Charlotte Buff.jpg Charlotte Sophie Henriette Buff (* 11. Januar 1753 in Wetzlar; † 16. Januar 1828 in Hannover), war das Vorbild der Lotte in Johann Wolfgang von Goethes "Die Leiden des jungen Werthers".
Buff wurde 1768 verlobt, heiratete aber erst am 4. April 1773 den hannoverschen Legationssekretär Johann Christian Kestner (* 28. August 1741 in Hannover-Döhren; † 24. Mai 1800 in Lüneburg auf einer Dienstreise), schon 1767 als Kammergerichtssekretär am Reichskammergericht in Wetzlar tätig, später königlich großbritannisch-hannoverscher Hofrat und Vizearchivar in Hannover. Das Ehepaar hatte 12 Kinder.
Nicht, wie im Werther geschildert, am Tag des Balls, sondern erst am Tag darauf, fand die "reizende Szene" im Hause Buff in Wetzlar statt, die Goethe so begeisterte. Als Goethe wieder auf den Deutschordenshof kam, war Lotte gerade dabei, ihren Geschwistern das Brot zu schneiden. Diesen Anblick verewigte F. Raab in einem Gemälde nach einem Kupferstich von Wilhelm von Kaulbach, das im Lottehaus in Wetzlar zu sehen ist. Goethe schildert das Erlebnis im Werther mit den Worten:
Seit dem frühen Tod der Mutter ein Jahr zuvor führte Lotte den väterlichen Haushalt mit Heiterkeit und Temperament und versorgte ihre neun jüngeren Geschwister. Sie war die zweitälteste Tochter und besser für dieses verantwortungsvolle Amt geeignet als ihre ältere Schwester Karoline. Auch mit den Geschwistern Lottes verstand Goethe sich bald sehr gut. Selbst zu Kestner, dem Verlobten Charlottes, hatte er nach dessen Rückkehr ein sehr gutes Verhältnis, er behauptet im Werther sogar, dass er Albert nach Lotten das Liebste auf der Welt gewesen sei. Dennoch belastete Goethe die Aussichtslosigkeit einer Beziehung zu Lotte so sehr, dass er Wetzlar wieder verließ. Unfähig, Zuneigung und Eifersucht zu zügeln, verließ Goethe nach einem brieflichen Abschied von beiden Wetzlar und verarbeitete die Trennung literarisch im 1774 erschienenen Briefroman Werther.
Charlotte heiratete Kestner 1773 und hatte weiter brieflichen Kontakt mit Goethe, der ihren Söhnen (u.a. August Kestner) behilflich war. Charlotte Buff lebt literarisch außerdem in Thomas Manns 1939 erschienenen Roman Lotte in Weimar fort, der die Begegnung der beiden im September und Oktober 1816 beschreibt. Ihr Grab befindet sich auf dem Gartenfriedhof in Hannover. Das klassizistische Grabdenkmal stammt vom Ehemann ihrer Enkelin, dem hannoverschen Architekten Georg Ludwig Friedrich Laves.
Deutscher | Frau | Literarische Figur | Wetzlar | Geboren 1753 | Gestorben 1828
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