Carmona ist eine Stadt in Südwestspanien, in Andalusien, Provinz Sevilla, 43 km nordöstlich von Sevilla am Río Guadalquivir mit ca. 25.900 Einwohnern (2003).
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Carmona verfügt über das attraktive Parador-Hotel "Alcázar del Rey Don Pedro", das in der maurischen Burg aus dem 14. Jahrhundert eingerichtet ist und weit ins Land blickt.
Mit der Eroberung Spaniens 711 durch die Mauren gelangte auch Carmona unter ihre Herrschaft. Sie steigerten die Bedeutung der Stadt noch, in dem sie die Stadt mit einer Stadtmauer umgaben und sie mit Springbrunnen und Palästen dekorierten. 1247 eroberte Fernando III. von Kastilien die Stadt und stellte sie unter sein Motto Sicut Lucifer lucet in Aurora, sic in Wandalia Carmona (Wie der Morgenstern in der Dämmerung leuchtet, so scheint Carmona in Andalusien). Pedro el Cruel machte den vergrößerten Alcázar de la Puerta de Marchena zu seinem bevorzugten Palast. Auch seine Söhne bewohnten den Palast. Während der Herrschaft Juan II. und Enrique IV. wurde Carmona einer der Schauplätze der Rivalität der beiden Adelsgeschlechter Ponce de Léon und Guzmán. 1630 erhielt Carmona Stadtrechte.
Vorherrschend ist in Carmona ein Familienmausoleum, bestehend aus einer unterirdischen Grabkammer, die über einen Treppenschacht zugänglich war. Die in der Regel viereckige Grabkammer besitzt etwa auf Augenhöhe umlaufend Nischen für die Urnen. Darunter befindet sich eine Bank für Opfergaben. Einige Grabkammern waren mit einer Tür verschlossen, von denen Überreste gefunden wurden. Andere waren wahrscheinlich durch einen Grabstein verschlossen.
Zwei besonders spektakuläre Grabanlagen verdienen besondere Erwähnung: Das Elefantengrab erhielt seinen Namen aufgrund einer hier an exponierter Stelle gefundenen Sandsteinfigur. Die Grabanlage besteht aus einem Altarraum, der der Verehrung der Gottheiten Cibeles und Attis diente, deren Verehrung in Rom eine enorme Bedeutung erlangten. Der Gott Attis, der jedes Jahr starb und wieder auferstand, erfuhr in Carmona eine besondere Verehrung, was durch weitere Funde in der Nekropole belegt ist. Hierdurch erlangte Carmona eine Art religiöser Eigenständigkeit, die seine kulturellen Beziehungen zu den phönizisch-karthagischen Kulturen des Nahen Ostens und des Mittelmeerraums belegen. Neben dieser Gottheit gibt es noch eine weibliche Muttergottheit, die Herrscherin über Leben und Tod und Personifizierung der göttlichen Natur, die durch einen aufrecht stehenden, ovalen Stein dargestellt wurde. Von der Elefantenfigur ging jedoch seit ihrer Entdeckung eine so große Faszination aus, das sie zum Symbol der Ewigkeit in dieser Grabanlage wurde. Neben dem Altarraum verfügt die Grabanlage über eine Küche, eine Zysterne und einen Speiseraum. Offenbar wurde regelmäßig zur Erinnerung an die Verstorbenen ein Gedenkmahl in der Grabanlage abgehalten.
Das zweite, besonders hervorzuhebende Mausoleum, das Servilia-Grab, unterscheidet sich allein schon von den Fußballfeld großen Ausmaßen von allen übrigen Grabanlagen. Es wurde im hellenistischen Stil angelegt. Um einen in den Fels geschlagenen, Säulen umstandenen Innenhof, der von einer Galerie überdacht war, zweigen zweigeschossig verschiedene luxuriös gestaltete, bemalte Räume ab. An der Stirnseite des Säuleninnenhofs befindet sich die überdachte Grabkammer mit großer trapzoider Vorhalle und spitz zulaufender Kuppel, in der allem Anschein nach ursprünglich die Skulptur von Servilia stand, der wohl die reichste und mächtigste Familie von Regierungsbeamten Carmonas in augustäischer Zeit repräsentierte.
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