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Choline
 

Strukturformel
* \ \mathrm{OH}^-
Allgemeines
Name Cholin
Andere Namen (2-Hydroxyethyl)-trimethylammoniumhydroxid, Cholinhydroxid
Summenformel C5H15NO2
CAS-Nummer 123-41-1
Kurzbeschreibung farblose, sehr hygroskopische Kristalle
Eigenschaften
Molmasse 121,18 g/mol
Aggregatzustand fest
Dichte - kg/m³
Schmelzpunkt 305 °C (wasserfrei)
Siedepunkt - °C
Dampfdruck - Pa (x °C)
Löslichkeit sehr gut löslich in Wasser und Ethanol; unlöslich in Ether
Sicherheitshinweise
R- und S-Sätze R:
S:
MAK -
Cholin ist gleichzeitig ein primärer, einwertiger Alkohol und ein quartäres Ammoniumsalz. Synonym steht Cholin dabei für das Hydroxid. Anionen können jedoch auch beliebige andere sein. Kommerziell erhältlich ist zumeist das Cholinchlorid (CAS-Nummer 67-48-1).

Geschichte


Cholin wurde im Jahre 1862 entdeckt und 1866 erstmals chemisch synthetisiert.

Vorkommen


Cholin ist in Lebewesen ubiquitär verbreitet. Es ist Strukturelement des Neurotransmitters Acetylcholin (der Essigsäure-Ester des Cholins), der Phosphatidylcholine (Phosphorsäureester des Cholins, besser bekannt als Lecithine) und Zwischenprodukt des Stoffwechsels.

Gewinnung und Darstellung


Cholin kann durch erschöpfende Methylierung der Aminfunktion des Monoethanolamins dargestellt werden. Eine andere Synthese besteht in der Umsetzung von Trimethylamin mit Oxiran.

Eigenschaften


Cholinhydroxid bildet farblose Kristalle, die in Folge ihrer ausgeprägten Hygroskopizität an der Luft schnell zu einer sirupösen Flüssigkeit zerfließen.

Verwendung


In der Halbleiterproduktion wird Cholin als Reinigungsmittel für Wafer eingesetzt.

Biologische Bedeutung


Durch die Übertragung eines Acetyl-Restes auf das Cholin durch die Cholin-Acetyltransferase (EC 2.3.1.6]) erfolgt die Biosynthese des wichtigen Neurotransmitter Acetylcholin. In Umkehrung dieser Reaktion ist die Acetylcholinesterase für die Hydrolyse dieses Esters zu Essigsäure und Cholin verantwortlich.

Cholin wird durch die Cholinkinase (EC 2.7.1.32]) phosphoryliert. Das entstehende zwitterionige O-Phosphocholin dient als Ausgangsstoff der Biosynthese von Phosphatidylcholinen, die essentieller Bestandteil von Biomembranen sind.

Cholin kann weiterhin zu Betain, dem zwitterionigen Trimethylglycin, oxidiert werden, welches neben Folsäure, S-Adenosylmethionin und Vitamin B12 ein wichtiger Methylgruppenüberträger im Metabolismus ist.

Verschiedene Ester des Cholins, z. B. das als Suxamethonium bekannte Succinyldicholin, wirken als Agonisten der Acetylcholin-Rezeptoren, ohne von vorhandenen Cholinesterasen schnell abgebaut werden zu können. Nach kurzer Erregung kommt es zu einer langanhanltenden Depolarisation und damit zur Muskelrelaxation.

Cholin wurde früher - wie auch das Adenin - auch als Vitamin B4 bezeichnet. Cholin ist jedoch kein essentieller Nährstoff: Bei adäquater Versorgung mit Aminosäuren, insbesondere Serin und Methionin, kann Cholin in ausreichender Menge im Körper gebildet werden. Daneben wird es bei monogastrischen Tieren auch durch die Nahrung aufgenommen, da Cholin als Bestandteil von Phosphatidylcholinen in der Zellmembran vorhanden ist. Wiederkäuer bilden hier eine Ausnahme, da Cholin nahezu vollständig im Pansen abgebaut wird.

Wiki/Weblinks


Chemische Verbindung | Biomolekül | Reinigungsmittel | Mikroelektronik

Choline | Choline | Cholinas | Choline

 

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