Carmen Sylva, Pseudonym der Prinzessin Elisabeth Pauline Ottilie Luise zu Wied (* 29. Dezember 1843 auf Schloss Monrepos bei Neuwied am Rhein; † 2. März 1916 in Bukarest), war Königin von Rumänien und Schriftstellerin.
Elisabeth Pauline Ottilie Luise zu Wied wurde als Tochter des Fürsten Wilhelm Karl Hermann zu Wied-Neuwied und dessen Ehefrau Marie geb. von Nassau-Weilburg geboren. Mit 25 Jahren lernte sie am Hof in Berlin den Offizier Prinz Karl Eitel von Hohenzollern-Sigmaringen kennen und heiratete ihn 1869. Mit ihm hatte sie eine Tochter, die bereits 1874 starb.
1881 ging sie mit ihrem Ehemann nach Rumänien, der dort als Karl I. zum König gekrönt wurde. Sie hatte bereits zuvor zu schreiben begonnen und wurde bald als "dichtende Königin" unter ihrem Pseudonym Carmen Sylva bekannt. In einem sehr frühen Gedicht erklärt sie dies folgendermaßen:
Neben ihren eigenen Werken, wie Gedichten, Erzählungen, Märchen und Romanen, übersetzte sie auch aus dem Französischen ins Deutsche (z. B. Pierre Loti).
In Bukarest befreundete sie sich bald mit Mite Kremnitz, die sie 1881 offiziell zur Hofdame und Vorleserin berief. In den Jahren 1885 bis 1886 lernte Carmen Sylva im Hause Kremnitz den Schriftsteller Bruno Wille kennen. Zusammen mit Kremnitz schuf sie unter dem Pseudonym "Dito und Idem" mehrere Werke, u. a. ein historisches Trauerspiel über Anna Boleyn. Carmen Sylva legte bei der Veröffentlichung ihrer Werke großen Wert auf die Ausstattung der Bücher. Die Literaturkritik beurteilte diese, falls überhaupt, sehr zurückhaltend. Einer ihrer Gedichtbände wurde von der Académie Française ausgezeichnet. Ab 1884 unterhielt sie eine Freundschaft mit Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn. Im Sommer 1891 erkrankte Carmen Sylva an einem Nervenleiden, das sie zu einem langen Kuraufenthalt in Pegli, Italien, zwang. Dort machte sie die Bekanntschaft des Komponisten August Bungert, dem sie zeitlebens künstlerisch verbunden blieb. Bungert vertonte zahlreiche ihrer Gedichte. 1893 besuchte sie von Pegli aus ihre Heimat, und im Herbst 1894 kehrte sie nach Bukarest zurück. Ihre Rückkehr war zusammen mit ihrem Hochzeitstag der Anlass eines landesweiten Festaktes.
Als rumänische Königin war sie sozial und auf kulturellem Gebiet aktiv und trug durch ihre Übersetzungen aus dem Rumänischen auch zu einem besseren Verständnis dieses Landes bei.
Begraben liegt sie in Curtea de Argeş (Rumänien). Zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg wurde Eforie Sud, ein Kurort am Schwarzen Meer, nach ihr benannt, er hieß Carmen Sylva.
Gabriel Badea-Paun, Carmen Sylva, uimitoarea regina Elisabeta a României, Bucuresti, Editura Humanitas, 2003, ISBN 973-50-0424-0 Autor | Literatur (19. Jh.) | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Deutsch) | Lyrik | Erzählung | Märchen | Roman, Epik | Drama | Essay | Übersetzung (Literatur) | Frauenliteratur
Frau | Deutscher | Geboren 1843 | Gestorben 1916
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