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Der Kirchenton, auch Chorton (Orgelton), ist diejenige Stimmung, welche im 16. bis 18. Jhd für die Orgeln gebräuchlich war und sich vom so genannten Kammerton insofern unterschied, als sie um bis zu einen ganzen Ton tiefer war als dieser (vgl. Praetorius, Michael: Syntagma musicum II, S. 14 ff.). Im 18. Jhd wurden die beiden Begriffe vertauscht, so dass im folgenden der Chorton den höheren Stimmton bezeichnete (vgl. Walther, Johann Gottfried: Musicalisches Lexicon, Leipzig, 1732; S. 130 ff.). Ganz alte Orgeln waren zum Teil in dem so genannten Kornettton gestimmt, welcher noch eine kleine Terz höher war als der Kammer- oder Orchesterton. Als Grund für die höhere Stimmung der Orgeln gibt man an, dass die großen Kirchenräume eines durchdringenderen Tons bedurft hätten als Zimmer und Konzertsaal. Diese Unterscheidung verlor sich im Laufe des frühen 19. Jahrhunderts, als die Kammertonstimmung sehr viel höher wurde.

Der Begriff wird von manchen Autoren auch als Synonym für den missverständlichen Begriff Kirchentonart verwendet; als besserer Begriff gilt jedoch zumeist Modus.

Musiktheorie


Literatur


Hans Gebhard: Praktische Anleitung für die Aufführung der Vokalmusik des 16. bis 18. Jahrhunderts, Frankfurt/ Leipzig 1998, ISBN 3-87626-170-8

 

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