ZweiRadMuseumNSU EasyRider.JPG" aus dem Film „Easy Rider“, 1987 im Zweirad-Museum Neckarsulm]]
Chopper war ursprünglich ab etwa 1948 in Kalifornien die Bezeichnung für ein Motorrad (meist der Marke Harley-Davidson), von dem alles abmontiert worden war, was dem Besitzer überflüssig erschien - wie etwa Beifahrersitze oder Schutzbleche. Das englische Verb to chop bedeutet "(ab)hacken".
Beim Chopper dagegen wird dieses mangelhafte Fahrverhalten zugunsten des erwünschen Aussehens in Kauf genommen.
Zu den weiteren klassischen Chopper-Stilmerkmalen zählen extrem hohe Lenker ("Hirschgeweih", "Apehanger") sowie eine vorverlegte Fußrastenanlage. Auch diese Merkmale verschlechtern das Fahrverhalten, die Beherrschbarkeit und den Sitzkomfort, doch das wird zugunsten der erwünschten lässigen Pose in Kauf genommen.
Eine andere Stilrichtung nennt sich Low Rider. Das Ziel hierbei ist eine möglichst flacher, langgestreckter Look ("long 'n low") in stärkerer Anlehnung an das Aussehen von Dragstern. Entsprechend kommen hier statt hohen Apehanger-Lenkern flache Drag Bars zum Einsatz, oft auf nach hinten gezogenen Lenkerböcken ("Riser").
Von einem Schwedenchopper spricht man bei bestimmten radikal-puristischen Umbauten. In diesem Genre wird gern auf Anbauteile wie Scheinwerfer, Tachometer oder Vorderradbremsen verzichtet oder alternativ wenigstens die zugehörigen Kabel, Wellen und Leitungen innerhalb des Lenkers oder Rahmens verlegt, um den schnörkellosen Anblick derjenigen Teile, die tatsächlich eine zum Fahren unentbehrliche Funktion besitzen, möglichst wenig zu beeinträchtigen. Die Zulassung solcher Fahrzeuge zum öffentlichen Straßenverkehr wirft in Deutschland erhebliche Probleme auf.
Der in diesem Zusammenhang von Harley-Davidson geprägte Begriff des Factory Custom stellte im Grunde einen Widerspruch in sich dar. Neben dem angestrebten Styling-Ideal war das "ursprüngliche" Chopper-Konzept ja auch wesentlich von dem Gedanken geprägt, das Einheits-Styling eines Großserienmodells zu verändern und das Aussehen des eigenen Motorrades individuell zu gestalten.
Doch die Japaner lernten gewohnt schnell: Spätere Großserienmodelle wiesen bald ebenfalls die klassische V2-Motorbauweise des großen Vorbilds Harley-Davidson auf. Und bald stimmte auch das Styling: Die Suzuki VS 1400 Intruder sah bei ihrer Vorstellung besser aus als eine "echte" Harley frisch vom kalifornischen Edeltuner. Yamaha brachte mit der XV 535 Virago ein mindestens ebenso authentisch gestyltes Modell, dass darüber hinaus äußerst erschwinglich war und bis heute zu den meistverkauften Motorrädern Deutschlands zählt.
Diese späteren Japan-Chopper konnte niemand mehr ernsthaft als "Soft" bezeichnen, denn aufgrund ihres extremen Stylings waren sie den Vorbildern auch im Hinblick auf ihr mangelhaftes Fahrverhalten mindestens ebenbürtig: Die Fahrwerke waren unterdämpft, hatten hinten aufgrund des erwünschten flachen Looks meist eine unkomfortabel harte Federung mit wenig Federweg, waren dazu aufgrund ihrer Fahrwerksgeometrie nicht eben handlich und mit schwachen Bremsen an der Grenze des rechtlich Zulässigen ausgestattet.
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"Chopper (Motorrad)".
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