Changchun_Lage.jpg Chángchūn (chin. 长春/長春; dt. Langer Frühling) ist die Hauptstadt der Provinz Jilin im Nordosten der Volksrepublik China und hat 2.541.729 Einwohner im Stadtgebiet (Stand 1. Januar 2005) und insgesamt 7,12 Mio.
Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 4,9 °C, die Jahresniederschlagssumme 616 mm. Das Klima ist kontinental bei kalten und relativ trockenen Wintern und feucht-warmen Sommern.
Ein weiterer Wirtschaftsfaktor ist die Landwirtschaft. Die Gegend um Changchun umfasst 1,1 Millionen Hektar kultiviertes Land.
Zudem ist Changchun die Filmmetropole Chinas. Seit 1992 finden dort die Changchun-Filmfestspiele statt.
Außerdem ist Changchun ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, von dem Verbindungen nach Russland, Korea und in zahlreiche chinesische Provinzen führen. Die im Bau befindlichen Schnellverbindungen Peking-Harbin und Dalian-Harbin sollen durch Changchun führen.
Das Bruttosozialprodukt pro Kopf belief sich 2003 auf 21 336 ¥ (ca. 2 200 Euro). Damit erreichte Changchun den 52. Platz unter 659 chinesischen Städten.
In Changchun befinden sich die Jilin-Universität (JLU), die Nordost Normal Universität und die Changchun Universität für Wissenschaft und Technik. Außerdem befindet sich hier das Jilin Huaqiao Fremdsprachen Institut. Tassilo Küpper war 1988 Honorarprofessor an der Jilin-Universität; Carl Joachim Classen war Gastprofessor in Changchun.
Nach dem Japan 1931 in der Mandschurei-Krise die Mandschurei besetzt und den Satellitenstaat Mandschuko ausrief, wurde die Stadt 1932 die Hauptstadt des Staates. Der Name wurde in Hsingking (新京; Pinyin Xīnjīng; jap. Shinkyō), zu deutsch Neue Hauptstadt, geändert. Die Stadt erfuhr ein enormes Wachstum und große Alleen und Regierungsanlagen wurden gebaut. Außerdem wurde hier die erste japanische Hochgeschwindigkeitsstrecke des Ajia von Changchun nach Dalian gebaut.
Die Japaner siedelten auch große Filmfirmen an, die zunächst hauptsächlich Propagandafilme produzierten.
1945 wurde die Stadt in der Operation Auguststurm von der sowjetischen Roten Armee besetzt. Die Truppen plünderten die Stadt. Bis 1956 behielt die Sowjetunion eine Präsenz in der Stadt und baute die erste Automobil-Produktionsstätte auf. Der auf einem Ford-Modell beruhende Jiefang-LKW (dt. Befreiung) und die Rote Flaggen-Limousinen wurde hier bis 1987 produziert.
Während des Chinesischen Bürgerkriegs wurde die Stadt 1946 von der Kuomintang besetzt. 1947 wurde die Stadt durch KPCh-Truppen bis 1948 belagert und anschließend erobert. Etwa 100.000 bis 300.000 Zivilisten starben während der Belagerung.
1954 wurde die Changchun Hauptstadt der Provinz Jilin.
Im Mai 1992 veröffentlichte Li Hongzhi hier erstmals seine Lehren von Falun Gong.
Im Januar 2006 erhielt der deutsche Städteplaner Albert Speer den Zuschlag für die Planung einer Automobil-Produktionsstätte, die mit 120 km² doppelt so groß wie Shanghais Autocity Anting werden wird. Die Ansiedlung von 300.000 Beschäftigten ist in dem Projekt mit inbegriffen, man erwartet den Abschluss der Bauarbeiten in zehn bis fünfzehn Jahren. Changchun soll nach den Plänen der Stadtregierung zu einem Detroit des Ostens werden. Schon jetzt ist sie Chinas zweitgrößter Automobilstandort.
2007 sollen die Asien-Winterspiele in Changchun abgehalten werden.
Ort in China | Bezirksfreie Stadt (China)
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