| Chinarindenbäume | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| : | Blütenpflanzen (Magnoliophyta) |
| : | Zweikeimblättrige (Magnoliopsida) |
| : | Asternähnliche (Asteridae) |
| : | Rubiales |
| : | Rötegewächse (Rubiaceae) |
| : | Chinarindenbäume |
Die botanische Bezeichnung Cinchona geht auf eine angeblich erfolgreiche Heilung der Gräfin von Cinchon zurück, der Gattin des spanischen Vizekönigs von Peru, die 1639 an Malaria erkrankte. Geheilt wurde sie durch ein Mittel, das ihr ein Jesuitenpater verabreichte und in dem angeblich Chinarindenbaumextrakt verarbeitet wurde. Für Carl von Linné war diese Erfolgsgeschichte der Anlass, dieser Pflanzengattung den botanischen Namen Cinchona zu verleihen.
1930 entdeckte man allerdings die Tagebücher dieser Gräfin, die nicht darauf schließen lassen, dass sie jemals an Malaria litt. Möglicherweise sollte die Erfolgsgeschichte daher bei der Vermarktung dieses Heilmittels behilflich sein Jean Marie Pelt: Die Geheimnisse der Heilpflanzen, Verlag Knesebeck, München 2005, ISBN 3-89660-291-8, S. 55 .
Die Rinde des Gelben Chinarindenbaumes (Cinchona officinalis L.) wurde früher wegen des darin enthaltenen Chinins als Medikament gegen Malaria und Fieber genutzt. Der Wirkstoff wurde erstmals im Jahre 1820 durch Pierre Joseph Pelletier und Joseph Bienaimé Caventou isoliert. Neben Chinin, das industriell extrahiert wird, ist auch Chinidin enthalten. Nicht alle Bäume der Gattung der Chinarindenbäume enthält den Wirkstoff jedoch gleichermaßen. Niederländer versuchten auf Java Cinchona calisaya anzubauen, während die Engländer in Indien versuchten, Cinchona succiruba zu kultivieren. Bei beiden Pflanzen erwies sich jedoch, dass ihre Rinde den Wirkstoff nicht in einem ausreichenden Maße enthält, um eine Extraktion wirtschaftlich zu rechtfertigen. Cinchona Ledgeriana dagegen hat eine Rinde, die durchschnittlich 13 Prozent Chinin hat. Sie wurde nach dem fehlgeschlagenen Versuch mit Cinchona calisaya von den Niederländern auf Java in Plantagen angebaut.
Das aus der Rinde des Baumes gewonnene Chinin hatte bis nach dem zweiten Weltkrieg große wirtschaftliche und medizinische Bedeutung. Das Kina-Büro wachte seit 1922 über die Kontrolle und Förderung der Chinarindenproduktion, der Verteilung der Kontingente auf die Mitgliedsstaaten sowie die Aufrechterhaltung der Preisstabilität. Vor dem zweiten Weltkrieg wurden jährlich 1500 Tonnen Chinin produziert Jean Marie Pelt: Die Geheimnisse der Heilpflanzen, Verlag Knesebeck, München 2005, ISBN 3-89660-291-8, S. 70 . Im zweiten Weltkrieg wurde die Vernichtung von Chinarindenbaumplantagen zum Kriegsmittel. So fällte die japanische Armee zum Beispiel 20.000 Hektar der Chinarindenplantagen auf Java, so dass sich die Suche nach synthetisch hergestellten Ersatzstoffen verstärkte. Das ähnlich wirkende, aber mit schweren Nebenwirkungen einhergehende Atebrin war bereits 1928 durch die deutsche Firma IG-Farben hergestellt worden. Chloroquin und Primaquin waren die ersten synthetisch erzeugten Wirkstoffe gegen die Malaria, die das natürlich erzeugte Chinin seit dem zweiten Weltkrieg ablösten.
Aus dem Roten Chinarindenbaum (Cinchona pubescens Vahl) wird ein Arzneimittel gegen Verdauungsbeschwerden wie Blähungen gewonnen. Außerdem kann der gewinnbare rote Farbstoff in seiner Wirkung ähnlich wie der Naturfarbstoff Henna verwendet werden.
Cinchona | Cinchona | Cinchona | Chinowiec | Cinchona | Хинное дерево | Canh ki na
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