Die Central Intelligence Agency (deutsch: „Zentraler Nachrichtendienst“), offizielle Abkürzung CIA, ist der Auslands-Geheimdienst der Vereinigten Staaten von Amerika.
| Gegründet: | 18. September, 1947 |
| Director: | Gen. Michael V. Hayden, USAF |
| Deputy Director: | Stephen R. Kappes |
| Executive Director: | D/EXDIR (Acting) |
| Deputy Executive Director: | legendiert |
| Director National Clandestine Service: | Jose A. Rodriguez, Jr. |
| Director Intelligence: | John A. Kringen |
| Director S&T: | Stephanie L. O'Sullivan |
| Direkctor Support: | Stephanie Danes Smith |
| Director CSI: | Paul A. Johnson |
| Director Public Affairs: | Jennifer Millerwise Dyck |
| Inspector General: | John L. Helgerson |
| General Counsel: | John A. Rizzo (ausführend) |
| Associate Director for Military Support: | MGen. John T. Brennan, USAF |
| Budget: | geheim |
| Anzahl der hauptamtlichen Mitarbeiter: | geheim |
Im Gegensatz zur National Security Agency (NSA) beschäftigt sich die CIA wenig mit Informationsgewinnung aus technischer und elektronischer Aufklärung (Signals Intelligence), sondern arbeitet primär mit menschlichen Quellen, Human Intelligence.
Die Behörde untersteht seit 2004 dem Direktor der Nationalen Aufklärungsdienste, als direkter Berater des Präsidenten der Vereinigten Staaten im Rang eines Kabinettmitglieds.
Kontrolliert wird die Behörde zudem von je einem Geheimdienstausschuss des Senates, dem U.S. Senate Select Committee on Intelligence und des Repräsentantenhauses, dem U.S. House Permanent Select Committee on Intelligence. Anders als sonstige Behörden, braucht die CIA ihren Haushalt nicht zu veröffentlichen. Kritiker sehen dies als einen Widerspruch zur amerikanischen Verfassung.
Ihren Hauptsitz hat die CIA in Langley, Virginia.
Aus nachrichtendienstlicher und technischer Sicht waren die Programme mit Spionageflugzeugen, wie z. B. U-2 und SR-71 sehr erfolgreich.
Erster CIA-Direktor war Admiral Roscoe Hillenkoetter. Vor ihm war der Luftwaffengeneral Hoyt S. Vandenberg Direktor der CIG. Auf Hillenkoetter folgte 1953 bis 1961 Allen Welsh Dulles, der im Zweiten Weltkrieg im schweizerischen Bern Mitarbeiter des OSS unter William Joseph Donovan war. Dulles war damit neben George J. Tenet am längsten an der Spitze der amerikanischen Auslandsspionage.
1978 werden als Folge der Ermittlungen des Church Committees im Foreign Intelligence Surveillance Act die Zuständigkeiten der CIA und ihre Kontrolle durch ständige Ausschüsse des US-Kongresses neu geregelt.
1988 wird George H. W. Bush (Senior) als erster ehemaliger CIA-Chef Präsident der Vereinigten Staaten.
Seit dem 11. Juli 1997 war George J. Tenet Direktor der CIA. Er trat am 3. Juni 2004 nach Kritik an der Arbeit des Dienstes im Zusammenhang mit dem Dritten Golfkrieg aus persönlichen Gründen zurück. Bis zur Ernennung eines neuen Direktors übernahm sein bisheriger Stellvertreter John McLaughlin die Leitung der CIA.
Vom 24. September 2004 bis 06. Mai 2006 war Porter Johnston Goss CIA-Chef, bis er auf Druck des Weißen Hauses sein Amt zur Verfügung stellte. Seit dem 30. Mai 2006 leitet Michael V. Hayden, ehemaliger Leiter der NSA, die CIA.
Bis April 2005 war der Direktor der CIA jeweils auch als Director of Central Intelligence für die Beratung des US-Präsidenten in Geheimdienstfragen zuständig und hatte die Führung der Gemeinschaft der US Geheimdienste (Intelligence Community) inne. Im Zuge der Reform des US-amerikanischen Geheimdienstsystems nach den Terroranschlägen vom 11. September wurde diese Funktion auf den Director of National Intelligence übertragen, der gleichzeitig für die Koordinierung der Arbeit der CIA mit der anderer Geheimdienste und für die Auslandskooperation zuständig ist. Dadurch wurde die Rolle der CIA als führende Geheimdienstinstitution aufgehoben.
Außerdem sahen viele Kritiker die Aufgabe der CIA nicht zuletzt darin, Desinformationen im Heimatland zu verbreiten, etwa was das militärisch-nukleare Bedrohungspotenzial des Ostblocks anging, um den US-Militärhaushalt und das Budget der Agency auf einem möglichst hohen Niveau zu belassen. Dagegen sah sich die CIA nicht in der Lage, den Zusammenbruch der Sowjetunion vorherzusagen.
Als besonders nachteilig wird auch die 1979 begonnenen Waffenlieferungen an die Mudschahidin angesehen, die noch vor Ausbruch des afghanischen Bürgerkriegs stattfanden. Durch die Destabilisierung der Verhältnisse am Hindukusch wollte man die Sowjetunion zu einer Intervention provozieren und ihr somit ein „eigenes Vietnam“ bereiten. Hierzu wurden die radikalen Warlords, die auch im Drogenhandel involviert sind, ebenso gefördert wie islamistische Strömungen, nicht zuletzt über den pakistanischen Geheimdienst ISI. Nach Ende des Kalten Krieges wurden all diese Gruppen nicht länger beachtet. Dies habe zur Stärkung des internationalen Terrorismus geführt, den die USA heutzutage als die stärkste Bedrohung betrachten. Das Phänomen, dass eine Verdeckte Operation auf das Ursprungsland zurückfällt, wird als Blowback (engl. für Rückstoß) bezeichnet.
Die CIA hat bei der Geldwäsche von Drogengeldern wiederholt mit Banken zusammengearbeitet, die zum Teil eigens für diesen Zweck gegründet wurden. Eingehend dokumentiert ist der Fall der 1991 spektakulär in Konkurs gegangenen Großbank Bank of Credit and Commerce International (BCCI)Bundeszentrale für politische Bildung: Netzwerke des Terrors. Veranstaltungsdokumentation, Oktober 2002. Laut einer Untersuchung des amerikanischen SenatsSenator John Kerry and Senator Hank Brown: The BCCI Affair. Report to the Committee on Foreign Relations, US-Senat, Dezember 1992 war die Bank unter anderem an der Geldwäsche der Drogengewinne der Contras (siehe oben) beteiligt. Senator John Kerry schrieb bereits im April 1989 in einem Bericht: Die CIA wusste von Anfang an, dass die BCCI ein durch und durch korruptes und kriminelles Unternehmen war. Die CIA hat die BCCI deshalb für ihre geheimen Operationen benutzt. Der Zusammenbruch der Bank war eine direkte Folge von Kerrys UntersuchungskommissionDavid Sirota and Jonathan Baskin: Follow the Money. Washington Monthly, September 2004., deren Ergebnisse die zwangsweise Schließung von Niederlassungen der Bank in mehreren Ländern zur Folge hatten.
Über die BCCI liefen auch die Unterstützungszahlungen der CIA für die afghanischen Mudschahidin in den 1980er Jahren. Die Kriegsherren stiegen zu den weltweit führenden Opium-Produzenten auf. Dies geschah unmittelbar nachdem die Opiumernte im Goldenen Dreieck größtenteils ausgefallen war. Der Rohstoff wurde im Grenzgebiet zu Pakistan massenhaft in Heroin umgewandelt. Die regionalen Kriegsherren konnten ihre Gewinne aus dem Drogenhandel über die Bank waschen, was mit zu der enormen Steigerung der Heroinproduktion in der Region beitrugPaul DeRienzo: Interview mit Alfred McCoy. 9. November 1991. Robert Morgenthau, ehemaliger Staatsanwalt von New York, bezeichnete die BCCI als "eine der größten kriminellen Unternehmungen der Weltgeschichte"David Sirota and Jonathan Baskin: Follow the Money. Washington Monthly, September 2004.. Ständige Kunden der Bank waren auch Manuel Noriega, der über die BCCI die Herkunft der Drogenprofite für das Medellín-Kartell verwischte, und Saddam Hussein.
Das Personal der 1973 gegründeten australischen Nugan Hand BankNugan Hand Bank. Sourcewatch, 28. Juli 2004 bestand hauptsächlich aus ehemaligen CIA-Mitarbeitern, die vorher in Vietnam und Laos tätig waren. Als Rechtsberater (legal counsel) fungierte der ehemalige CIA-Direktor William ColbyPaul DeRienzo: Interview mit Alfred McCoy. 9. November 1991. Nach der Insolvenz der Bank wurde der Gründer Frank Nugan tot in seinem Wagen aufgefunden. Der zweite Gründer, Michael Hand, floh am 14. Juni 1980 mit Hilfe zweier Ex-CIA-Mitarbeiter aus Australien. Er gilt seitdem als vermisst und wird von den australischen Behörden wegen zahlreicher Delikte gesuchtRoss Coulthart: The Nugan Hand Bank. MSN AustralienJonathan Kwitney: The Crimes of Patriots, a True Tale of Dope, Dirty Money, and the CIA, Touchstone Books, September 1988, unter anderem wegen Wäsche von Drogengeldern und Betrugs.
Im Jahr 2005 wurde durch Medienberichte bekannt, dass die CIA mit Hilfe von als zivil getarnten Fluggesellschaften Transporte von ohne rechtliche Grundlage verhafteten Terrorverdächtigen vornimmt. Genannt wurden die Airlines Premier Executive Transport Services, Tepper Aviation, Pegasus Technologies und Aero Contractors. Dabei soll sie die Frankfurter Rhein-Main Air Base für geheime Gefangenentransporte als Zielort missbraucht haben, um von dort aus verschiedene Folterungsanlagen anzufliegen.
Da die CIA offiziell keine Folter anwenden darf, ist es üblich, Gefangene ins befreundete Ausland zu fliegen ("Outsourcing"), wo sie von „Spezialisten“ dieser Länder in Offshore-Verhörcamps vernehmungstechnisch u. a. mit neuesten Methodiken unter "lagerärztlicher Betreuung" "behandelt" werden. Zudem betreibt die CIA eigenverantwortlich Geheimgefängnisse im Ausland. "Kollateralschäden" an Verhöropfern gibt es offiziell keine.
Die Berichte führten zu einer offiziellen Untersuchung im Auftrag des Europäischen Parlaments durch den Sonderermittler Dick Marty. Nach seinen Erkenntnissen soll die CIA in Europa über einhundert Personen entführt haben. Marty betonte aber, dass er nicht die Kapazitäten besäße, genügend Beweise aufzubringen, um die Folteranlagen zu identifizieren. Dabei warf er einigen europäischen Regierungen vor, in der Angelegenheit eine heimliche Komplizenschaft mit den USA eingegangen zu sein.
Zugleich ist bekannt geworden, dass die CIA eine Reihe von Dokumenten, die im Sinne des Informationsfreiheitsgesetzes von der Geheimhaltung befreit waren, über Jahre hinweg der Öffentlichkeit wieder entzogen hat.
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