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Chełmno nad Wisłą * (deutsch bis 1940 Culm, 1940-45 Kulm) ist eine Stadt in Polen in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern und liegt nahe dem rechten Ufer der Weichsel etwa 30 km nordöstlich von Bydgoszcz (Bromberg). Chełmno ist Sitz eines Landkreises (powiat chełmiński) und hat 20.600 Einwohner.

Geschichte


  • 7. Jahrhundert erste Siedlungen auf dem Lorenzberg
  • frühes 11. Jahrhundert: Bau einer Basilika in einer bedeutsamen Siedlung des Piastenstaates bei Kałdus
  • 1065 erstmalige urkundliche Erwähnung
  • 1215 Sitz Christians, des ersten Bischofs von Preußen
  • 1233 Kulm in Preußen erhielt Stadtprivileg
  • 1440 Preußischer Bund
  • Von 1453 bis 1466 dreizehn Jahre lang Bürgerkrieg zwischen Deutschem Ordensstaat und polnischem König. Mit dem Ende des Ordensstaates wurde die Stadt dem polnischen Reich eingegliedert.
  • 1525 Reformation Preußen wurde größtenteils evangelisch.
  • 1594 Culmisches Recht, Kulmer Recht zusammengefasst.
  • 1767 Culmisches Recht in Danzig gedruckt und verlegt bei Joh. Fr. Bartels
  • 1772 - 1920 Nach der Ersten Teilung Polens fiel die Stadt an Preußen.

Die Stadt stand seit ihrer Gründung im Spannungsfeld zwischen (überwiegend protestantischen) Deutschen und (katholischen) Polen. Die Bevölkerung war gemischt mit allen darin enthaltenen Chancen und Konflikten. Im Jahr 1905 schätzte der Bürgermeister die Zahl der in der Stadt wohnenden Bevölkerungsgruppen. Er kam auf 5.131 Deutsche und 6.534 Polen. Er rechnete dafür die Zahlen der Volkszählung von 1905 gegeneinander. 3.876 Einwohner evangelischen Glaubens (deutsch), 284 Juden (deutsch) und von den 7.505 Katholiken gaben 971 an, ihre Muttersprache sei deutsch. Allerdings wurden bei dieser Zählung deutsch-polnische Familien offiziell dem deutschen Bevölkerungsteil zugerechnet. Bei Reichstagswahlen setzte sich jeweils der polnische Kandidat etwa im Verhältnis 2:1 der Stimmen gegen den deutschen durch.

Stadt Kulm, Kulmerland und Kulmer Recht

Kulm wurde 1232 von Hermann von Balk vom Deutschen Orden als Stadt gegründet. Nach Thorn war es damit die zweite Stadtgründung des Ordens und war ursprünglich als Hauptstadt des gesamten Ordensstaates vorgesehen. Die später auch als "Rothenburg des Ostens" bezeichnete Stadt verfügte deshalb über einen ausgreifenden Marktplatz und sieben Kirchen innerhalb des Stadtgebietes.

Die Stadt Kulm (früher Culm) gab auch dem Kulmerland seinen Namen. Nach der Stadt Kulm benannt wurde ebenfalls das Kulmer Recht (culmer recht) für das ganze Land Preußen (siehe auch: Deutsches Recht).

Die Kulmer Handfeste standardisierte Maße und Münzwesen und bildete das Vorbild für alle weiteren Stadtgründungen des Deutschen Ordens:

... im ganzen lande preussen soll vermoege culmischer handfeste einerley culmische muenze seyn, von klarem und reinem silber, dergestalt, das 60 schillinge 1 mark waegen sollen 1594 Culm.
Graudenzer tor chelmno jan2005.JPG

Sehenswürdigkeiten


  • Renaissance-Rathaus
  • Pfarrkirche St. Marien (Reliquie des hl. Valentin)
  • Graudenzer Tor
  • Klosteranlage mit Johanniskirche
  • mittelalterliche Wehrmauern (fast vollständig erhalten)
  • Kulmer Akademie
  • Dominikanerkirche
  • Heilig-Geist-Kirche
  • Sankt-Martins-Kapelle
  • Garnisonskirche

Im April 2005 ist die Altstadt von Chełmno in die Liste der Geschichtsdenkmäler des Präsidenten der Republik Polen aufgenommen worden.

Städtepartnerschaft


Chełmno unterhält seit 1992 eine Städtepartnerschaft mit Hann. Münden (Deutschland).

Persönlichkeiten


Literatur


  • Horand Henatsch (Hrsg.): Kulm an der Weichsel. Stadt und Land im Wechsel der Geschichte 1232-1982. Bremervörde, 1982.

Weblinks


Ort der Woiwodschaft Kujawien-Pommern

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