Charles Milles Manson (* 12. November 1934 in Cincinnati) ist ein US-amerikanischer Musiker und zugleich Anführer der so genannten Manson Family, die in den 1970ern für zahlreiche Morde (Tate/LaBianca Murders) verantwortlich war. Manson, der keine der Taten selbst beging, verbüßt eine lebenslange Haftstrafe im Staatsgefängnis Corcoran (Kalifornien). Er genießt auch heute noch Kult-Status, sein Name ist in die US-amerikanische Alltagssprache als Synonym für das Böse eingegangen.
Er verbrachte einen Teil seiner Jugend in Erziehungsheimen und kam mit sechzehn Jahren zum ersten Mal in Haft, unter anderem wegen Diebstahls, Vergewaltigung und Zuhälterei. Wegen guter Führung wurde er drei Jahre später entlassen, lernte eine Kellnerin kennen und heiratete sie. Gemeinsam haben sie einen Sohn, Charles Junior. Er bekam zur Resozialisierung eine Anstellung als Parkplatzwächter. Diesen Job nutzte er allerdings, um Autos aufzubrechen und Autoradios sowie Ersatzteile zu stehlen und zu verkaufen. Dafür wurde er abermals zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, seine Frau reichte die Scheidung ein. Im Gefängnis wurde der nur 1,63 Meter große Manson von seinen Mitgefangenen oft misshandelt, missbraucht und verprügelt. Als er einen seiner Peiniger mit einer Rasierklinge bedrohte, wurde er aufgrund seiner Brutalität in Einzelhaft gesteckt. Diese Zeit nutzte er unter anderem, um zu malen und Gitarre spielen zu lernen.
Bald jedoch gründete er seine eigene Kommune namens „The Manson Family“, bestehend aus etwa zwanzig zarten und meistens rothaarigen Mädchen mit schwierigem sozialem Hintergrund, die zwischen 18 und 24 Jahre alt waren. Um seine Kommune zu finanzieren, nahm er hin und wieder einen zahlungskräftigen Mann auf, der eine Zeit lang bei der Familie leben durfte.
Der nicht unbegabte Manson hatte in dieser Zeit noch Ambitionen als Musiker. 1968 hatte Beach Boy Dennis Wilson zwei Anhalterinnen mitgenommen, ohne zu wissen, dass sie Mitglieder in Mansons Gruppe waren. Sie machten Wilson mit Manson bekannt. Wilson unterhielt sich gerne mit Manson über Musik und spielte mit ihm Gitarre. Bald zog die gesamte Manson Family bei Wilson ein und lebte bei ihm. Er machte Manson mit dem Produzenten Terry Melcher bekannt. Manson übergab Melcher ein Demoband und wurde dafür von ihm verspottet. Daraufhin erklärte sich Wilson bereit, ein Mastertape mit Manson zu produzieren. Einer von Mansons Songs, Cease to Exist, schaffte es 1969 unter dem Titel Never Learn Not to Love als B-Seite auf eine Beach-Boys-Single. Wilson hatte Manson den Song für 100.000 Dollar abgekauft und einige Veränderungen daran vorgenommen. Als Manson schließlich noch mehr Geld von ihm forderte, verließ der die Family.
Charles Manson zeigte ab diesem Zeitpunkt eine rassistische Philosophie und gründete eine Sekte. Er behauptete, 1969 würden die schwarzen Amerikaner durch einen Aufstand die Weißen besiegen, jedoch auf Grund der Natur ihrer Rasse unfähig sein, sich selbst zu führen. Deshalb würden sie ihn zu ihrem neuen Anführer wählen und zum Herrscher über die Welt machen. Er zog sich auf eine Ranch in ein Wüstengebiet vor Los Angeles zurück und verkündete, unter dem Tal des Todes sei eine Höhle zum Paradies, in der man sich vor den Unruhen verstecken könnte. Später würde man von Jesus und den Beatles, alle fünf als Engel, in die Seligkeit geführt werden. Den Chaos-Zustand der angeblich bevorstehenden Unruhen nannte Manson „Helter Skelter“ und bezog sich damit auf den gleichnamigen Beatles-Song, aus dem er diesbezüglich geheime Botschaften herauszuhören glaubte.
Andere Quellen berichten, nach Kontaktaufnahme zu satanistischen Gemeinschaften hielt er sich für Jesus und Satan in einer Person oder für die Wiedergeburt von Aleister Crowley. Als die angekündigten Unruhen 1969 doch nicht einsetzten, behauptete er, man müsse „den dummen Schwarzen zeigen, wie man Weiße tötet“. Um Aufmerksamkeit zu erregen, waren seine Ziele die Reichen und Berühmten in Bel Air. Sein erster Mordanschlag sollte vermutlich Terry Melcher gelten, der seine Musik abgelehnt hatte.
Mansons Mädchen bekamen von Charles den Auftrag, in Melchers Haus einzudringen und ihn zu töten. Manson wusste nicht, dass Melcher sein Haus bereits verlassen hatte und der Filmregisseur Roman Polański es mit seiner schwangeren Frau bewohnte. In jener Nacht war eine Party in Polańskis Haus im Gange. Die „Manson Family“ drang in das Haus ein und stach mit Küchenmessern auf die Partygäste ein, die auf bestialische Weise umgebracht wurden. Im Drogenrausch stachen die Gangmitglieder (Susan Atkins, Patricia Krenwinkel angeführt von Charles „Tex” Watson) zunächst 37 Mal auf das ungeborene Baby in Sharon Tates Bauch ein, danach wurde sie mit mehreren Messerstichen qualvoll hingerichtet. Zwei weitere Gäste wurden am Hals mit einem Seil zusammengebunden und erstickten langsam. Mit dem Blut von Sharon Tate schrieb Pat Krenwinkel das Wort „PIG“ an die Haustür. Auch eine Tochter Hans Habes, Marina Elizabeth, soll in jener Nacht ermordet worden sein.
Einen Tag später töteten sie zusammen mit Leslie Van Houten den Industriellen Leno LaBianca und seine Frau. Mit Blut wurden die Wörter „Death to pigs“ und „Rise“ an die Wände des Hauses geschrieben. „Healter Skelter“ (falsch geschrieben Helter Skelter) wurde an die Kühlschranktür geschmiert. Des Weiteren wurde Leno LaBianca das Wort „War“ in die Bauchdecke geritzt. In den nächsten Wochen wurden weitere Morde an den Reichen und Berühmten Hollywoods verübt; Manson prahlte auch damit, ein führendes Mitglied der Black Panthers ermordet zu haben. Später stellte sich heraus, dass er einen schwarzen Drogendealer angeschossen hatte. Susan Atkins wurde auffällig, als sie wie im Wahn mit ihrer Tat prahlte; sie wurde kurze Zeit später wegen Autodiebstahls verhaftete. Überdies führten die Zeugenaussagen der an den Mordanschlägen beteiligten Linda Kasabian zur Verhaftung Mansons und weiterer Sektenmitglieder seiner Family.
Dass der erste Mordanschlag Terry Melcher treffen sollte, konnte niemals entkräftet werden. Als eine weitere mögliche Ursache für die Tate-/LaBianca-Morde wird die Inhaftierung von „Familienmitglied“ Bobby Beausoleil angenommen. Beausoleil soll nach einem gescheiterten Meskalin-Deal den Musiklehrer Gary Hinman getötet haben. Susan Atkins und Charles Watson sollen hiernach die Morde inszeniert haben, um sie als Nachahmungstaten darzustellen. Manson ging darauf auch in seiner Verteidigungsrede ein, in der er sagte, dass dies alles nur aus Liebe für ihren zu Unrecht verurteilten „Bruder“ Robert Beausoleil geschehen wäre.
Im April 2002 wurde Mansons zehntes Gnadengesuch abgelehnt.
Einen nahezu ikonenartigen Status erreichte das Cover des Life-Magazine vom 19. Dezember 1969 und wurde zu einer Art „Markenzeichen“ für oben genannte Manson-Devotionalien. Manson hält zudem den Rekord, jener Haftgefangene zu sein, der die meisten E-Mails, Briefe und Grußkarten bekommt.
1993 veröffentlichten Guns N' Roses einen Charles-Manson-Song auf einem ihrer Alben (The Spaghetti Incident/Look at your Game Girl). Schock-Rocker Marilyn Manson hat Charles Mansons Namen angenommen, allerdings nicht, um seine Verehrung auszudrücken, sondern um zwei Extreme US-amerikanischer Popularität, Marilyn Monroe und Charles Manson, in einem Namen zusammenzufassen, um beispielsweise den Irrsinn und die Tragik des Starkults hervorzuheben, der beiden Geschichten anhaftet. Auch er veröffentlichte ein Lied von Charles Manson (My Monkey) auf seinem Album Portrait of An American Family. Auch System of A Down zeigen sich zum Teil von Charles Manson inspiriert, beispielsweise mit dem Song ATWA auf dem Album Toxicity.
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