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Chiloé ist eine Insel in Chile und ist nach Feuerland die zweitgrößte Insel des Landes. Sie gehört zur Region X, Región de los Lagos und bildet dort eine eigene Provinz.

Geografie und Klima


Die Insel wird durch den 2 km breiten Kanal von Chacao im Norden, den 50 km breiten Golf von Ancud im Osten und vom Golf von Corcovado im Südosten vom Festland getrennt.

  • Länge: 190 km (von Nord nach Süd)
  • Breite: 50 km
  • Fläche: 9322 km²
  • Einwohner: ca. 150000

Die Küsten der Insel sind an der Ost- und Westseite gleichmäßig hoch und steil, doch an jener ebenso reich an Vorsprüngen und Häfen wie an dieser einförmig und ohne Gliederung. Das Innere enthält Hügelreihen bis zu 600 m Höhe.

Wichtigste Städte: Achao.jpg

Kommunen der Provinz Chiloé:

  • Ancud
  • Castro
  • Quemchi
  • Dalcahue
  • Curaco de Vélez
  • Quinchao
  • Puqueldón
  • Chonchi
  • Queilen
  • Quellón

Die Bewohner von Chiloé werden als Chiloten bezeichnet, von denen vielen von dem Volk der Huilliches abstammen.

Klima:

Das Klima ist mild, aber außerordentlich feucht, Regen überaus häufig (bei Ancud fallen jährlich 2035 mm), namentlich im Westteil der Insel. Diese Feuchtigkeit erklärt die starke Entwicklung der Vegetation, die der fruchtbare Boden noch befördert.

Geschichte


1540 erkundete Alonso de Camargo die Küstenlinien der Insel vom Schiff aus. Erstmals von einem Europäer betreten wurde die Insel 8. November 1553 von Francisco de Ulloa. 1559 betrat Juan Fernández Ladrillero die Insel und nahm Kontakt zu den Eingeborenen auf. Francisco de Villagra erforschte 1563 die Insel Quinchao vor Abtao. Die Hauptstadt Castro an der Ostküste wurde am 12. Februar 1567 durch den spanischen Kapitän Martín Ruiz de Gamboa gegründet.

1608 erreichten die ersten Jesuiten die Insel und erstellten 1612 die erste Kirche. 1628 besuchte Vazquez de Espinosa die Insel und berichtete von Getreide- und Bohnenanbau der Huilliches.

1788 wurde die Hauptstadt nach Ancud verlegt und Castro verfiel. 1814 zogen die spanischen Royalisten mit vielen Soldaten aus Chiloé in die Schlacht von Rancagua. Im Januar 1826 eroberten chilenische Truppen unter Colonel Antonio de Quintanilla die Stadt Ancud von den Spaniern. Im Vertrag von Tantauco fiel Chiloé an Chile. Jose Santiago Aldunate wurde der neue Gouverneur von Chiloé.

Am 7. Februar 1866, im Spanisch-Südamerikanischer Krieg, kam es zum Seegefecht bei Abtao nördlich der Insel Chiloe. Beim zweistündigen Gefecht wurden allerdings keine nennenswerten Treffer auf beiden Seiten erzielt.

Im Jahr 1882 zählte man 73.041 Einwohner, größtenteils von den Huilliches-Indígenas. Sie waren schon lange von den Spaniern unterworfen und zum Christentum missioniert worden.

1912 errichtete man die Eisenbahnstrecke von Ancud nach Castro, um das Innere der Insel besser zu erschließen.

Am 22. Mai 1960 wurden viele Städte auf Chiloé von einem sehr schweren Erdbeben der Stärke 9,0 auf der Richter-Skala stark zerstört.

Im Jahre 2005 erhielt die deutsche Hochtief AG den Auftrag zum Bau der Hängebrücke Puente Bicentenario de Chiloé. Mit einer Länge von 2,6 km ist sie eine der größten Hängebrücken Südamerikas. Sie wird die Halbinsel Chiloé bei Chacao mit dem Festland verbinden und Teil des Panamericana-Highways werden, der bereits durch die Insel führt.

Wirtschaft


Chiloé lebt hauptsächlich vom Tourismus, der Fischerei und der Landwirtschaft.

Tourismus


Der Chiloé Nationalpark im Westen der Insel wurde in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen, ebenso auch ein Teil der typischen Holzkirchen der Insel.

Links


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Insel (Chile) | Weltkulturerbe

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