Der Ausdruck Charme bzw. Scharm lässt sich durch Anmut, Anziehungskraft und Zauber umschreiben, meint aber zur Hauptsache ein gewinnendes Auftreten und Verhalten. Er wird zur Hauptsache Frauen zugeschrieben. Charmant (veraltend: ein Charmeur) ist aber auch ein Mann, der Frauen betören kann, ganz davon abgesehen, ob er äußerlich schön ist oder nicht; das was dabei zählt findet man im Verhalten dieser Person. Dabei spielen seine Gesten, die Mimik, sein Gang und vor allem seine Wortwahl eine große Rolle. Ein Charmeur ist also ein Typ, der mit seinem Auftreten der Frauen Herzen spielend erweichen lässt. Viele Frauen finden es schön, während andere gerade solche Typen meiden - nicht selten wird der Charmeur nämlich einem Macho gleichgestellt, also einem, der mit seiner Art Frauen erobern möchte - ein Player. Das Wort „Charme” geht übrigens auf das lateinische „Carmen” (Gesang, Lied, Gedicht, Zauberspruch, Zauberformel) zurück und wurde im 18. Jahrhundert aus dem Französischen entlehnt. Generell kommt Charme dem Begriff Erotik nah.
Es stammt aus der Zeit der galanten Umgangsformen, der Verfeinerung des Lebensstils. Als charmant galten damals Gesten und Worte, die eine emotionale Note ins Miteinander einfließen ließen, ohne den Anstand zu verletzen. Dass der kleine Wolferl, nachdem er in Schönbrunn vor versammelter Hofstaat musiziert hatte, der Kaiserin Maria Theresia auf den Schoss gesprungen war und ihr ein Busserl gegeben hatte, durfte noch als charmant bezeichnet werden.
Peter Kreuders Schlager der 1930er Jahre "Du hast Glück bei den Frau'n, Belami" enthielt die unter dem Nationalsozialismus geradezu subversiven Textzeilen "... bist nicht schön, doch charmant, bist nicht treu, doch sehr galant, bist kein Held, nur ein Mann, der gefällt."