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Casino Royale wurde als erster James Bond-Roman nicht von Harry Saltzman und Albert R. Broccoli verfilmt.

Bereits 1954 weckte der Roman Casino Royale das Interesse des Hollywood-Produzenten Gregory Ratoff. Er erhielt von Ian Fleming für nur 6000 Dollar die Verfilmungsrechte. Somit war dies der einzige Bond-Roman, den sich die Produzenten Harry Saltzman und Albert Broccoli nicht sichern konnten.

Erst 1967 sollte aus dem Roman ein Film werden. Den Roman so zu verfilmen, wie er im Buch von Fleming steht, wäre dem Produzenten Charles K. Feldman zu langweilig geworden. So entschied er sich, eine Bond-Parodie aus dem Stoff zu machen. Es brauchte dann sieben Regisseure und neun Drehbuchautoren um den Stoff umzusetzen. Einzig die Szenen, in denen Peter Sellers (als einer der vielen im Film vorhandenen James-Bonds) im Casino gegen „Le Chiffre“ Orson Welles zum Spiel antritt, sind einigermaßen dem Buch entnommen.

Casino Royal ist auch der Titel des 21. offiziellen James Bond-Abenteuers. Daniel Craig schlüpft in Casino Royale (2006) in die Rolle des britischen Geheimagenten.

Inhalt


SMERSH, eine weltweit agierende Geheimorganisation, beginnt Agenten verschiedener Großmächte zu eliminieren und das Universum zu bedrohen. Von allen Geheimdiensten der Welt wird der im Ruhestand lebende Sir James Bond (David Niven) gebeten, sich der Sache anzunehmen. Doch wie bringt man einen im Ruhestand weilenden Superagenten wieder dazu tätig zu werden? Indem man einfach seinen Wohnsitz kurzerhand in die Luft sprengt. Doch diesmal agiert Bond nicht allein. Ihm zur Seite stehen sein Neffe Jimmy Bondi, seine Tochter Mata Bond (Produkt einer Liebelei mit der legendären Mata Hari), und Vesper Lind, deren Aufgabe es ist, gut auszusehen und dabei zu helfen, dem vermeintlichen Chef von SMERSH beim Kartenspiel im Casino Royale das ganze Geld abzuknöpfen.

Was Bond jedoch nicht weiß ist, dass der wahre Boss der Organisation jemand aus den eigenen Reihen ist und über jeden Schritt bestens informiert ist.

Hintergrund


„Casino Royale“ war der allererste James Bond-Roman von Ian Fleming, geschrieben 1952/1953. Darin schaffte es Fleming von Beginn weg, sich von üblichen Spionagethrillern literarisch abzuheben, weil es ihm gelang, die Zwiespältigkeit der Nachkriegswelt widerzuspiegeln. Bond stellt kritisch die Bedeutung der Schlachten des Kalten Krieges in Frage, verliebt sich in Vesper Lind (Spionin auf hohem Posten beim britischen MI6). Sie wird von den Sowjets manipuliert. 007 gelingt es nicht, ihren Selbstmord zu verhindern. Als Bösewicht tritt im Dienste einer Geheimorganisation der ominöse „Le Chiffre“ auf, der im sogenannten „Casino Royale“ residiert und fürs Leben gerne spielt.

Von „Casino Royale“ wurde in den 50ern bereits ein Fernsehfilm gemacht. Die Filmrechte wurden aus heutiger Sicht für ein Butterbrot erworben. Das war noch lange bevor 1959 das erfolgreiche Produzenten-Duo Broccoli/Saltzman ans Ruder kam (und mit EON-Productions und dem Erstling „Dr. No“ die Kinos füllte). Feldman versuchte nach dem legendären Erfolg von „Dr. No“ mehrfach, „Casino Royale“ als Konkurrenz-Bond in die Kinos zu bringen. Feldman ging dies chaotisch an, verpflichtete mehrere Regisseure und hatte das Gefühl, wenn er möglichst viele Stars in den Filme packe, dann werde es ein sicherer Erfolg. So traten mehrere Bonds in dem Film auf (Peter Sellers, David Niven, Woody Allen - und Orson Welles als „Le Chiffre“).

Der Film ist inhaltlich voll von Logiklöchern und Handlungshüpfern und letztlich ein Paradebeispiel, wie man Geld und Stars verschleudert. Der Film kam dann 1967 trotz allem in die Kinos. Charles Feldman wurde von der Kritik dermaßen angegriffen, dass ihm niemand mehr die Herstellung eines Films zutraute. Er starb im April 1968 in Kalifornien. Die Rechte gingen dann später an die Original-Produzenten Broccoli/Saltzman. EON-Productions nutzt nun 2006 die Möglichkeit, dem Vermächtnis von Flemings erstem Roman ein würdigeres Denkmal zu setzen.

Kritiken


  • Lexikon des internationalen Films: Als Happening angelegte parodistische Super-Show mit enormem technischem Aufwand. Von fünf Regisseuren trickreich inszeniert.

Auszeichnungen


  • Der Film war 1968 in der Oscar Kategorie Bester Song nominiert.

Soundtrack


Der Soundtrack ist auf mehreren CDs erschienen, unter anderem auf
  • Colosseum VSD (CVS) 5265 und
  • Colosseum VSD (CVS) 6409

Weblinks


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