| Cassini_am_Saturn.jpg]] |
| Cassini flugbahn.jpg/ESA-Raumsonde Cassini-Huygens: Nach dem Start an der Erde fliegt sie zweimal an der Venus und einmal an der Erde vorbei sowie einmal am Jupiter, bis sie durch diese Swing-by-Manöver genug kinetische Energie hat, ihr Ziel, den Saturn zu erreichen.]] |
| Cassini sieht saturn.jpg 2004. Cassini-Huygens war zu diesem Zeitpunkt noch 69,4 Millionen Kilometer vom Saturn entfernt. Auf der linken Seite ist der kleine Mond Enceladus erkennbar.]] |
| Saturn_mond_phoebe.jpg |
| Japetus.jpg (fotografiert von Cassini im Juli 2004). Das Bild wurde aus einer Entfernung von etwa drei Millionen Kilometern aufgenommen.]] |
| PIA06071 modest.jpg |
Bei der Cassini-Huygens-Mission handelt es sich um eine Mission zur Erforschung des Saturn und seiner Monde. Die Raumsonde besteht dabei aus zwei Einheiten: Dem Cassini-Orbiter, der den Saturn für mindestens vier Jahre umrunden soll, und der Landekapsel Huygens, deren Mission in der Landung auf dem größten Saturnmond Titan bestand.
Cassini-Huygens ist ein gemeinsames Projekt von NASA, ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Der Orbiter Cassini wurde vom Jet Propulsion Laboratory der NASA entwickelt und gebaut, die Sonde Huygens, die die Atmosphäre von Titan untersuchen soll, kam von der ESA, und ASI fertigte die Hochleistungs-Antenne. Insgesamt 17 Nationen sind an der Mission beteiligt, die Daten für über 200 Wissenschaftler liefern soll und etwa 3,27 Milliarden US-Dollar (2,5 Milliarden Euro) bis zum Ende der Primärmission im Sommer 2008 kostet. Dabei kostete die Entwicklung und der Bau der Cassini-Sonde 1.422 Millionen US-Dollar, 422 Millionen US-Dollar kostete die Titan-IVB/Centaur Trägerrakete, 54 Millionen US-Dollar die Bahnverfolgung, 500 Millionen US-Dollar wurden von der ESA beigesteuert, 160 Millionen US-Dollar von der ASI und 710 Millionen US-Dollar kostet die Missionsduchführung bis zum Ende der Primärmission. Das Berliner Institut für Planetenforschung des DLR ist in Kooperation mit Prof. Gerhard Neukum von der FU Berlin ebenfalls mit mehreren Experimenten am Orbiter beteiligt. Eine weitere deutsche Beteiligung ist der Staubdetektor CDA, der von der Dustgroup des Heidelberger MPI-K betreut wird.
Die Raumsonde ist 6,7 Meter hoch und 4 Meter breit. Die Startmasse beträgt 5712 kg, davon entfallen 3132 kg auf den Treibstoff, 320 kg auf die Huygens-Sonde und 2125 kg wiegt Cassini selbst. Die restlichen 135 kg entfallen auf den Trägerraketenadapter. Damit ist Cassini-Huygens die schwerste je von den USA gestartete Raumsonde, weltweit waren nur sowjetische Fobos-Sonden mit jeweils 6220 kg noch schwerer. Zur Energieversorgung dienen drei Radioisotopengeneratoren (RTG) mit insgesamt 33 kg Plutoniumdioxid, die beim Start 885 Watt Leistung lieferten, zum Ende der Primärmission soll der Wert auf 633 Watt sinken. Der Swing-By-Vorbeiflug an der Erde, der der Sonde nochmal zusätzlichen Schub geben sollte, hatte eine Kontroverse ausgelöst, da es im Falle eines Verglühens in der Atmosphäre möglicherweise zu Krebstoten gekommen wäre - Zahlenwerte bewegten sich zwischen 100 und mehreren Millionen. Dies muss allerdings als reine Spekulation bewertet werden, da selbst heute wenig über die Radiobiologie des Plutoniums bekannt ist und ein Verglühen des Plutoniums durch die Einfassung in einen stabilen, keramischen Körper als sehr unwahrscheinlich bezeichnet werden muss.
Gestartet wurde die Sonde am 15. Oktober 1997. Auf ihrer 7-jährigen Reise in Richtung Saturn passierte die Sonde Venus, die Erde und anschließend Jupiter. Die Bordinstrumente konnten bereits bei diesen Begegnungen zahlreiche wissenschaftliche Daten liefern. So ergab das für die Saturnmonde konstruierte Radar die bisher genaueste Kartierung einiger Venus-Regionen. Magnetometer-Tests zeigten, dass es entgegen der Daten der sowjetischen Venera-Sonden keine Blitze aus den 40 km hohen Venus-Wolken gibt. Die kombinierte Erkundung des Jupiter durch Cassini-Huygens und die bis zum 21. September 2003 noch immer funktionstüchtige Galileo-Sonde lieferte einzigartige Daten über Nordlichter und die Umgebung des Riesenplaneten. Die Daten über die Erde sind interessant für die simulierte Suche nach außerirdischem Leben, für den Umweltschutz und für die Geophysik.
Die Weltraumsonde hat am 30. Juni 2004 den Saturn erreicht. Der Start geriet in die Schlagzeilen, da die große Raumsonde ihre Energie mit Hilfe von Radioisotopengeneratoren (RTG) erzeugt, die mit radioaktivem Material arbeiten (33kg Plutoniumdioxid, hauptsächlich 238Pu). Daher hatten besonders Umweltverbände die Risiken während des Starts und der Swing-by-Manöver an der Erde kritisiert. Die Energie erzeugt der RTG, indem er die Wärme aus radioaktivem Zerfall in elektrische Energie umwandelt.
Das Experiment wurde bereits im frühen 20. Jahrhundert durchgeführt: Während einer totalen Sonnenfinsternis konnte die Ablenkung eines Fixsterns aus seiner Richtung gemessen werden - ein Beweis dafür, dass die Sonne mit ihrer Masse den Raum krümmt und dadurch Lichtstrahlen verbiegt. Das italienische Experiment arbeitete nach demselben Prinzip: Durch die Masse der Sonne wurde das Signal der Sonde so abgelenkt, als ob es scheinbar von einer anderen Position aus abgesendet worden sei. Die Messung erlaubte eine 50-mal genauere Messung des Phänomens, als dies von der Erde aus möglich war.
Siehe auch: http://www.raumfahrer.net/raumfahrt/raumsonden/cassini_einstein.shtml
Am 2. Juli flog die Sonde in 339.000 km am Saturnmond Titan vorbei. Am 15. Juli machte Cassini erstmals Aufnahmen des Mondes Japetus aus etwa drei Millionen Kilometer Entfernung. Die Aufnahmen zeigen, dass die Oberfläche des Saturntrabanten deutlich in zwei verschiedene Hälften geteilt ist, wobei ein Teil sehr dunkel erscheint, was auf unterschiedliche Zusammensetzung schließen lässt. Vielleicht handelt es sich dabei um Gestein aus dem Kern von Japetus.
Im August entdeckte die Raumsonde zwei bislang unbekannte Monde des Saturns, die die vorläufigen Namen S/2004 S 1 und S/2004 S 2 erhielten.
Am 26. Oktober flog die Raumsonde in nur 1200 Kilometer Entfernung am Saturn-Mond Titan vorbei. Auf den dabei gemachten Radarfotos der Titanoberfläche zeigen sich komplexe Oberflächenstrukturen, deren korrekte wissenschaftliche Interpretation noch unklar ist.
siehe auch *.
Die aktuelle Lage von Cassini zu Saturn, Titan und Erde ist auf * zu sehen.
Insgesamt sind 74 Umläufe um den Saturn geplant. Am Saturnmond Titan sind 45 Vorbeiflüge vorgesehen, die auch zur Bahnänderung benutzt werden, damit auch die Monde Iapetus (am 1. Januar 2005 und am 10. September 2007), Enceladus (am 17. Februar, 9. März und 14. Juli 2005, sowie am 12. März 2008), Mimas (am 2. August 2005), Tethys (am 24. September 2005 und am 27. Juni 2007), Hyperion (am 26. September 2005), Dione (am 11. Oktober 2005) und Rhea (am 26. November 2005 und am 30. August 2007) aus der Nähe beobachtet werden können *.
Außer der obligatorischen Kamera hatte die Sonde weitere Instrumente an Bord, die zur Messung des Magnetfeldes benutzt wurden und die auch andere Wellenlängen des elektromagnetischen Spektrums erkunden.
Titan ist der einzige bekannte Mond unseres Sonnensystems, der eine dichte Atmosphäre besitzt. Bisher ist völlig unklar, was sich unter den dichten Wolkenschleiern aus Methan verbirgt. Damit hat die Atmosphäre Ähnlichkeiten mit der der Erde vor drei bis vier Milliarden Jahren. So war Huygens ebenso fähig, auf einer festen Oberfläche wie auf einem Ozean aus flüssigem Methan zu landen und auch im schwimmenden Zustand die Daten zielgenau zu senden. Huygens landete auf einer Geröllwüste und sank mit dem Eigengewicht von 340 Kilogramm 15 Zentimeter in die weiche mit Methan durchtränkte Masse. Wegen der sehr niedrigen Temperaturen von gemessenen minus 179,4° Celsius konnte der Lander nur 70 Minuten arbeiten. Maximal wären Huygens nach der Landung zwei Stunden verblieben, bis er (von Cassini aus gesehen) durch die Drehung des Titan hinter dem Horizont verschwindet; denn bevor er wieder im Blickfeld von Cassini aufgetaucht war, waren seine Instrumente bereits eingefroren. Jedoch war die Funktion von Huygens nach der Landung nur für ca. 3 Minuten überhaupt garantiert. Er war darauf programmiert, möglichst schnell alle an Bord befindlichen Experimente durchzuführen und an Cassini zu übermitteln, der als Relais-Station zur Kommunikation mit der Erde diente. Um ca. 16:14 Uhr MEZ trafen die ersten Ergebnisse auf der Erde ein, wo 18 große Radioteleskope auf Cassini ausgerichtet waren, damit keine Daten verlorengingen. Da der Empfänger für Kanal A an Bord von Cassini jedoch durch einen Bedienfehler abgeschaltet war, fehlt allerdings jedes zweite Bild.
An Bord von Huygens waren auch Mikrofone installiert, und man konnte Audiosignale (Windgeräusche) von einem außerirdischen Himmelskörper hören: http://www.esa.int/esaCP/SEM85Q71Y3E_index_0.html
| Orbit | Mond | Vorbeiflugszeit | Höhe | |
|---|---|---|---|---|
| P00 | Phoebe | 11. Juni 2004 | 2.068 km | 1.284 mi |
| TA | Titan | 26. Oktober 2004 | 1.176 km | 730 mi |
| TB | Titan | 13. Dezember 2004 | 1.200 km | 745 mi |
| D01 | Dione | 15. Dezember 2004 | 72.500 km | 45.000 mi |
| B | Abwurf von Huygens | 24. Dezember 2004 | –- | –- |
| I02 | Iapetus | 1. Januar 2005 | 123.390 km | 76.600 mi |
| TC | Titan | 14. Januar 2005 | 60.000 km | 37.200 mi |
| T3 | Titan | 15. Februar 2005 | 950 km | 590 mi |
| 3 | Enceladus | 17. Februar 2005 | 1.179 km | 733 mi |
| E04 | Enceladus | 9. März 2005 | 500 km | 310 mi |
| 5 | Titan | 31. März 2005 | 2.523 km | 1.568 mi |
| 6 | Titan | 16. April 2005 | 950 km | 590 mi |
| E11 | Enceladus | 14. Juli 2005 | 175 km | 109 mi |
| 12 | Mimas | 2. August 2005 | 45.100 km | 28.000 mi |
| T6 | Titan | 22. August 2005 | 4.015 km | 2.495 mi |
| 14 | Titan | 7. September 2005 | 950 km | 590 mi |
| 15 | Tethys | 24. September 2005 | 33.000 km | 20.500 mi |
| H15 | Hyperion | 26. September 2005 | 990 km | 615 mi |
| D16 | Dione | 11. Oktober 2005 | 500 km | 310 mi |
| 16 | Telesto | 11. Oktober 2005 | 11.429 km | 7.100 mi |
| 17 | Titan | 28. Oktober 2005 | 1.446 km | 900 mi |
| R18 | Rhea | 26. November 2005 | 500 km | 310 mi |
| 16 | Telesto | 25. Dezember 2005 | 13.679 km | 8.500 mi |
| 19 | Titan | 26. Dezember 2005 | 10.429 km | 6.482 mi |
| 20 | Titan | 15. Januar 2006 | 2.042 km | 1.269 mi |
| 21 | Titan | 27. Februar 2006 | 1.812 km | 1.126 mi |
| 22 | Titan | 18. März 2006 | 1.947 km | 1.210 mi |
| 23 | Titan | 30. April 2006 | 1.853 km | 1.152 mi |
| 24 | Titan | 20. Mai 2006 | 1.879 km | 1.168 mi |
| 25 | Titan | 2. Juli 2006 | 1.911 km | 1.188 mi |
| 26 | Titan | 22. Juli 2006 | 950 km | 590 mi |
| 28 | Titan | 7. September 2006 | 950 km | 590 mi |
| 29 | Titan | 23. September 2006 | 950 km | 590 mi |
| 30 | Titan | 9. Oktober 2006 | 950 km | 590 mi |
| 31 | Titan | 25. Oktober 2006 | 950 km | 590 mi |
| 35 | Titan | 12. Dezember 2006 | 950 km | 590 mi |
| 36 | Titan | 28. Dezember 2006 | 1.500 km | 930 mi |
| 37 | Titan | 13. Januar 2007 | 950 km | 590 mi |
| 38 | Titan | 29. Januar 2007 | 2.776 km | 1.725 mi |
| 39 | Titan | 22. Februar 2007 | 953 km | 592 mi |
| 40 | Titan | 10. März 2007 | 956 km | 594 mi |
| 41 | Titan | 26. März 2007 | 953 km | 592 mi |
| 42 | Titan | 10. April 2007 | 951 km | 591 mi |
| 43 | Titan | 26. April 2007 | 951 km | 591 mi |
| 44 | Titan | 12. Mai 2007 | 950 km | 590 mi |
| 45 | Titan | 28. Mai 2007 | 2.425 km | 1.507 mi |
| 46 | Titan | 13. Juni 2007 | 950 km | 590 mi |
| 47 | Tethys | 27. Juni 2007 | 16.200 km | 10.070 mi |
| 16 | Prometheus | 28. Juni 2007 | 16.539 km | 10.270 mi |
| 47 | Titan | 29. Juni 2007 | 1.942 km | 1.207 mi |
| 48 | Titan | 19. Juli 2007 | 1.302 km | 809 mi |
| R49 | Rhea | 30. August 2007 | 5.100 km | 3.200 mi |
| 49 | Titan | 31. August 2007 | 3.227 km | 2.006 mi |
| I49 | Iapetus | 10. September 2007 | 1.000 km | 620 mi |
| 50 | Titan | 2. Oktober 2007 | 950 km | 590 mi |
| 52 | Titan | 19. November 2007 | 950 km | 590 mi |
| 16 | Epimetheus | 3. Dezember 2007 | 15.779 km | 9.800 mi |
| 53 | Titan | 5. Dezember 2007 | 1.300 km | 810 mi |
| 54 | Titan | 20. Dezember 2007 | 953 km | 592 mi |
| 55 | Titan | 5. Januar 2008 | 949 km | 590 mi |
| 59 | Titan | 22. Februar 2008 | 959 km | 596 mi |
| E61 | Enceladus | 12. März 2008 | 995 km | 618 mi |
| 62 | Titan | 25. März 2008 | 950 km | 590 mi |
| 67 | Titan | 12. Mai 2008 | 950 km | 590 mi |
| 69 | Titan | 28. Mai 2008 | 1.316 km | 818 mi |
| 16 | Janus | 1. Juni 2008 | 13.880 km | 8.600 mi |
Sonde ins äußere Planetensystem
Касини-Хюйгенс (мисия) | Mise Cassini-Huygens | Cassini-Huygens | Cassini-Huygens | Cassini/Huygens | Cassini-Huygens | Mission Cassini-Huygens | Sonda Cassini-Huygens | קאסיני | Cassini-Huygens | Cassini-Huygens | Missione spaziale Cassini-Huygens | カッシーニ | 카시니-하위헌스 호 | Cassini-Huygens | Cassini-Huygens | Cassini-Huygens | Cassini-Huygens | Cassini-Huygens | Cassini-Huygens | Sonda Cassini-Huygens | Кассини-Гюйгенс | Cassini-Huygens | Cassini-Huygens | Cassini-Huygens | Cassini–Huygens | ยานแคสซีนี | 卡西尼-惠更斯号
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Cassini-Huygens".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world