Changthang (offiziell: Qangtang; Tibetisch in Wylie-Transliteration: byangs thang, ) heißen die ausgedehnten Hochlandsteppen in Nordwest-Tibet (China). Als alpine Steppen herrschen im Sommer grüne Grasländer vor, die im trockenen Winterhalbjahr einen wüstenhaften Charakter annehmen. Wüsten-Landschaften stellen vor allen Dingen die von Gesteinsschutt beherrschten Hochlagen in den die Region überragenden Hochgebirgen dar sowie die sehr viel trockeneren kontinentalen Gebiete im Westen des Changthang. Als Nord- und Westgrenze sind die Gebirgsketten des Kunlun Shan anzusehen, während der Changthang im Osten in die Steppengebiete des Yarmothang sowie in die von den großen ost- und südostasiatischen Schluchten geprägten Landschaften Amdos und Khams bzw. Sichuans und Yunnans übergeht. Dieser Landschaftsraum erstreckt sich auf durchschnittlich über 4500 Meter über dem Meeresspiegel und umfasst überwiegend alpine Weiden, die ausschließlich von Nomaden, den Drokpas (tib. 'brog pa) genutzt werden. Von Lhasa und dem kulturhistorischen Zentraltibet aus betrachtet liegen sie im Norden, weshalb sie "nördliche (byangs) Ebenen (thang)" genannt werden. Mit einer maximalen West-Ost-Ausdehnung von ca. 1500 km – vom ladakhischen Changthang im Westen bis zu den Grasländern in Yushu (Nord-Kham) und Golog (Amdo, beides Qinghai) – nimmt diese oftmals menschenleere alpine Steppenregion letztlich mehr als die Hälfte des Hochlandes von Tibet ein.
Der Changthang ist Lebensraum für zahlreiche Wildtiere, die einst in weiten Gebieten Tibets heimisch waren und (u. a. durch Ausdehnung des menschlichen Lebensraumes, aber auch durch Bejagung besonders in den ersten sieben Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts) zurückgedrängt wurden. Dazu gehören der Wildjak, der Kiang (tibetischer Wildesel), der tibetische Braunbär, das tibetische Argali-Schaf sowie das Blauschaf (Bharal), die Tibetantilope (Tschiru) und Gowa, tibetische Gazellen.
In Zusammenarbeit mit amerikanischen Zoologen hat China 1983 das Qangtang-Naturreservat – mit 298.000 km² den größten Nationalpark Asiens und den zweitgrößten der Welt – eingerichtet. Obwohl die Wilderei noch immer ein Problem ist, haben die Tierpopulationen wieder deutlich zugenommen. Unter den Zugvögeln tauchen Schwarzhalskraniche vielerorts im Changthang auf, die gleichfalls unter besonderen Schutz gestellt wurden.
Den Schutz des gewaltigen Gebietes zu organisieren, ist vor allem eine Kostenfrage. Flächendeckende Überwachung ist bei Bevölkerungsdichten von weit unter einem Menschen pro Quadratkilometer kaum möglich. So versucht man, die örtliche Bevölkerung als Wildhüter zu gewinnen und zu schulen. Ein weiteres Konfliktpotenzial bieten wirtschaftliche Interessen – die Mineralvorkommen im Changthang.
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