| Karte | bgcolor="#FFFFFF" | Chemnitzer stadtteil reichenhain.gif | ||||||||
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| Basisdaten | - bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | 3,96 km² | - bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner: | 2538 (31. Dezember 2001) | - bgcolor="#FFFFFF" | Bevölkerungsdichte: | 641 Einw./km² (31. Dezember 2001) | |
Reichenhain ist ein Ortsteil der Stadt Chemnitz. Er befindet sich rund 4,5 km südöstlich des Chemnitzer Stadtzentrums.
1464 wurde der Ort urkundlich als „Richenheym“ und 1485 als „Reichenheym“ (=‚zum reichen, fruchtbaren Siedelplatz‘) urkundlich erwähnt. Das zweireihige Waldhufendorf ist niemals Klosterdorf von Chemnitz gewesen. Es gehörte zusammen mit Weißbach, Dittersdorf, Kemtau, Einsiedel und Erfenschlag seit 1696 zur Herrschaft Weißbach mit Dittersdorf und kam 1843 zum Amt Chemnitz.
Im August 1790 schlossen sich die Reichenhainer Bauern als erste ihres Herrschaftsgebietes dem antifeudalen sächsischen Bauernaufstand an: „Es rührt alles von Reichenhayn, weil sie gelesen und erfahren haben, dass in anderen Ländern verschiedene Untertanen sich ihrer Gerichtsobrigkeit widersetzten“. Die Bauern verweigerten die Leistung von Frondiensten, wurden aber durch Versprechungen so lange hingehalten, bis die sächsische Regierung wieder Herr der Lage war. Ihr Wortführer, der Reichenhainer Lehnrichter Carl David Eichler, der Besitzer eines ansehnlichen Bauerngutes im Wert von 700 Talern war, erhielt eine Zuchthausstrafe.
Neben der Landwirtschaft spielte in Reichenhain die Hausindustrie eine Rolle. Für die Zeit um 1820 berichtet A. Schumann: „In den Wohnhäusern sieht man eine Menge von Stühlen im Gange, welche theils Cattun und andre Baumwollfabrikate, theils Strumpfwaare aller Art und Borten liefern.“
An der Jägerschlößchenstraße 94 und 105 sind als Objekte der ländlichen Volksarchitektur zwei erzgebirgstypische Dreiseitenhöfe erhalten. In deren Nähe befindet sich der letzte der in Reichenhain früher vorhandenen Kastanienbäume mit essbaren Früchten (Maronen). Der Baum ist mehrere hundert Jahre alt. Ebenfalls erwähnenswert ist das ehemalige Lehngericht und das Wohnstallhaus Jägerschlößchenstraße 104, sowie mehrere ländliche Wohnhäuser aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts an Gornauer Straße und Richterweg.
Im Mittelpunkt des Friedhofs befindet sich auf einem sternförmigen Podest ein von zwei lebensgroßen steinernen Soldaten flankierter, 10 m hoher Obelisk. Das Denkmal für die Soldaten der Roten Armee wurde 1947 von Hanns Diettrich geschaffen und 1996 mit Unterstützung des Freistaates Sachsen von dessen Sohn Frank Diettrich restauriert.
Ein weiterer Gedenkstein wurde 1946 im Auftrag der Vereinten Nationen errichtet und besteht aus einer schlichten, knapp drei Meter hohen quadratischen Sandstein-Stele. Auf den vier Seiten sind die Namen von 268 sowjetischen Zwangsarbeitern eingraviert, die in Betrieben der Region Chemnitz eingesetzt waren.
In den Folgejahren wurden durch die Faradit mehrere Patente zur Stahlrohrfertigung angemeldet. Der Name Faradit leitet sich vom britischen Physiker Michael Faraday ab, dessen Erkenntnisse zur Galvanik und zum Elektromagnetismus (Induktionsschweißverfahren) für Faradit wichtige Produktionsgrundlagen bilden. Weltweit erstmals wurde hier 1930 das Längsschweißen von Stahlrohren nach dem elektrischen Widerstandsverfahren mit Roll- Transformator eingeführt.
1948 erfolgte die Vereinigung mit der Firma Kopex und u. a. die Produktion von biegsamen Isolierrohren.
In der DDR war das Werk an das Rohrkombinat Riesa angeschlossen und wurde unter dem Namen Rohr- und Kaltwalzwerk bekannt. Der im Betrieb kaltgewalzte Bandstahl dient zum überwiegenden Teil der eigenen Rohrproduktion. Bis heute ist das Werk Spezialist für längsnahtgeschweißte Stahlrohre, die vorwiegend im Gerüst- und Anlagenbau eingesetzt werden.
Das Werk erhielt 1953 einen Gleisanschluss durch den Bau einer rund 3,7 km langen Hauptanschlussbahn, die zwischen dem Bahnhof Chemnitz-Süd und dem Haltepunkt Chemnitz-Reichenhain von der DB-Strecke abzweigt und sieben Nebenanschließer besitzt.
2001 kehrte das Werk zu seinem historischen Namen Faradit zurück. Nach erfolgreicher Modernisierung und Umstrukturierung produziert die Faradit Rohrwerk GmbH weiterhin längsnahtgeschweißte Stahlrohre nach neuestem Standard sowie Verkehrszeichenständer.
Als Haupteingang wurde ein Sitznischenportal aus dem alten Chemnitzer Stadtzenrum (Innere Klosterstraße) eingebaut, das 1603 in den Architekturformen der Renaissance entstanden war. Am Treppenaufgang wurde eine Sandsteinplastik aufgestellt, die musizierende Kinder zeigt. Bis 1992 führte die Schule den Namen „Johann Riesner–Oberschule“ und ist seitdem Grundschule.
Von einem Vorgängerbau (um 1490) haben sich an der Südseite zwei Vorhangbogenfenster erhalten, die um 1820 wahrscheinlich ergänzt wurden. Drei in der Kirche aufbewahrte Figuren der Heiligen Wolfgang, Nikolaus und Franziskus gehörten zu einem nicht mehr erhaltenen spätgotischen Altar.
Das Pfarrhaus wurde 1964/1965 an der Stelle des 1945 zerstörten alten Pfarrhauses errichtet. Es handelte sich um den ersten Pfarrhaus-Bau in Sachsen nach 1945.
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"Chemnitz-Reichenhain".
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