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Carlos Alberto Reutemann (* 12. April 1942 in Santa Fe, Argentinien) Spitzname 'Lole', ist ein ehemaliger Formel-1-Rennfahrer (1972 bis 1982) und ist jetzt Politiker in seinem Geburtsland Argentinien (als Senator und Gouverneur für die Provinz Santa Fe).

Als Rennfahrer hatte er sowohl brillante Momente als auch enttäuschende Vorstellungen. Er gewann zwölf Grand Prix, holte sechs Pole Positionen und insgesamt 310 WM-Punkte, wurde 1974, 1978 und 1980 Gesamt-Dritter und 1981 Vizeweltmeister, stand aber zeitweilig im Schatten seiner wirkungsvolleren Teamkollegen.

Carlos Reutemann, Argentinier mit deutsch-schweizerisch-italienischen Vorfahren, war eine der Hauptfiguren der Formel 1 in den 1970er und frühen 1980er Jahren. Über Straßenrennen kam er in die nationale Formel 2, wo er 1969 10 von 12 Rennen gewann. 1970 tauchte er in der Formel 2-Europameisterschaft auf, wo er ebenfalls zu den schnellsten gehörte. Für Schlagzeilen sorgte sein Grand-Prix-Debüt beim Großen Preis von Argentinien 1972 auf Brabham, bei dem er sein Auto gleich auf die Pole-Position stellte, ein Kunststück, das bis heute außer ihm nur Mario Andretti und Jacques Villeneuve geschafft haben.

Reutemann blieb bis 1976 bei Brabham, konnte in dieser Zeit vier Grand Prix gewinnen sowie zahlreiche Spitzenplatzierungen erzielen, aber 1976 stellte sich das Auto als enttäuschend heraus. Die neuen Motoren von Alfa Romeo waren noch alles andere als standfest. Sein Teamkollege Carlos Pace und er stagnierten immer mehr und die Lage wurde durch immer neue technische Pannen schwieriger. Als Niki Lauda am Nürburgring schwer verunglückte, witterte er seine große Chance und kaufte sich bei Brabham aus, um zu Ferrari zu gelangen. 1977 gewann er zwar den Großen Preis von Brasilien in Interlagos, aber der wiedergenesene Lauda erlangte schon nach den ersten Rennen die Herrschaft im Team zurück und wurde Weltmeister.

Nach Laudas Abschied von Ferrari wurde Carlos 1978 Teamleader mit Gilles Villeneuve als Partner. Er hatte in diesem Jahr das Pech, trotz vier Saisonsiegen keine Chance auf den WM-Titel zu haben, da das Lotus-Team mit dem Ground-Effect-Lotus 79 unter normalen Umständen unschlagbar war. So erschien es zunächst logisch, daß Reutemann erneut alles auf eine Karte setzte und für 1979 zu Lotus wechselte. Doch andere Teams zogen mit Lotus gleich und das Chapman -Team rutschte 1979 ins Mittelfeld ab. Es mutet im nachhinein fast tragisch an, daß sein Ferrari-Nachfolger Jody Scheckter in diesem Jahr Weltmeister wurde. Erneut war ihm der Titel durch die Finger geglitten, doch Frank Williams, dessen Team inzwischen zur Spitze aufgestiegen war, vertraute auf die Fähigkeiten des Argentiniers und machte ihn zum Teamkollegen von Alan Jones als Nachfolger von Clay Regazzoni. 1980 gewann Carlos den Großen Preis von Monaco und schaffte das Kunststück, in 15 aufeinanderfolgenden Rennen (bis Monaco 1981) ununterbrochen zu punkten. Er beendete die Saison auf dem dritten Gesamtrang, Weltmeister wurde jedoch sein australischer Teamkollege Alan Jones.

1981 sollte schließlich sein bestes Jahr in der Formel 1 werden und zugleich sein unglücklichstes. Obwohl es eine teaminterne Abmachung gab, seinem Teamkollegen Jones den Sieg zu überlassen, gewann Reutemann den Großen Preis von Brasilien in Rio de Janeiro. Zwar gelangte er damit zur Führung in der WM, die er in der Folge immer weiter ausbaute, doch hatte er mit dieser Aktion seinen Kredit im Team verspielt und konnte im Laufe der Saison immer weniger auf dessen Unterstützung rechnen. Da sein Verfolger, Brabham-Pilot Nelson Piquet im Laufe der zweiten Saisonhälfte zu ihm aufschloß, kam es im Herbst 1981 zum Showdown beim Großen Preis der USA in Las Vegas. Reutemann ging mit einem Punkt Vorsprung in das Abschlußrennen. Er qualifizierte sich zwar zunächst auf der Pole-Position, jedoch lieferte er dann unerklärlicherweise ein unsagbar schwaches Rennen ab, das er nur auf dem achten Platz beendete. So gewann der fünftplazierte Nelson Piquet den WM-Titel mit einen Punkt Vorsprung. Von diesem Schlag sollte sich Reutemann nie mehr erholen. Nachdem er schon seinen Rücktritt erklärt hatte, kehrte er zwar 1982 für kurze Zeit zu Williams zurück, doch schon nach zwei Rennen beendete er seine wechselhafte Karriere endgültig.

Carlos Alberto Reutemanns Erfolgsbilanz nach 146 gefahrenen Grand Prix ist beeindruckend und trotzdem erscheint seine Karriere wegen des fehlenden WM-Titels unvollkommen. In zehn Jahren Formel 1 war er zwar immer unter den besten zu finden, aber nie wirklich der Beste. Nach überwiegender Meinung hätte es vom reinen Talent und von seiner vorbildlichen professionellen Einstellung her für ihn locker zum WM-Titel gereicht, aber es gab eben noch andere Faktoren. Zum einen wirkte sich seine unglückliche Hand beim Wechseln seiner Teams verheerend aus, zum anderen war seine fehlende Konstanz sowie sein enigmatischer und etwas launischer Charakter jedem Titelgewinn abträglich. Zum Glück für seine Fans gab es aber auch Tage, an denen alles stimmte und an solchen war ihr "Lole" unschlagbar.

Zahlen, Daten, Fakten - Formel 1


Nationalität Argentinien
Geburtsort Santa Fe (Argentinien)
Geburtsdatum 12. April 1942
WM-Titel 0
WM-Punkte insgesamt 310
Siege insgesamt 12
Podiumsplätze 45
Pole Positions 6
Schnellste Runden 6
Starts 146
Führungsrunden 650
Führungskilometer 3314
Formel-1-Debüt 23. Januar 1972, GP von Argentinien, 7. Platz

Mann | Formel-1-Rennfahrer (Argentinien) | Politiker (Argentinien) | Geboren 1942

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