Villatunaripanorama.jpg Chapare ist eine Provinz im Norden des bolivianischen Departamento Cochabamba. Die Provinz liegt im tropischen Tiefland und ist größtenteils von Urwald bedeckt. Chapare ist landschaftlich reizvoll und wenig erschlossen. Provinzhauptstadt ist das 11 km östlich von Cochabamba gelegene Sacaba (93.000 Einwohner).
Chapare hat sich seit den 1980er Jahren zu einem Zentrum des illegalen Anbaus von Koka entwickelt und ist ein politischer Brennpunkt geworden. Durch staatliche Programme gegen den Kokaanbau kommt es zu gewaltsamen Konfrontationen zwischen der Staatsgewalt und den Kokabauern. Die Spannungen entladen sich wiederholt in massiven sozialen Unruhen, in deren Verlauf es regelmäßig zu Blockaden der wichtigen Ost-West-Straßenverbindung Cochabamba - Santa Cruz kommt, die durch die Unruheprovinz verläuft.
Seit den 1980er Jahren haben sich hier zunehmend indigene Minenarbeiter (Mineros) und Kleinbauern (Campesinos) angesiedelt, die im Hochland (Altiplano) keine Lebensgrundlage mehr sehen. Dass diese Einwanderer im Chapare großteils vom Kokaanbau leben, sorgt für große soziale Konflikte in Bolivien: Der Druck der USA, die im Rahmen des "War On Drugs" die Koka-Plantagen vernichtet sehen wollen, führt zur Vernichtung der Umwelt durch Pflanzenvernichtungsmittel, die aus der Luft versprüht werden und zu massiven Menschenrechtsverletzungen von Seiten der bolivianischen Armee und privaten US-amerikanischen Söldnerfirmen wie Dyncorp, die die Bauern in Kauf nehmen müssen.
Evo Morales, der Anführer der bolivianischen Kokapflanzer-Bewegung und amtierender Präsident Boliviens, ist übrigens der Sohn eines jener Bauern, die aus dem Hochland um Oruro in den Chapare auswanderten, um sich durch den Anbau von Koka eine Lebensgrundlage zu schaffen.
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