Catenaccio ist ein Spielsystem im Fußball, das streng ergebnisorientiert ausgerichtet ist. Der Begriff Catenaccio kommt aus dem italienischen und bedeutet Sperrkette, Riegel. Berühmt gemacht hat dieses System der argentinische Trainer Helenio Herrera, der den Catenaccio mit herausragendem Erfolg bei Inter Mailand anwendete. Die Mailänder gewannen unter Herreras Führung drei Meistertitel, zweimal den Europapokal der Landesmeister und zweimal den Weltpokal.
Ursprung dieser Spielweise ist allerdings der Schweizer Riegel. Erfinder dieses Spielsystems, welches in den 30er Jahren entstand, war der Österreicher Karl Rappan. Er praktizierte das System erfolgreich mit der Schweizer Nationalmannschaft und dem Grasshopper-Club Zürich.
Beim Catenaccio spielen neben dem Torwart sieben Abwehrspieler, zwei Mittelfeldspieler und ein Stürmer. Aufgrund dieser Spielerauswahl ist das System sehr defensiv ausgerichtet und die Mannschaft vom Gegner nur schwer auszuspielen. Für den Zuschauer ergibt sich meist ein wenig attraktives Spiel.
Jahrelang wurde und wird der Catenaccio vor allem von der Nationalelf Italiens praktiziert. Die italienische Nationalmannschaft gab dieses Spielsystem nach dem Debakel bei der Fußballweltmeisterschaft 1986 in Mexiko zwar offiziell auf und predigt abseits großer Turniere immer wieder ein offensives Spielsystem, fällt jedoch während internationaler Großveranstaltungen wie Welt- und Europameisterschaften grundsätzlich wieder zur alten Riegeltaktik zurück.
Siehe auch: Taktik (Fußball)
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