Cesareborgia.jpg, Bergamo, Galleria dell' Accademia Carrara]] Cesare Borgia (* 13. September 1475 in Rom, † 12. März 1507 bei Viana) war ein italienischer Renaissanceherrscher.
Er war der Sohn von Rodrigo Borgia, dem späteren Papst Alexander VI., und Vanozza de’ Cattanei. Er war der Bruder von Lucretia Borgia. Er wurde mit sechzehn Jahren spanischer Bischof, mit siebzehn Erzbischof und mit achtzehn Kardinal. Als Kardinal hatte er bis zu seiner Rückkehr in den weltlichen Stand die Rolle eines Kardinalnepot inne. Sein Vater Papst Alexander VI. ließ ihn schließlich auf eigenen Wunsch von seinen geistlichen Ämtern befreien, sodass er sich ganz der Rückeroberung des Kirchenstaates widmen konnte.
Mit einem kleinen Söldnerheer vertrieb Cesare Borgia in kurzer Zeit die Lehnsherren des Kirchenstaates und erreichte so rasch beträchtliche Macht. Insgesamt war er ein blutrünstiger Tyrann, ermordete angeblich seinen Bruder Juan und ist berüchtigt dafür, weder Stahl noch Gift verschmäht zu haben, um Gegner auch als seine abendlichen Gäste aus dem Weg zu räumen. Hierbei halfen ihm auch seine Gefolgsleute, darunter Miquel de Corella, ein gefürchteter Mörder und Condottiere. Der am 20. Dezember 1497 wegen angeblicher Impotenz von Lucretia Borgia geschiedene Gatte Giovanni Sforza behauptete sogar, dass seine Ehe nur aufgelöst worden sei, damit der Papst und Cesare Borgia ungestört Blutschande mit Lucretia treiben könnten. Es heißt aber häufig, dass er dies nur sagte, um sich an den Borgia zu rächen, da ihn die Aussage über seine angebliche Impotenz sowie Nichtvollziehung der Ehe kränkten.
Cesare Borgia diente als Vorbild für Niccolò Machiavellis politisches Hauptwerk, Der Fürst (Il Principe).
Während seiner Herrschaft gelang es ihm im Jahre 1502, den sonst pazifistischen, doch notorisch von Geldnöten geplagten Leonardo da Vinci für drei Jahre als Militäringenieur seines Heeres zu engagieren.
Obwohl Cesare Borgia sowohl als Staatsmann als auch als General sehr fähig war, gelang es ihm nicht, seine Herrschaft vor dem Tode seines Vaters und Schirmherren Papst Alexander VI. im Jahre 1503 zu sichern. Nach dem Tod Alexanders ließen ihn seine Gegner unter Papst Julius II. gefangen nehmen.
Verbannt nach Spanien im Jahre 1504, gelang ihm zwei Jahre später die Flucht aus dem spanischen Gefängnis. Er verbündete sich mit seinem Schwager, König Jean d'Albret von Navarra. Als Soldat im Dienste Navarras geriet er während der Belagerung von Viana 1507 in einen von ihm erkannten, jedoch mit Todesverachtung ignorierten Hinterhalt und wurde erschlagen.
Borgias Ruf und Ansehen werden in der heutigen Geschichtsforschung zunehmend kritisch betrachtet. Historische Dokumente legen nahe, dass sein schlechter Ruf nicht immer angebracht und von seinen Feinden übertrieben wurde. Anhaltspunkte dafür finden sich in dem allgemein schlechten Ruf der Borgias aufgrund ihrer spanischen Herkunft, die von alteingesessenen italienischen Familien kritisiert wurde. In der Tat sah man die Borgias als eine Art Mafia an, die sich in Ämter und Hierarchien einkauften und systematisch ihre eigenen Verwandten in wichtige Stellungen brachten (Nepotismus). Ein weiterer Grund war wahrscheinlich auch der große Erfolg Cesares, der, unterstützt von seinem päpstlichen Vater, sich anschickte, ganz Italien einzunehmen und so viele Fürsten um ihre Besitzungen fürchten ließ.
Mann | Herrscher | Kardinal (16. Jh.) | Römisch-katholischer Bischof (15. Jh.) | Condottiere | Geboren 1475 | Gestorben 1507
سيزار بورجيا | Cèsar Borja | Cesare Borgia | Cesare Borgia | César Borgia | Cesare Borgia | César Borgia | Cesare Borgia | Cesare Borgia | Cesare Borgia | チェーザレ・ボルジア | Cesare Borgia | César de Borja | Cezar Borgia | César Bórgia | Борджиа, Чезаре | Ћезаре Борџија | Cesare Borgia
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Cesare Borgia".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world