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Reinstoffe, die sich auch chemisch nicht weiter zerlegen, bezeichnet man als chemische Elemente. Demokritmuenze.jpg Sie bestehen ausschließlich aus Atomen mit gleicher Anzahl an Protonen im Kern (Kernladungszahl) und treten im Universum mit einer bestimmten Elementhäufigkeit auf (Kosmochemie). Die chemischen Elemente zählen wie die Verbindungen zu den Reinstoffen. Reinstoffe sind physikalisch nicht weiter trennbar und stehen somit im Gegensatz zu den Stoffgemischen.

Früher war die Definition dieses Begriffs intuitiver, aber unpräziser: Robert Boyle definierte ein chemisches Element als einen Reinstoff, der mit chemischen Methoden nicht weiter zerlegt werden kann. Diese Definition hat den Nachteil, dass man nie sicher sein kann, ob man die chemischen Methoden völlig ausgeschöpft hat. Wäre es z. B. im Labor nicht gelungen, Wasser in seine Bestandteile, zu zerlegen, so hätte man es als Element einordnen müssen.

Der heutige Element-Begriff, der für die Stoffe eine Einteilung nach ihren Bestandteilen, den Atomen, vornimmt, ist abstrakter, dafür aber präzise. Seine praktische Bedeutung liegt darin, dass er Atome mit gleichem chemischen Verhalten (dem Verhalten bei chemischen Reaktionen) zusammenfasst. Das physikalische Verhalten von Atomen ein und desselben Elements kann dabei durchaus unterschiedlich sein, z. B. können die Atome eines Elements sich in der Masse unterscheiden (Isotope) und bei nuklearen Reaktionen unterschiedlich verhalten.

Nach der Kernladungszahl (Ordnungszahl) und der Elektronenkonfiguration ihrer Atome ordnet man die Elemente im Periodensystem der Elemente (PSE) in Gruppen und Perioden an. Dieses System wurde vom russischen Gelehrten Dmitri Iwanowitsch Mendelejew zeitgleich mit dem deutschen Lothar Meyer 1869 begründet.

Die Kurzbezeichnung oder Abkürzung wird vom meist lateinischen Namen des Elements (O von oxygenium, Hg von hydrargyrum usw.) abgeleitet.

Identifiziert werden chemische Elemente über Nachweisreaktionen der Analytischen Chemie - ihre Entstehung und Verteilung im Universum beschreibt die Kosmochemie.

Kernladungszahl und Masse


Die Erklärungen dafür, dass die Massenzahl nicht genau dem Vielfachen der Masse des Wasserstoffatoms entspricht, sind:

  • Protonen und Neutronen, die den Hauptanteil der Masse bilden, sind fast, jedoch nicht genau, gleich schwer.
  • Natürliche Elemente bestehen aus einer Mischung von Atomen mit unterschiedlicher Neutronenzahl. Eine Atomart überwiegt meist bei weitem, diese bestimmt dann die Massenzahl (Ausnahme Chlor Cl mit der 35,5-fachen Masse)
  • Das natürliche Mischverhältnis ist bei einem Element meist gleich (Ausnahme ist Blei, das unterschiedliche durchschnittliche Atommassen zeigt, wenn man es aus verschiedenen Lagerstätten gewinnt)
  • Bei sehr genauen Messungen zeigt sich die Bindungsenergie als Massendefekt, so dass die Kernmasse stets minimal kleiner ist als die Summe der Massen der Protonen und Neutronen.

Rein- und Mischelemente


Der Kern des Wasserstoffs besteht fast immer aus nur einem Proton. Wasserstoff mit einem Proton und einem Neutron im Kern (Deuterium) tritt in natürlichem Wasserstoff mit einem Anteil von 0,015 % auf.

Der Heliumkern besteht aus zwei Protonen und zwei Neutronen. Es existieren aber auch Helium-Atome, die zwei Protonen, aber nur ein Neutron, enthalten. Diese treten in natürlichem Helium jedoch nur mit einem Anteil von 0,000137 % auf.

Chlor (17 Protonen) besteht aus einer Mischung aus Atomen mit 18 Neutronen (75,8 %) und 20 Neutronen (24,2 %).

Chemische Elemente, die nur aus einer Atomart bestehen, heißen Reinelemente, wenn sie dagegen aus zwei oder mehr Atomarten bestehen, heißen sie Mischelemente. Atome des gleichen Elements mit unterschiedlicher Neutronenzahl nennt man Isotope.

Chemische Verbindungen


Chemische Elemente können, bis auf einige Edelgase, chemische Verbindungen eingehen. Dabei sind mehrere der elementaren Atome zu Molekülen oder Ionenkristallen zusammengeschlossen. Natürliche oder künstliche Reinstoffe sind entweder Elemente oder Verbindungen.

Elemente können eine Verbindung mit anderen Elementen oder auch mit sich selbst eingehen: Bei vielen Gasen wie Chlor Cl oder Fluor F verbinden sich zwei Atome desselben Elements untereinander zu einem Molekül, also Cl2 bzw. F2. Gewöhnliches Wasser (Summenformel: H2O) ist hingegen eine Verbindung aus den Elementen Wasserstoff H (2 Atome pro Molekül) und Sauerstoff (1 Atom pro Molekül).

Metalle wie Eisen Fe oder Kupfer Cu sind dagegen stets Elemente.

Grundsätzlich gib es vier Arten von chemischen Verbindungen zwischen den Atomen der Elemente:

  • Molekulare Verbindungen entstehen aus Nichtmetall und Nichtmetall - sie sind Nichtleiter (elektrisch nicht leitfähig) mit zumeist relativ niedrigem Siedepunkt (Diamantartige oder Kunststoffartige Verbindungen mit Riesenmolekülen ausgenommen). Beispiele für molekulare Verbindungen sind neben Wasser auch Methangas, Zucker) usw.
  • Ionische Verbindungen entstehen aus Metall(kation) und Nichtmetall(anion). Sie sind salzartige: spröde, von hohem Schmelzpunkt und elektrisch leitfähig nur in Schmelze oder Lösung. Beispiele für Ionenverbindungen sind Eisen-II-oxid (dem Rost ähnlich) und Kochsalz (Natriumchlorid).
  • Metallische Verbindungen entstehen aus Metall und Metall - sie sind elektrisch leitfähig, gut verformbar, glänzend und gute Wärmeleiter. Beispiele für derlei Legierungen sind Bronze und Messing).
  • Verbindungen höherer Ordnung (Komplexe) entstehen bei einer Komplexbildungsreaktion zumeist aus Buntmetallkation und Molekülen mit freien Elektronenpaaren (Liganden). Sie sind oft auffallend farbig; Beispiele: Der rote Blutfarbstoff Hämoglobin aus Eisen-II-ionen und Eiweißmolekülen und der tiefblaue Kupfertetrammin-komplex aus Kupfer-II-ionen und Ammoniak).

Die Entstehung von Elementen


Bereits beim Urknall entstanden die leichten Elemente Wasserstoff (ca. 75%) und Helium (ca. 25%), zusammen mit geringen Mengen Lithium und Beryllium. OrionnebelWÄCHTER.jpg im Wintersternbild Orion (Foto von M.Wächter,1983): Entstehen hier aus den im Weltall verstreuten chemischen Elementen neue Sterne?]] Schwerere Elemente entstehen im Universum durch Kernreaktionen in den Sternen (meist durch Kernfusion). Am Anfang der Kosmochemie steht daher der Wasserstoff mit einer relativen Atommasse von ca. 1,0 Dalton (ein Proton). In Hauptreihen-Sternen, wie auch unserer Sonne, verschmilzt unter hoher Temperatur (mehrere Millionen Grad Celsius) und hohem Druck Wasserstoff zu Helium. (relative Atommasse ca. 4,0 u). Dabei verschmelzen vier Wasserstoffatomkerne über mehrere Zwischenstufen zu einem Heliumatomkern. Dieser ist ein wenig leichter als die vier Protonen zusammen, die Massendifferenz wird als Energie in Form von (Gamma-)Strahlung frei.

Die Fusion geht auf diese Art (Atome mit geringerer Protonenzahl und relativer Atommasse verschmelzen zu höheren unter Abgabe von Energie) in den meisten Sternen bis zum Kohlenstoff, in massereichen bis zum Eisen weiter. Die Energieausbeute wird dabei immer geringer. Eisen ist der am dichtesten gepackte Atomkern, bei Fusionsreaktionen darüber hinaus wird Energie verbraucht anstatt freigesetzt. Sterne sind auf Energiegewinnung aus Kernfusion angewiesen, um ihren Gravitationskollaps aufzuhalten, daher können derartige Reaktionen nicht in nennenswertem Umfang stattfinden.

Elemente schwerer als Eisen entstehen in Sternen am Ende ihrer Lebensdauer. Dabei fangen Atomkerne Neutronen ein und werden so in Elemente höherer Ordnungszahl umgewandelt. Dies geschieht im sogenannten s-Prozess (bei massearmen Sternen) oder im r-Prozess (bei massereichen Sternen während einer Supernova).

Ein Stern verliert am Ende seiner Lebensdauer große Mengen Material (kontinuierlich durch Sonnenwind oder explosiv in einer Supernova), dadurch gelangen die entstandenen Elemente zurück in das interstellare Medium. Jüngere Sternensysteme enthalten daher bereits von Anfang an auch geringe Mengen schwererer Elemente, die z.B. Planeten wie in unserem Sonnensystem bilden können.

Alfabetische Liste chemischer Elemente


NameChemisches SymbolOrdnungszahlmolare Masse in g/molDichte bei 20 Grad Celsius Schmelzpunkt in °CSiedepunkt in °CEntdeckungsjahrEntdecker
ActiniumAc89227,027810,07 kg/l104731971899Debierne
AluminiumAl1326,9815392,70 kg/l660,524671825Ørsted
AmericiumAm95243,061413,67 kg/l99426071944Seaborg
AntimonSb51121,756,69 kg/l630,71750prähistorischunbekannt
ArgonAr1839,9481,66 g/l-189,4-185,91894Ramsay und Rayleigh
ArsenAs3374,921595,72 kg/l613(Sublimation) ca. 1250 Albertus Magnus
AstatAt85209,9871 3023371940Corson, MacKenzie und Segrè
BariumBa56137,3273,65 kg/l72516401808Davy
BerkeliumBk97247,070313,25 kg/l986 1949Seaborg
BerylliumBe49,0121821,85 kg/l127829701797Vauquelin
BleiPb82207,211,34 kg/l327,51740prähistorischunbekannt
BohriumBh107262,1229 1976Oganessian
BorB510,8112,46 kg/l230025501808Davy und Gay-Lussac
BromBr3579,9043,14 kg/l -7,358,81826Balard
CadmiumCd48112,4118,64 kg/l3217651817Stromeyer und Hermann
CaesiumCs55132,905431,90 kg/l28,46901860Kirchhoff und Bunsen
CalciumCa2040,0781,54 kg/l83914871808Davy
CaliforniumCf98251,079615,1 kg/l900 1950Seaborg
CerCe58140,1156,77 kg/l79832571803von Hisinger, Berzelius und Klaproth
ChlorCl1735,45272,95 g/l-101-34,61774Scheele
ChromCr2451,99617,14 kg/l185724821797Vauquelin
CuriumCm96247,070313,51 kg/l134031101944Seaborg
DarmstadtiumDs110269 1994GSI
DubniumDb105262,1138 1967/70Flerow oder Ghiorso
DysprosiumDy66162,58,56 kg/l140923351886Lecoq de Boisbaudran
EinsteiniumEs99252,0829 860 1952Seaborg
EisenFe2655,8477,87 kg/l15352750prähistorischunbekannt
ErbiumEr68167,269,05 kg/l152225101842Mosander
EuropiumEu63151,9655,25 kg/l82215971901Demaçay
FermiumFm100257,0951 1952Seaborg
FluorF918,99840321,58 g/l-219,6-188,11886Moissan
FranciumFr87223,0197 276771939Perey
GadoliniumGd64157,257,89 kg/l131132331880de Marignac
GalliumGa3169,7235,91 kg/l29,824031875Lecoq de Boiskaudran
GermaniumGe3272,615,32 kg/l937,428301886Winkler
GoldAu79196,9665419,32 kg/l1064,42940prähistorischunbekannt
HafniumHf72178,4913,31 kg/l215054001923Coster und de Hevesy
HassiumHs108265 1984GSI
HeliumHe24,0026020,17-272,2-268,91895Ramsay, Crookes, Cleve und Langlet
HolmiumHo67164,930328,78 kg/l147027201878Delafontaine und Soret
IndiumIn49114,827,31 kg/l156,220801863Reich und Richter
IodI53126,904474,94 kg/l113,5184,41811Courtois
IridiumIr77192,2222,65 kg/l241041301803Tennant
KaliumK1939,09830,86 kg/l63,77741807Davy
KobaltCo2758,93328,89 kg/l149528701735Brandt
KohlenstoffC612,0113,51 kg/l35504827prähistorischunbekannt
KryptonKr3683,83,48 g/l-156,6-152,31898Ramsay und Travers
KupferCu2963,5468,92 kg/l1083,52595prähistorischunbekannt
LanthanLa57138,90556,16 kg/l92034541839Mosander
LawrenciumLr103260,1053 1961Ghiorso
LithiumLi36,9410,53 kg/l180,513171817Arfwedson
LutetiumLu71174,9679,84 kg/l165633151907von Welsbach, James und Urbain
MagnesiumMg1224,3051,74 kg/l648,811071828Bussy
ManganMn2554,938057,44 kg/l124420971774Gahn
MeitneriumMt109266 1982GSI
MendeleviumMd101258,0986 1955Seaborg
MolybdänMo4295,9410,28 kg/l261755601778Scheele
NatriumNa1122,9897680,97 kg/l97,88921807Davy
NeodymNd60144,247,00 kg/l101031271895von Welsbach
NeonNe1020,17970,84 g/l-248,7-246,11898Ramsay und Travers
NeptuniumNp93237,048220,48 kg/l64039021940McMillan und Abelson
NickelNi2858,698,91 kg/l145327321751Cronstedt
NiobNb4192,906388,58 kg/l246849271801Hatchet
NobeliumNo102259,1009 1958Seaborg
OsmiumOs76190,222,61 kg/l304550271803Tennant
PalladiumPd46106,4212,02 kg/l155231401803Wollaston
PhosphorP1530,9737621,82 kg/l44 (P4)280 (P4)1669Brandt
PlatinPt78195,0821,45 kg/l177238271557Scaliger
PlutoniumPu94244,064219,74 kg/l64133271940Seaborg
PoloniumPo84208,98249,20 kg/l2549621898Curie
PraseodymPr59140,907656,48 kg/l93132121895von Welsbach
PromethiumPm61146,91517,22 kg/l108027301945Marinsky, Glendenin und Coryell
ProtactiniumPa91231,035915,37 kg/l155440301917Fajans, Göring,Hahn und Meitner
QuecksilberHg80200,5913,55 kg/l-38,9356,6prähistorischunbekannt
RadiumRa88226,02545,50 kg/l70011401898Marie und Pierre Curie
RadonRn86222,01769,23 g/l-71-61,81900Dorn
RheniumRe75186,20721,03 kg/l318056271925Noddack, Tacke und Berg
RhodiumRh45102,905512,41 kg/l196637271803Wollaston
RoentgeniumRg111272 1994GSI
RubidiumRb3785,46781,53 kg/l396881861Bunsen und Kirchhoff
RutheniumRu44101,0712,45 kg/l231039001844Claus
RutherfordiumRf104261,1087 1964/69Flerow oder Ghiorso
SamariumSm62150,367,54 kg/l107217781879Lecoq de Boisbaudran
SauerstoffO815,99941,33 g/l-218,4-182,91774Priestley und Scheele
ScandiumSc2144,955912,99 kg/l153928321879Nilson
SchwefelS1632,0662,06 kg/l113444,7prähistorischunbekannt
SeaborgiumSg106263,1182 1974Flerow und Oganessian
SelenSe3478,964,82 kg/l2176851817Berzelius
SilberAg47107,868210,49 kg/l961,92212prähistorischunbekannt
SiliziumSi1428,08552,33 kg/l141023551824 Berzelius
StickstoffN714,006741,17 g/l-209,9-195,81771Scheele
StrontiumSr3887,622,63 kg/l76913841798Klaproth
TantalTa73180,947916,68 kg/l299654251802Ekeberg
TechnetiumTc4398,906311,49 kg/l217250301937Perrier und Segrè
TellurTe52127,66,25 kg/l449,69901782von Reichenstein
TerbiumTb65158,925348,25 kg/l136030411843Mosander
ThalliumTl81204,383311,85 kg/l303,614571861Crookes
ThoriumTh90232,038111,72 kg/l175047871829Berzelius
ThuliumTm69168,934219,32 kg/l154517271879Cleve
TitanTi2247,884,51 kg/l166032601791Gregor und Klaproth
UnunbiumUub112277 1996GSI
UnunhexiumUuh116 2000
UnunoctiumUuo118
UnunpentiumUup115 2006
UnunquadiumUuq114 1999
UnunseptiumUus117
UnuntriumUut113 2006
UranU92238,028918,97 kg/l1132,438181789Klaproth
VanadiumV2350,94156,09 kg/l189033801801del Río
WasserstoffH11,007940,084 g/l-259,1-252,91766Cavendish
WismutBi83208,980379,80 kg/l271,415601540Agricola
WolframW74183,85 g/mol19,26 kg/l340759271783Fausto und Juan de Elhuyar
XenonXe54131,294,49 g/l-111,9-1071898Ramsay und Travers
YtterbiumYb70173,046,97 kg/l82411931878de Marignac
YttriumY3988,905854,47 kg/l152333371794Gadolin
ZinkZn3065,397,14 kg/l419,6907prähistorischunbekannt
ZinnSn50118,717,29 kg/l2322270prähistorischunbekannt
ZirkoniumZr4091,2246,51 kg/l185243771789Klaproth

Literatur


  • Lucien F. Trueb: Die chemischen Elemente. Ein Streifzug durch das Periodensystem. S. Hirzel Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-7776-1356-8

Weblinks


Chemie

Siehe auch


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