Chien-Shiung Wu (吴健雄; * 31. Mai 1912 in Liuho, Provinz Jiangsu, Volksrepublik China; † 16. Februar 1997 in New York, USA) war eine chinesisch-amerikanische Physikerin.
Ab 1943 forschte und lehrte Chien-Shiung Wu an der Columbia University in New York und war bis 1944 am Projekt zum Bau der Atombombe beteiligt. Von 1946 bis 1952 beschäftigte sie sich mit dem Beta-Zerfall.
1957 gelang Chien-Shiung Wu in dem nach ihr benannten Wu-Experiment der Nachweis der Paritätsverletzung bei schwachen Wechselwirkungen und damit der empirische Nachweis für die Hypothese von Tsung-Dao Lee (geb. 1926) und Chen Ning Yang (geb. 1922). Diese hatten 1956 die Theorie veröffentlicht, dass in der Elementarteilchenphysik eine Vertauschung von rechts und links einen Unterschied machen kann, d.h. bei einer räumlichen Spiegelung müssen Original und Spiegelbild nicht immer ununterscheidbar sein. Dabei hatten sie auch mehrere spezielle Experimente vorgeschlagen.
Als Lee und Yang noch im gleichen Jahr den Physik-Nobelpreis erhielten, meinten viele Fachleute, dass Chien-Shiung Wu zu Unrecht leer ausgegangen sei. Der Grund wurde in der überkommenen Missachtung der experimentellen gegenüber der theoretischen Physik gesehen.
Chien-Shiung Wu, der zahlreiche Wissenschaftspreise und Ehrendoktorhüte verliehen wurden, lebte nach ihrer Emeritierung zurückgezogen unter dem Namen ihres Mannes in New York.
Chien-Shiung Wu starb am 16. Februar 1997 im Alter von 84 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls.
Frau | Chinese | Physiker (20. Jh.) | Hochschullehrer | Wissenschaftler | Geboren 1912 | Gestorben 1997
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