Sonntag nach Ostern bzw. zehn Tage vor Pfingsten.
Die neun Tage zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten sind die Zeit der Pfingstnovene, in der besonders um die Herabkunft des Heiligen Geistes gebetet wird.
Drei Tage vor Christi Himmelfahrt finden in katholischen Gegenden die Bitttage statt. An diesen Tagen finden die sogenannten "Bittprozessionen" statt. Diese Prozessionen dienten früher dazu, für eine gute Ernte zu bitten, weshalb sie um die Felder der Gemeinden oder von Ort zu Ort führten.
Im katholischen barocken Brauchtum, das in einigen Gegenden (z. B. im bayerischen Mittenwald oder im Stift Neustift in Südtirol) noch ausgeübt wird, wurde die Statue des Auferstandenen an Christi Himmelfahrt durch das Heiliggeistloch auf den Kirchenspeicher gezogen.
Im außerkirchlichen Bereich entwickelte sich in Deutschland der Feiertag zum Vatertag. Ausserdem wird an Christi Himmelfahrt jährlich in Aachen der Karlspreis verliehen.
Der früheste Termin für Christi Himmelfahrt ist der 30. April, der späteste Termin der 3. Juni.
Feiertag
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Christi Himmelfahrt ist
Gesetzlicher Feiertag in
Deutschland, der
Schweiz,
Österreich sowie
Schweden,
Belgien,
Dänemark,
Finnland,
Frankreich,
Grönland,
Haiti,
Indonesien,
Island,
Kolumbien,
Liechtenstein,
Luxemburg,
Madagaskar,
Namibia,
Niederlande und
Norwegen. In
Italien (Ascensione) und
Polen wurde das Fest als Gesetzlicher Feiertag vor einigen Jahren abgeschafft und wird nun am darauffolgenden Sonntag kirchlich gefeiert.
Siehe auch
Literatur
Neutestamentlich und theologisch
- Alfons Weiser, Horst G. Pöhlmann: Art. Himmelfahrt Christi I. Neues Testament II. Kirchengeschichtlich/Systematisch-theologisch. In: Theologische Realenzyklopädie 15 (1986), S. 330-341 (mit weiterer Lit.)
- A. W. Zwiep: The Ascension of the Messiah in Lukan Christology. Supplements to Novum Testamentum 87. Brill, Leiden u.a. 1997 ISBN 90-04-10897-1
- Thomas Marschler: Auferstehung und Himmelfahrt Christi in der scholastischen Theologie bis zu Thomas von Aquin. Beiträge zur Geschichte der Philosophie und Theologie des Mittelalters N.F. 64,1-2. Aschendorff, Münster 2003 ISBN 3-402-04017-4
- Douglas Farrow: Ascension and Ecclesia. On the Significance of the Doctrine of the Ascension for Ecclesiology and Christian Cosmology. T. & T. Clark, Edinburgh 1999 ISBN 0-567-08676-3
- Jens Herzer: Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten, Weihnachten. Was wissen wir über die Ursprünge des Christentums? Brennpunkt: Die Bibel 4. Evang. Haupt-Bibelges. und von Cansteinsche Bibelanst., Berlin 2000 ISBN 3-7461-0144-1 (allgemeinverständlich und wissenschaftlich fundiert)
- Rienecker (Hg): Lexikon zur Bibel. R. Brockhaus Verlag Wuppertal
Christlicher Festkalender
- Hans-Christoph Schmidt-Lauber: Art. Himmelfahrtsfest. In: Theologische Realenzyklopädie 15 (1986), S. 341-344 (mit weiterer Lit.)
- Hans Jürgen Milchner (Hrsg.): Himmelfahrt - die Nähe Christi feiern. Predigten und liturgische Entwürfe. Dienst am Wort 72. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1996 ISBN 3-525-59337-6
- Hermann Ühlein: Kirchenlied und Textgeschichte. Literarische Traditionsbildung am Beispiel des deutschen Himmelfahrtsliedes von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Pietas liturgica, Studia 10. Königshausen & Neumann, Würzburg; EOS-Verl., St. Ottilien 1995 ISBN 3-8260-1081-7
- Friedrich Benesch: Das Ereignis der Himmelfahrt Christi. Die vierzig Tage. Urachhaus, 1997, ISBN 3878382855
- Hermann Kirchhoff: Christi Himmelfahrt bis Sankt Martin im christlichen Brauchtum. Kösel, München, 1986, ISBN 3466362563
Weblinks
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