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Das Charango ist ein kleines südamerikanisches Zupfinstrument, bei welchem als Resonanzkörper ursprünglich der getrocknete Panzer eines Gürteltieres verwendet wurde. Heutzutage wird der Resonanzkörper überwiegend aus Holz -seltener aus Schildkrötenpanzer gebaut. Während die äußere Form ähnlich einer Gitarre oder Laute ist, ist die Größe des Instruments stark variierend, aber meist wesentlich geringer, die kleineren (Charanguito) vergleichbar mit einer Ukulele.
Aufbau
Die Unterseite des Resonanzkörpers ist oval abgerundet und nicht flach wie bei der Gitarre.
Zur Verzierung werden auf die Unterseite des Resonanzkörpers oft Bilder geschnitzt.
Das Griffbrett ist in Bünde gegliedert, die zum Schallloch hin immer kleiner werden.
Spielweise
Gegriffen wird mit der linken Hand, während die rechte die fünf
Nylon-Doppel
saiten (seltener auch aus Metall) mit unterschiedlichen Stärken spielt. Die Tonhöhe ist dabei nicht in aufsteigender Reihenfolge, sondern überkreuzt: Die mittleren Saiten sind unterschiedlich, ein hohes und ein tiefes
e, die obersten beiden
g, dann die vierten mit
a, die zweiten mit
c und die unteren wieder mit einem hohen
e (üblichster Typ
Charango Tipo,
spanisch: SOL DO MI LA MI). Dadurch ist es für gitarregewohnte Spieler relativ schwer, das Instrument zupfend zu spielen. Sehr verbreitet ist die rhythmische Schlagtechnik, bei der alle Saiten gemeinsam als
Akkord gespielt werden. Begleitet wird so die traditionelle
andine Musik, wie z.B.
Cueca oder
Huayño. Gehalten wird das Charango dabei relativ hoch mit dem Klangkörper an der rechten Brust, alternativ auch sitzend auf dem rechten Oberschenkel.
Ursprung
Seine Wurzeln hat das Charango in der
bolivianischen Silberstadt
Potosí im 16. Jahrhundert, als Menschen aus aller Welt in dieser Stadt zusammen kamen und Instrumente wie Gitarren,
Vihuelas und
Leiern mitbrachten. Zahlreiche Abbildungen in lokalen Kirchen zeugen davon. Der Name kommt von den beiden Wörtern
Charanga (etwa
Musik mit Blechinstrumenten) und
Charanguero (roh, grob, ungehobelt). Das Instrument wird auch
das musikalische Erbe Boliviens genannt. Ursprünglich wurde nur in abgelegenern Regionen ein
Gürteltierpanzer als Resonanzkörper benutzt, während man in den Städten
Resonanzkörper aus Holz nahm. Heute nehmen alle professionellen Charangospieler wegen des besseren Klangs Instrumente aus Holz, Instrumente aus Gürteltierpanzer werden aber noch an Touristen verkauft.
Heutige Verbreitung
Durch die Entwicklung eines
Folklorestils der gesamten
Anden breitete sich das Charango weit über den ursprünglichen Verbreitungsraum aus,
so dass das Instrument heute nicht nur in
Bolivien und
Peru, sondern auch in
Ecuador und im Nordosten
Argentiniens eine große Rolle in
der Folkloremusik spielt. Durch zahlreiche Straßenmusiker wurde es weltweit bekannt.
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