Chartres * ist eine Präfekturhauptstadt des Départements Eure-et-Loir in Frankreich mit ca. 40.300 Einwohnern. Sie nennen sich "Chartrains".
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Geographie
Chartres liegt in einer großen Ebene inmitten von Weizenfeldern am Fluss
Eure.
Geschichte
Chartres war in der Antike unter den Namen
Autricum und
Carnotum bekannt. Seit dem
4. Jahrhundert war es bereits Bischofssitz. Im
10. Jahrhundert wurde Chartres Mittelpunkt der Grafschaft
Chartrain, die im Besitz des Hauses
Blois war und
1286 an die französische Krone verkauft wurde.
1528 machte König
Franz I. Chartres zum Herzogtum.
1623 erhielt der
Herzog von Orléans Chartres als
Apanage.
Zwischen 1945 und 1947 wurde in Chartres ein Kriegsgefangenenseminar eingerichtet. Es war ein Priesterseminar der besonderen Art, in dem deutschsprachige Priester und Seminaristen zusammengeführt werden sollten. Der als Gefangenenseelsorger bekannte Abbé Franz Stock war Regens des Seminars. So ist das "Stacheldrahtseminar" entstanden, wo ca. 1000 junge Menschen aus Deutschland und Österreich auf ihre zukünftigen Aufgaben in einem neuen Europa vorbereitet wurden. Es ist das größte Priesterseminar in der Geschichte der katholischen Kirche gewesen. Heute wird in dem noch erhaltenen Gebäude eine Europäische Begegnungsstätte eingerichtet.
Sehenswürdigkeiten
Das mittelalterliche Chartres ist noch zu einem guten Teil von Wällen, einer
Stadtmauer und Toren umgeben. Chartres wurde unter großem Aufwand restauriert und seine engen Sträßchen stehen genauso unter
Denkmalschutz, wie seine
Kathedrale, die im Wesentlichen
1196 bis
1220 über einer ausgedehnte
Krypta aus dem 11. Jahrhundert gebaut wurde, als die älteste
hochgotische Kathedrale erhalten ist und mit ihren nahezu vollständig erhaltenen Glasgemälden, insbesondere den drei Rosetten der aus der Mitte des 12. Jahrhunderts stammenden Westfassade und zahlreichen Figuren und Reliefs, aber auch den Schnitzereien auf den Kirchenportalen,
Portail Royal genannt, reich geschmückt ist. Die Kathedrale
Notre-Dame de Chartres wurde 1979 in die
UNESCO Liste des
Weltkulturerbes aufgenommen. Sie ist Vorbild für viele andere gotische Kathedralen in Mitteleuropa. Obwohl von ursprünglich neun geplanten Türmen nur zwei auch gebaut wurden und ihr Äußeres durch den verwendeten porösen Kalkstein sehr nüchtern wirkt, gilt Chartres als
die Kathedrale schlechthin. Zudem besitzt sie im westlichen Eingangsbereich das besterhaltene und symbolisch wirkvollste historische Kirchen-
Labyrinth.
Eine weitere hochgotische Kirche in Chartres ist St. Pierre.
Literatur
- Sonja Ulrike Klug: Kathedrale des Kosmos. Die heilige Geometrie von Chartres. Bad Honnef, 2. Aufl. 2005. ISBN 3981024516
- Kate Mosse: Das verlorene Labyrinth
- Willibald Sauerländer: Das Königsportal in Chartres. Frankfurt a.M. 1984
Wirtschaft
Traditionell ist Chartres eine Stadt, die im Agrarhandel von Getreide, Vieh und
Wolle verankert war. Daraus resultiert seine Stellung als Marktzentrum der
Beauce. Heute ist die Nahrungsmittel-,
Elektroindustrie,
Maschinenbau und pharmazeutische Industrie dazugekommen.
bekannte Persönlichkeiten
Chartres ist Geburtsort von:
Der Dichter Noël Ballay (* 1847; † 1902) wurde in der Kathedrale von Chartres beigesetzt. Der stille Held der Résistance, Jean Moulin war von 1939 bis 1940 Präfekt von Chartres.
Franz Stock (* 21. September 1904; † 24. Februar 1948) wurde am 15./16. Juni 1963 von Paris in die neu erbaute Kirche Saint Jean Baptiste in Chartres umgebettet.
Bekannte Bischöfe von Chartres:
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