Die chinesischen Schriftzeichen (, kor. hanja, jap. kanji; viet. 𡨸漢 chữ Hán, ) sind die Zeichen der chinesischen Schrift. Ein chinesisches Schriftzeichen ist die graphemische Repräsentation einer Silbe der chinesischen Sprache.
Hanzi.png (links) und reformierten Kurzzeichen (rechts)]]
Chinesische Zeichen werden außerdem in der japanischen Schrift als Kanji, der koreanischen Schrift als Hanja und in der vietnamesischen Schrift als chữ Hán verwendet.
Die Liste der gebräuchlichen chinesischen Schriftzeichen des taiwanischen Erziehungsministeriums (常用國字標準字體表) führt 4808 Zeichen auf.
Das Anspruchsniveau "Chinesischer Wortschatz und Chinesische Schriftzeichen" (汉语水平词汇与汉字等级大纲) für Chinesisch als Fremdsprache verzeichnet für Stufe A 800 Zeichen, für die Stufe B weitere 804 Zeichen, für die Stufe C weitere 601 und für die Stufe D weitere 700 Zeichen. Das macht in der Summe 2905 Zeichen.
Die Liste des japanischen Erziehungsministeriums umfasst 1945 gebräuchliche Kanji (常用漢字 jōyō kanji), die in der Grund- und Mittelschule unterrichtet werden. Daneben gibt es eine staatliche Liste der Zeichen für geographische Namen und Personennamen (jinmeiyō kanji 人名用漢字), die 2928 Zeichen umfasst.
Die Schüler an den Mittel- und Oberschulen in Korea lernen 1800-2000 chinesische Zeichen.
Schriftzeichen werden in China in sechs Kategorien () eingeteilt:
Etwa 90% Prozent aller chinesischen Schriftzeichen fallen als Phonogramme in die Gruppe 4 ().
- | Archaisch | Siegelschrift | Langzeichen | Kurzzeichen | Pinyin | Bedeutung | - |
人 | — | rén | Mensch | - |
女 | — | nǚ | weiblich | - |
子 | — | zǐ | Kind | - |
日 | — | rì | Sonne | - |
月 | — | yuè | Mond | - |
山 | — | shān | Berg | - |
川 | — | chuān | Fluss | - |
水 | — | shuǐ | Wasser | - |
雨 | — | yǔ | Regen | - |
竹 | — | zhú | Bambus | - |
木 | — | mù | Baum | - |
馬 | 马 | mǎ | Pferd | - |
鳥 | 鸟 | niǎo | Vogel | - |
龜 | 龟 | guī | Schildkröte | - |
龍 | 龙 | lóng | Drachen |
Diese Klassifizierung der Schriftzeichen nach Radikalen hat sich bis heute erhalten. Die Anzahl der Radikale, die im Shuowen jiezi noch 512 betrug, wurde jedoch immer weiter reduziert, so dass die heute am weitesten verbreitete Liste traditioneller Radikale 214 Klassenzeichen verwendet. Diese Einteilung wurde vor allem durch das Kangxi Zidian (康熙字典, Kangxi-Wörterbuch) aus dem Jahre 1716 unterstützt, das bereits ca. 49.000 Schriftzeichen enthält. Wörterbücher für vereinfachte Schriftzeichen verwenden eine andere Anzahl an Radikalen, oftmals sind es 227 Radikale.
Für eine systematische Anordnung der chinesischen Wörter in Telefonbüchern und allgemeinen Lexika (im Gegensatz zu speziellen Schriftzeichen-Lexika) wird heute meist die Anordnung entsprechend der Pinyin-Umschrift verwendet. (Im Koreanischen und Japanischen werden die Wörter dagegen entsprechend ihrer Umschrift in die Silbenalphabete angeordnet.)
In Japan, wo auch heute noch chinesische Schriftzeichen, Kanji genannt, verwendet werden, z.T. in japanischen vereinfachten Varianten der Langzeichen, wurden die chinesischen Zeichen, durch Eigenentwicklungen (sog. 国字 ) und die aus chinesischen Zeichen entstandenen Silbenschriften Hiragana und Katakana ergänzt.
In Korea wurde zunächst nur mit chinesischen Zeichen geschrieben. Im Jahr 1446 führte man parallel dazu die neu entwickelte, Phonem-basierte Schrift Hangeul ein. In Südkorea wird bis heute in manchen Druckwerken ein gemischtes System aus chinesischen Zeichen (dort Hanja genannt) und Hangeul verwendet, in Nordkorea wurden im Rahmen einer Schriftreform die chinesischen Zeichen wieder abgeschafft.
Auch in Vietnam verzichtete man ab dem Ende der französischen Kolonialherrschaft auf die chinesische Schrift; hier wurde sie durch eine um diverse diakritische Zeichen ergänzte Lateinschrift ersetzt. Siehe dazu: Vietnamesische Sprache.
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