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Karte
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Basisdaten
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Fläche: 2,02 km²
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Einwohner: 15.727 (31. Dezember 2001)
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Bevölkerungsdichte: 7.786 Einw./km² (31. Dezember 2001)

Der Kaßberg ist der bevölkerungsreichste Stadtteil von Chemnitz und zählt zu den größten Gründerzeit- und Jugendstilvierteln Deutschlands. Er befindet sich in der Nähe des Flusses Chemnitz, westlich des Stadtzentrums, am höchsten Punkt rund 30 Meter über dem Niveau der Innenstadt.

Geschichte


Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war der damalige Katzberg unbesiedelt. Doch bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurden erste Gewölbekeller unterhalb der Anhöhen des Kaßberges errichtet, um das in Chemnitz gebraute Lagerbier zu lagern.

Erst 1855 wurde das erste Haus auf dem Kaßberg von einem Lehrer Johann Friedrich Stahlknecht errichtet. Da das Gebiet noch recht unerschlossen war, galt diese Entscheidung als waghalsig, weshalb das damals errichtete Haus viermal mit der Aufschrift "Ich habs gewagt" versehen wurde.

Mit der zunehmenden Industrialisierung nahm auch die Besiedlung und Erschließung des Gebietes zu. Die Höhen des Kaßbergs galten als bevorzugte Wohngegend, vor allem wegen der im Vergleich zum Rest der Stadt weniger verschmutzten Luft. Dagegen firmierten an den Rändern Chemnitzer Unternehmen, so die Sächsische Maschinenfabrik (vorm. Richard Hartmann), die Maschinenfabriken Germania (vorm. J. S. Schwalbe & Sohn), Union und C. G. Haubold, die Tresorfabrik Baum, die Presto-Werke, die Textilfabrik der Brüder Goeritz u.a.m. Die Stadtverwaltung selbst errichtete hier zahlreiche Bauten: das Königliche Amts- und Landesgericht, die Königliche Steuerbehörde, die Kaiserliche Oberpostdirektion, die Königliche Gefangenenanstalt, das Königliche Gymnasium, die Oberrealschule etc. Das 1902 eröffnete Central-Theater an der Zwickauer Straße war bis zu seiner Zerstörung im Jahr 1945 eine wichtige Bühne vor allem für das Varietétheater. Charakteristisch für das vornehmlich zwischen 1870 und 1930 bebauten Areal von ca. vier Quadratkilometer Fläche ist das orthogonale Netz von Straßen, das der Topografie angepasst wurde, indem diese parallel oder rechtwinklig zu den Hangflächen angelegt worden sind. Synagoge color.jpg Die damals einzige Synagoge der Stadt, 1897–1899 erbaut nach Entwürfen des Architekten Wenzel Bürger und in der Reichspogromnacht in Brand gesteckt, befand sich bis zu ihrem durch die Nationalsozialisten erzwungenen Abriss im Jahr 1939 am Stephanplatz. Der Kaßberg ist seit Mitte der 1990er Jahre als Flächendenkmal geschützt, darin eingeschlossen ca. 480 Bauwerke, überwiegend mehrgeschossige Wohnhäuser, städtische Verwaltungs- und Schulgebäude der Gründerzeit.

Der Kaßberg wird durch mehrere Buslinien mit dichter Taktung erschlossen, die Linie 1 der Chemnitzer Stadtbahn tangiert den Kaßberg an dessen südlicher Stadtteilgrenze.

Persönlichkeiten


Auf dem Kaßberg haben, zumindest zeitweise, Adolf Ferdinand Weinhold, Herbert Eugen Esche, Fred Otto, Helmut Flieg alias Stefan Heym, Rudolf Leder alias Stephan Hermlin, Lothar-Günther Buchheim, Marianne Brandt, Martha Schrag, Hanna Klose-Greger, Otto Th. W. Stein, Peter von Zahn, Walter Janka, Alexander Gauland, Bruni Löbel, Rolf Schneider, Wolfgang Emmerich, Barbara Köhler, Kerstin Hensel, Minni Herzing und Thomas Merkel gelebt.

Literatur


  • Tilo Richter (Hg.): Der Kaßberg. Ein Chemnitzer Lese- und Bilderbuch. Passage-Verlag, Leipzig 1996, 340 S., geb., ISBN 3-9805299-0-8 (vergriffen)
  • Werner Ballarin, Jörn Richter (Hg.): Faszination Kaßberg. Verlag Heimatland Sachsen, Chemnitz 2005, 128 S., geb.

Weblinks


Ortsteil von Chemnitz | Ort in Sachsen

 

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