Castor ist die Abkürzung (Akronym) für "cask for storage and transport of radioactive material", also "Behälter für Lagerung und Transport radioaktiven Materials".
Genau genommen bezeichnet Castor nur eine bestimmte Behälterfamilie und ist ein international geschütztes Warenzeichen der Gesellschaft für Nuklear-Service mbH (GNS). Im allgemeinen Sprachgebrauch wird das Wort jedoch auch als Synonym für Brennelementbehälter verwendet.
Für die Lagerung von abgebrannten Brennelementen werden heute meist die Typen Castor V/19 (für 19 Brennelemente aus Druckwasserreaktoren) oder Castor V/52 (für 52 Brennelemente aus Siedewasserreaktoren) verwendet. Beide Typen können etwa 10 Tonnen Schwermetall aufnehmen. Bereits zurück gelieferte hochradioaktive Glaskokillen aus der Wiederaufarbeitung wurden bisher in Behältern vom Typ Castor-HAW-20/28 CG transportiert und gelagert. Die genannten Behälter sind etwa 6 m lang und haben einen Durchmesser von rund 2,50 m. Im leeren Zustand haben die Behälter ein Gewicht von rund 120 Tonnen. Hauptbestandteil der Castor-Behälter ist Gusseisen mit Kugelgraphit.
Die Sicherheit und Geeignetheit von Castor und anderen Lagerungs- und Transportbehältern für radioaktives Material wird regelmäßig auch bei dem internationalen Symposium PATRAM debattiert.
Zum Nachweis genügt die rechnerische Beweisführung oder der Test eines (Maßstäblichen)Modells Die ersten drei Unfallszenarien könnten nacheinander am selben (Maßstäblichen)Modell durchgeführt werden. Der Behälter muss nicht völlig unbeschädigt bleiben, sondern die abschirmende Wirkung des Behälters darf sich durch die Belastung maximal um den Faktor 100 verschlechtern (auf 10 mSv/h (Millisievert pro Stunde in 1 m Entfernung)). Der Fall aus 9 m Höhe führt dazu, dass der Behälter beim Auftreffen auf die Oberfläche eine Geschwindigkeit von ungefähr 48 km/h besitzt.
Der Transport von hochradioaktivem Abfall muss ebenfalls beim BfS beantragt und von diesem genehmigt werden. Die Daten werden auf der Homepage veröffentlicht *.
Schließlich wurde lange Zeit auf verschiedene Tests völlig verzichtet und stattdessen alleine auf theoretische Berechnungen zurückgegriffen. Nachdem von unabhängigen Beobachtern Rechenfehler bei der Beurteilung des Sturzes auf Betonboden benannt wurden (7/2002) fanden neue Berechnungen statt, die bis (12/2005) unter Verschluss waren. Nachdem die zuständige Prüfbehörde, BAM, (seit 9/2004) über ein neu errichtetes Testgelände verfügt, unterbleiben trotzdem die praktischen Versuche mit den Gorleben- CASTOR HAW 20/28 -Behältern.
Die Genehmigung wird nur für neu entwickelte Behälter beantragt. Für Variationen von einmal getesteten Behältern werden standardmäßig keine neuen Genehmigungsverfahren durchgeführt, zum Beispiel wenn ein anderer Einsatzkorb verwendet oder ein völlig anderer Stoßdämpfer(Endkappe) verwendet wird.
In Deutschland herrscht großer Widerstand gegen den Transport von hochradioaktiven Abfällen. Die größten Proteste verursachen regelmäßig Transporte aus der Wiederaufarbeitungsanlage von La Hague in Frankreich in das Zwischenlager Gorleben. An den Demonstrationen und Sitzblockade beteiligen sich regelmäßig mehrere tausend Menschen. Vor Ort im Landkreis Lüchow-Dannenberg gibt es eine stark verankerte Protesttradition und gut ausgebildete Infrastruktur. Aber auch entlang der Transportstrecke in Frankreich und in Deutschland kommt es regelmäßig zu Protesten und Blockaden. Beim Blockadeversuch eines Castortransport von La Hague ins Zwischenlager Gorleben am 7. November 2004 gab es erstmals ein Todesopfer. In der Nähe von Avricourt (Lothringen), kurz vor der deutschen Grenze, wurde der 23-jährige Sébastien Briat überrollt.
Die Kritik der Gegner richtet sich allerdings nicht generell gegen den Rücktransport des deutschen Atommülls nach Deutschland. Dies zeigt auch die Beteiligung französischer Umweltaktivisten an den Blockaden entlang der Transportstrecke und im Wendland. Die Proteste wenden sich allgemein gegen die fortgesetzte Produktion von weiterem Atommüll in den laufenden Atomkraftwerken und ganz speziell gegen den Endlagerstandort Gorleben, der als ungeeignet und gefährlich angesehen wird. Nicht nur die lokale Bevölkerung befürchtet, dass durch die Transporte ins Zwischenlager Gorleben die politische Entscheidung für das Endlager gefestigt wird. Dagegen vermindern dezentrale Zwischenlager bei den AKWs die Gefahren unnötiger Transport und sind keine Vorentscheidung für einen bestimmten Endlager-Standort.
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"Castor (Kerntechnik)".
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