Das Cembalo (eigtl. Clavicembalo aus lat.: clavis „Schlüssel“; cymbel „Zimbel“; auch Gravicembalo) ist ein historisches Tasteninstrument. Es wird auch Kielflügel genannt. Von anderen Tasteninstrumenten hebt es sich vor allem durch seinen hellen, obertonreichen Klang ab.
Die Tonerzeugung des Cembalos beruht darauf, dass die Saiten durch Kiele (dornförmige Plektren, auch Sekanten genannt) angerissen werden, die ihrerseits von der Tastatur bewegt werden. Man könnte das Cembalo daher auch als „Zupfinstrument mit Klaviatur“ beschreiben. Beim Loslassen der Taste wird die Saite wieder abgedämpft.
Anders als beim Klavier lässt sich der Ton durch den Anschlag nur im Klangcharakter verändern und nicht lauter oder leiser machen. Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen sich darüber hinaus durch Artikulation, Agogik (subtile Veränderung des Spieltempos) und Registrierung. Außerdem verfügen viele Cembali über eine zuschaltbare Dämpfung mittels kleiner Filzstückchen, die eines der Register abdämpfen (Lautenzug). Manche Cembali des englischen Cembalobauers Kirckman besitzen einen sogenannten Deckelschweller, der mittels eines Pedals geöffnet oder geschlossen werden kann. Die dynamische Wirkung ist mit der eines Schwellwerks einer Orgel zu vergleichen. Cembali des 20. Jahrhunderts, meist in Rastenbauweise, lassen dynamische Änderungen zuweilen auch innerhalb ein und desselben Registers zu, indem sich die Stellung der Kiele zu den Saiten verändern läßt. So wird die Saite einmal stärker, einmal schwächer angerissen.
Das Cembalo kommt in zwei hauptsächlichen Bauformen vor:
Entsprechend dem kulturellen Wetteifern Italiens und Frankreichs im Barockzeitalter sind die beiden wichtigsten Typen des Cembalos der leichtere, meist einmanualige, prägnant und eher grundtönig klingende italienische und der schwerere, meist mehrmanualige französische Typus mit einem eher singenden, silbrigen (obertönigen) Klang. Der bedeutendste Cembalobau jenes Zeitalters war indes der niederländische, vertreten durch berühmte Instrumentenbauerfamilien wie Ruckers in Antwerpen.
Die Wiederentdeckung des Cembalos fällt in das frühe 20. Jahrhundert und ist eng mit der polnischen Cembalistin Wanda Landowska verknüpft. Der bald einsetzende Cembalo-Boom brachte allerdings Instrumente hervor, die sich weniger an historischen Vorbildern denn am zeitgenössischen Klavierbau orientierten. So wurden Metallrahmen und andere moderne Materialien eingesetzt, zumeist um die Klangstärke zu erhöhen. Dass der Cembaloklang lange Zeit als leblos und starr verschrien war, ist vor allem diesen Neubauten zuzuschreiben.
Mit dem Aufkommen der historischen Aufführungspraxis für Alte Musik erfolgte auch eine Rückbesinnung auf die instrumentenbauliche Tradition und eine Hinwendung zu historischen Baumaterialien und Handwerksprozessen.
Damit gibt es heute zwei völlig verschiedene Instrumente, die beide „Cembalo“ genannt werden:
Deutschland:
England:
Frankreich:
Italien:
Niederlande:
Spanien:
Portugal:
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