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Als Cerrado, Cerrados oder Campos cerrados bezeichnet man die Savannen Zentral-Brasiliens. Mit einer Fläche von zwei Millionen Quadratkilometern umfassen sie ein Gebiet von der Größe Alaskas. Die Bundesstaaten Goiás, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul und Minas Gerais sind von Cerrados bedeckt, ebenso wie Teile von Maranhão, Paraná, Piauí und São Paulo.
Klima
Die Cerrados haben ein halbtrockenes
Klima mit zwei deutlich getrennten Jahreszeiten. Während der Regenperiode im Oktober bis April (Sommer) fällt ein Großteil der jährlichen
Niederschlagsmenge von 1100 bis 2000 mm. In den restlichen fünf Monaten des Jahres (Winter) herrscht
Dürre. Die mittlere
Jahrestemperatur liegt zwischen 20° und 26° C.
Boden
Die
Böden der Campos cerrados sind durch
Verwitterung aus den
Graniten und
Sandsteinen des
Brasilianischen Schildes entstanden. Diese Böden sind sehr alt und tiefgründig, ihre Nährstoffe sind aber längst ausgewaschen. Es fehlen vor allem die
Hauptnährelemente
Phosphor und
Kalium sowie die
Spurenelemente
Zink und
Bor.
Dieser Nährstoffmangel wird dafür verantwortlich gemacht, dass das Gebiet der Cerrados nicht von Wald, sondern von Savanne bedeckt ist.
Vegetation und Tierwelt
Die Bäume in den Cerrados erreichen eine Höhe von 4 bis 9 m, sie bedecken zwischen 3 % und 30 % der Fläche. Während der Trockenzeit bleibt der Boden ab einer Tiefe von 2 m feucht. Die Wurzeln der Bäume erreichen daher immer Wasser, sie bleiben ganzjährig grün und müssen ihre
Transpiration nicht einschränken.
Gräser und flachwurzelnde Pflanzen vertrocknen während der Trockenzeit.
Die Biodiversität der Cerrados ist sehr groß: dort kommen etwa 10.000 verschiedene Arten von Gefäßpflanzen vor, die Hälfte davon sind Endemiten. Die Tierwelt umfasst etwa 200 Säugetierarten, 840 Vogelarten, 180 Arten von Reptilien und 110 Amphibienarten. Diese Artenvielfalt ist durch die Ausweitung der Landwirtschaft bedroht.
Nutzung
Die Cerrado-Region wird erst seit etwa 50 Jahren im großen Stil landwirtschaftlich genutzt. Dazu muss die Nährstoffarmut der Böden durch
Düngung ausgeglichen werden. Auf großen Plantagen werden
Sojabohnen,
Mais und
Reis angebaut,
Viehzucht wird ebenfalls betrieben. Die Hauptstadt
Brasília liegt in den Cerrados, daher ist das Gebiet durch Autobahnen gut erschlossen.
Mittlerweile sind bereits zwei Drittel der Cerrado-Flächen durch menschlichen Einfluß stark verändert worden. Lediglich 1 % der Gesamtfläche steht unter Naturschutz.
Literatur
- H. Walter, S.-W. Breckle "Vegetation und Klimazonen", 7. Aufl. 1999, S. 204, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, ISBN 3-8252-0014-0
Weblinks
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