Chioggia (sprich Kjodscha; venezian. Chiozza) ist eine Stadt in der italienischen Region Venetien und Seehafen an der Lagune von Venedig. Sie hat 51.336 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2004) und eine Fläche von 185 km².
Der Ursprung von Chioggia wiegt sich in der Legende. Es wird berichtet, dass Antenor, Aquil und Clodio, flüchtig aus dem Trojanischen Krieg, sich an der oberen Adriaküste niederließen. Aquil gründete Aquileia, Antenor Padua und Clodio Clodia. Schon Plinius beschrieb die Hafenstadt Edron, die später Fossa Clodia genannt wurde. Der Name Clodia änderte sich im Laufe der Zeit zu Cluza und Clugia, um sich in heutiger Zeit Chioggia zu nennen. Erste dokumentierte Nennungen der Stadt sind auf byzantinischen Schriften aus dem fünften Jahrhundert zu finden.
Im Mittelalter genoss Chioggia das Stadtrecht und 1110 wurde es zum Bischofssitz erhoben. Während des sogenannten Chioggia-Krieges, dem entscheidenden Zusammenstoß zwischen Venedig und Genua, eroberten die Genuesen 1379 nach einer Invasion von Seeseite die Stadt, wurden aber 1380 von Venedig zurückgeschlagen. Danach war Chioggia Teil der Republik Venedig. 1797 eroberte Napoléon Bonaparte Venedig und somit war auch Chioggia der französischen Verwaltung unterstellt. Im Vertrag von Campoformio 1798 wurde die Stadt der österreichischen Besatzungsmacht übergeben. Bis 1814 wechselte die Verwaltung zwischen den beiden Besatzungsmächten (bzw. der napoleonischen "Republik Italien"). Von 1814 bis 1866 war Chioggia mit Venetien Teil des Kaisertums Österreich, anschliessend kam es zum jungen italienischen Nationalstaat.
Chioggia wurde auf Holzpfählen errichtet und trägt entsprechend den Beinamen „Klein-Venedig“. Es ist über eine Steinbrücke mit dem Festland verbunden. Der Vena-Kanal teilt die Stadt und wird von neun Brücken gekreuzt. Der Fischfang und der Gemüseanbau (Radicchio rosso, auch „la rosa di Chioggia“ genannt, und Karotten) sind die wichtigsten Wirtschaftszweige der Stadt; Chioggia besitzt den größten Fischmarkt Italiens. Es werden Stahl, Backsteine und Textilien produziert.
Einen weitereren Wirtschaftszweig stellt vor allem der Sommertourismus dar. Einen 11 Kilometer langen Sandstrand auf dem Lido bietet der Ortsteil Sottomarina di Chioggia. Mit seiner eleganten Strandpromenade, den vielen Hotels, Bars, Diskotheken, Restaurants und Strandeinrichtungen ist der Badeort der traditionelle Hausstrand der Bewohner der ganzen Region um Padova, die besonders an arbeitsfreien Tagen den Strand überschwemmen. Trotzdem bietet Sottomarina mit den riesigen Sandflächen und den vielen Attraktionen eine gute Alternative zu den Stränden der italienischen Adriaküste, zumal es wochentags ganz entspannt und ruhig zugeht.
Stadt und Leute dienten dem berühmten venezianischen Schriftsteller Carlo Goldoni als Vorlage für sein Theaterstück "Le baruffe chiozzote" zu deutsch "Krach in Chioggia". Das im lokalen Dialekt verfasste Bühnenstück gibt das laute und tragisch-komische Treiben in der Lagunenstadt des 18. Jahrhunderts wieder. In der berühmten Inszenierung von Giorgio Strehler findet dieses Bühnenstück bis heute Anklang beim Kenner-Publikum.
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