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Communists enter Beijing (1949).jpg | Chiang Kai-shek.jpg | Mao.gif | Shanghai-house to house combat.jpg | 1945 chiang-mao.jpg | China, Mao (2).jpg Der chinesische Bürgerkrieg war der Konflikt um die politische Führung Chinas, der auf das Ende der Qing-Dynastie im Jahre 1911/12 (und dem Scheitern monarchistischer Restaurationsversuche 1915-17) folgte. Sein tatsächlicher zeitlicher Beginn ist Auslegungssache, meist wird jedoch erst die Phase ab 1945 nach Ende des Japanisch-Chinesischen Krieges bzw. zweiten Weltkrieges gemeint.

Vorgeschichte 1917-1937


Generalskriege der Nördlichen Militaristen (Chili-, Anhwei-, Fengtian- und Kuominchan-Fraktion) um die Macht in Peking
  • 1920 Chili-Anhwei-Krieg (Zhiwan): Chili- und Fengtian-Militaristen besiegen die Anhwei-Clique
  • 1922 Erster Chili-Fengtian-Krieg (Zhifeng I): Chili-Clique besiegt Anhwei- und Fengtian-Militaristen sowie Kuomintang
  • 1924 Zweiter Chili-Fengtian-Krieg (Zhifeng II): Chili-Clique wird besiegt von Fengtian- und Anhwei-Militaristen sowie Chili-Abtrünnigen (Kuominchun)
  • 1926 Fengtian-Kuominchun-Krieg: Fengtian-Clique und Chili-Reste besiegen Anhwei-Reste und Kuominchun-Militaristen, aber
  • 1926-28 Nordfeldzug: Kuomintang und Kuominchun-Clique besiegen Fengtian-Militaristen und Chili-Reste

Im Süden Chinas war 1921 (in Schanghai) die Kommunistische Partei Chinas gegründet worden, die 1924 eine Einheitsfront und 1925 eine gemeinsame Gegenregierung mit den Kuomintang in Kanton geschlossen hatte. Gemeinsam begannen sie den Nordfeldzug, doch schon 1927 löste Kuomintang-Chef Chiang Kai-shek die Regierung auf und übersiedelte nach Nanking. Kommunisten und linke Kuomintang bildeten eine Gegenregierung in Wuhan, die von Chiang beseitigt wurde. Seine rechten Kuomintang verübten Massaker unter KP-Anhängern in Nanking und Schanghai sowie schlugen Aufstände der Kommunisten in Nanchang und Kanton nieder.

Die Kommunisten eroberten daraufhin ab 1927 fünfzehn Gebiete in Süd- und Mittelchina (Hunan, Fukien) und errichteten in Kiangsi (seit 1929) eine Chinesische Sowjetrepublik (1931). Vier Großangriffe der Kuomintang-Truppen konnten die Kommunisten 1930-34 abwehren, vor dem fünften wichen sie im "Langen Marsch" 1934/35 nach Nordwestchina aus, in deren Ergebnis Mao Zedong KP-Chef wurde und in (Yenan) Nord-Schaanxi eine neue Sowjetrepublik entstand. Nach dem Zwischenfall von Xi'an (Süd-Shaanxi) 1936 wurde 1937 zwar eine neue Einheitsfront zwischen Kuomintang und Kommunisten zur Abwehr Japans geschlossen (und die erste Phase des Bürgerkrieges beendet).

Doch schon 1941 zerbrach die Einheitsfront nach dem Zwischenfall von Süd-Anhui (KMT-Überfall auf die Rote Armee) wieder, statt gegen die Japaner führte Chang Kai-shek 1939-43 drei weitere Feldzüge gegen die Kommunisten.

Ursachen und Verlauf


1937 nach dem Überfall Japans auf China hatten die kommunistische Partei Chinas unter Mao Zedong und die Kuomintang (KMT) (ihrerseits seit 1928 verbündet mit den Kuominchun und den Fengtian-Resten) unter Chiang Kai-shek ein Zweckbündnis geschlossen. Davor hatte Chiang Kai-shek die Kommunisten unerbittlich verfolgen lassen, was zu Tausenden von Toten und zur Flucht der Kommunisten (Langer Marsch) in entlegenere Teile im Landesinneren geführt hatte. Die Kommunisten waren nur knapp der endgültigen Vernichtung entkommen, konnten sich aber nun im Landesinneren reorganisieren und verstärken.

Die USA versuchten zwar nach dem Ende des zweiten Weltkrieges beide Parteien zu Verhandlungen zu bewegen, so kam es am 28.August 1945 in Chongquing zu einem Treffen zwischen Chiang Kai-shek und Mao Zedong, dieses scheiterte jedoch am gegenseitigen Misstrauen. Bereits im September 1945 ließ Chiang Kai-shek wieder kommunistisch besetzte Städte angreifen, da er sich militärisch überlegen und der Unterstützung der USA sicher glaubte und löste damit den Bürgerkrieg aus. Chiang Kai-sheks Armee war der kommunistischen zwar rein von den Zahlen her überlegen, die Kommunisten genossen jedoch den Rückhalt der einfachen Bauern und Arbeiter.

Hauptkriegsschauplatz war hierbei zunächst die nach der japanischen Kapitulation von sowjetischen Truppen besetzte Mandschurei. Die chinesischen Kommunisten hatten ihre Machtbasis nach dem Ende des Krieges gegen die Japaner dorthin verlegt und begannen mit russischer Hilfe mit dem Aufbau einer zivilen Verwaltung und eines Netzes von Parteibüros. Chiang Kai-shek war dies ein Dorn im Auge, weshalb er durch eine diplomatische Offensive den Rückzug der Sowjets aus der Mandschurei erwirken wollte, was ihm auch recht schnell gelang. Dann ließ er gegen den Rat seiner Untergebenen den Einmarsch in die Mandschurei vorbereiten. Zwei neugeschaffene Armeen sollten hier zum Einsatz kommen.

Im Herbst 1945 begann die Offensive. Die nationalistischen Truppen walzten alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellte. Die Kommunisten, die nicht auf einen Kampf vorbereitet waren, lieferten sich unter dem Kommando von Lin Biao bei Szeping an der Bahnlinie nach Norden eine verlustreiche offene Feldschlacht, die einen Monat lang andauerte. In seiner Verzweiflung schickte Lin Biao zum Schluss noch rund 100.000 Fabrikarbeiter aus Changchun in den Kampf. Nichts schien die Nationalisten noch aufhalten zu können, und doch machten sie halt. Der Grund dafür lag darin, dass Chiang vom amerikanischen Vermittler, George Marshall, zu einem einseitigen Waffenstillstand geraten worden war. Marshall war mit der Aufgabe betraut worden, in China eine Koalitionsregierung von Kommunisten und Nationalisten einzurichten, um endlich Frieden zu schaffen. Die Kommunisten hatten schnell erkannt, dass nur er die Militärmaschinerie der Kuomintang aufhalten konnte und hatten einen Waffenstillstand zur Bedingung gemacht, ihren Beitrag zu einer Koalitionsregierung zu leisten. Wahrscheinlich brachte diese Entscheidung, den Kampf zu beenden, Chiang um den Sieg. Die Kommunisten nutzten die Gelegenheit zur Auffrischung ihrer Truppen und umzingelten die Truppen der KMT in ihren Garnisonen, indem sie mit ihrer Flugabwehr eine Versorgung der nationalistischen Streitkräfte unterbanden.

Während der Kampf in der Mandschurei somit andauerte, zettelten die Kommunisten im übrigen China kleinere Guerrillakriege an, um weitere Truppen der Nationalisten von der Mandschurei fernzuhalten. Tatsächlich hatte ihr Plan Erfolg: 1948 kapitulierten die letzten Truppen der Kuomintang in der Mandschurei. Von da an gab es kein Halten mehr: Die Kommunisten eroberten nach der massiven Verstärkung ihrer konventionellen Streitkräfte schnell Nordchina und zogen von dort aus nach Süden. Die entscheidende Schlacht des Krieges fand bei Huaihai in Zentralchina statt. Fünfhunderttausend Soldaten der KPCh kämpften hier gegen eine zahlenmäßig etwa gleichstarke nationalistische Armee. In diesem ab November 1948 über zwei Monate währenden Kampf wurden die Truppen der Nationalisten fast völlig aufgerieben.

1949 musste Chiang Kai-shek sich schließlich endgültig geschlagen geben. Er zog sich mit seiner Kuomintang und ca. 2 Millionen Zivilisten nach Taiwan zurück, während der Kommunistenführer Mao Zedong am 1. Oktober 1949 die Volksrepublik China ausrief. Im Westen isolierte KMT-Reste zogen sich nach Nord-Burma und Nord-Thailand zurück und unterstützten fortan die Drogenbarone des "Goldenen Dreiecks".

Es bestehen als Resultat des Bürgerkrieges bis heute zwei separate chinesische Staaten - die sozialistische Volksrepublik China, die das gesamte Festland umfasst, sowie die kapitalistische Republik China der ehemaligen Kuomintang auf Taiwan. Beide Staaten erkennen die Souveränitätsansprüche ihrer Widersacher grundsätzlich nicht an und betrachten sich als die alleinige Vertretung Chinas, was zu vielerlei Streitigkeiten bis zum heutigen Tag führt.

Der chinesische Bürgerkrieg forderte über 1 Million Todesopfer und führte zu Verwüstungen, Hungerkatastrophen, Epidemien und Flüchtlingsströmen auf dem chinesischen Festland, insbesondere zu der mehr als halb Jahrhundert dauernden Spaltung der Nation.

Siehe auch


Weblink


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