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Charon
Pluto and charon.jpg
Entdeckung
Entdecker James W. Christy
Datum der Entdeckung 22. Juni 1978
Daten des Orbits
Mittlerer Bahnradius 19.405 km
Bahnexzentrizität 0,0
Umlaufzeit 6,387 Tage
Inklination 99,089°
Natürlicher Satellit des Pluto
Physikalische Daten
Durchmesser 1207 km
Oberfläche 4.400.000 km2
Masse 1,60×1021 kg
Dichte 1,71 g/cm3
Gravitation an der Oberfläche 0,368 m/s2
Fluchtgeschwindigkeit 0,7 km/s
Siderische Rotation 6,387 Tage
Neigung der Rotationsachse unbekannt
Albedo 0,37
Oberflächentemperatur 63 K (-210 °C)
Atmosphärischer Druck 0 kPa

Charon ist der mit Abstand größte Mond des Planeten Pluto.

Entdeckung


Entdeckt wurde der Mond am 22. Juni 1978 von dem Astronomen James W. Christy bei der Auswertung von fotografischen Platten, die Monate zuvor angefertigt worden waren. Christy stellte fest, dass Pluto auf den Fotografien periodisch eine leichte Ausbeulung aufwies. Dieses Phänomen, das auf einen Mond des Pluto hinwies, konnte später noch auf fotografischen Platten nachgewiesen werden, die bereits am 29. April 1965 belichtet worden waren. Der Himmelskörper erhielt zunächst die vorläufige Bezeichnung 1978 P 1.

Christy schlug den Namen Charon, nach dem Fährmann aus der griechischen Mythologie vor (Christys Ehefrau Charlene besitzt übrigens den Spitznamen "Char"). 1985 wurde der Name von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) akzeptiert. Charons Entdeckung erlaubte den Astronomen, Plutos Masse und Größe genauer zu bestimmen.

Pluto hat zwei weitere Monde, Nix und Hydra. Diese wurden 2005 mit Hilfe des Hubble-Weltraumteleskops entdeckt und im Februar 2006 bestätigt.

Bahndaten


Charon umkreist Pluto in einem mittleren Abstand von nur 19.405 km in 6 Tagen 9 Stunden und 18 Minuten auf einer fast kreisrunden Bahn in genau dessen Äquatorebene. Dabei ist die Bahn mit 99,089° sehr stark gegenüber der Bahnebene des Pluto geneigt.

Aufbau und physikalische Daten


Charon ist mit einem Durchmesser von 1207 km etwa halb so groß wie Pluto. Aufgrund des relativ geringen Größenunterschiedes werden Pluto und Charon auch als Doppelplanetensystem bezeichnet. Charons Masse beträgt etwa 1/8 der von Pluto, daher liegt ihr gemeinsamer Schwerpunkt – das Baryzentrum – außerhalb von Pluto, und zwar dem Masseverhältnis entsprechend ein Achtel der Entfernung zwischen den beiden einzelnen Massezentren vom Plutozentrum entfernt.

Charon rotiert in 6 Tagen 9 Stunden und 18 Minuten um die eigene Achse; in dem selben Zeitraum und mit dem selben Drehsinn seines Umlaufs um Pluto bzw. um das Baryzentrum. Er weist damit wie der Erdmond eine gebundene Rotation auf und zeigt seinem Hauptkörper immer die gleiche Seite. Im Unterschied zu Erde und Mond wurden die Rotationszeiten von Pluto und Charon durch Gezeitenkräfte beiderseits synchronisiert und wenden beide einander immer die gleiche Seite zu. Man spricht in diesem Falle von einer doppelt gebundenen Rotation.

Charons mittlere Dichte wurde mit 1,71 g/cm3 bestimmt. Er besteht demnach zu etwas mehr als zur Hälfte aus Gestein und fast zur Hälfte aus Wassereis.

Er besitzt eine sehr helle Oberfläche mit einer Albedo von 0,37; das heißt 37 Prozent des einfallenden Sonnenlichts werden reflektiert. Anders als Plutos Oberfläche, die von gefrorenem Stickstoff überzogen ist, scheint Charons Oberfläche aus Wassereis zu bestehen. Die Temperatur auf ihr konnte 2005 bei einer Sternbedeckung durch Charon mit minus 210 Grad Celsius bestimmt werden. Das entspricht dem in dieser Entfernung zu erwartendem Strahlungsgleichgewicht. Der Druck einer eventuellen, äußerst dünnen Atmosphäre kann höchstens 0,11 Millionstel bar betragen.

Der relativ hohe Anteil an felsigem Material und das Fehlen einer merklichen Atmosphäre stützen die Vorstellung, nach der dieser verhältnismäßig große Trabant analog der Entstehung des Erdmondes das Produkt der Großkollision eines Vorgängers von Pluto mit einem anderen plutogroßen Körper des Kuipergürtels ist.

Literatur


  • Astronomical Journal: Band 83, Seiten 1005 - 1008, August 1978: The satellite of Pluto: James W. Christy und Robert S. Harrington: Artikel online auf den Seiten des NASA Astrophysics Data System erhältlich (in Englisch): http://adsabs.harvard.edu//full/seri/AJ.../0083//0001005.000.html
  • Nature: Band 439, Seiten 52 - 54, Januar 2006: Charon’s size and an upper limit on its atmosphere from a stellar occultation, B. Sicardy et al.

Weblinks




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