Carlo Giuliani (* 14. März 1978 in Rom; † 20. Juli 2001 in Genua) war ein italienischer Punk und Hausbesetzer, der während einer Straßenschlacht im Rahmen von Protesten gegen den G8-Gipfel in Genua 2001 von einem Carabiniere erschossen wurde.
Im Verlauf von Ausschreitungen, die sich an eine Demonstrationen von Globalisierungskritikern gegen den G8-Gipfel in Genua anschlossen, wurde ein Polizeiwagen von Demonstranten – wobei von Veranstalterseite die Beteiligung von „Agent provocateurs“ vermutet wird – mit Holzbalken, Feuerlöschern und anderen Gegenständen attackiert. Während einige Angreifer sich abwenden, hebt Carlo Giuliani einen Feuerlöscher auf. Als er sich – den Feuerlöscher hoch haltend – dem Wagen zuwendet, wird er getroffen und stürzt zu Boden. Das eingekeilte Fahrzeug überrollt den am Boden liegenden Carlo Guiliani dann sowohl beim Zurücksetzen als auch bei der WegfahrtFotodokumentation (italienisch). Später kann nur noch sein Tod festgestellt werden.
Der Polizist beruft sich auf Notwehr, da er sich vor dem mit einem Feuerlöscher den Carabinieri-Jeep angreifenden Carlo Giuliani habe schützen müssen. Sowohl Gericht als auch Staatsanwaltschaft unterstützten diese Sichtweise und das Verfahren gegen ihn wurde im Jahr 2003 eingestellt.Die Tageszeitung: G-8-Verfahren eingestellt (7.5.2003) Teil der globalisierungskritischen Bewegung bezweifeln diese Darstellung allerdings.
An den offiziellen Ermittlungen wurden einige Ungereimtheiten bemängelt. So hat ein unabhängiges Gutachten das Resultat geliefert, dass die zwei abgegebenen Schüsse aus zwei verschiedenen Waffen gestammt haben und auf einigen Bildern ist nicht klar zu erkennen, welcher der Polizisten aus dem Wagen heraus geschossen hat. Auch an dem Autopsiebefund und an dem Datum, das die Polizei offiziell für die Spurensicherung angibt, wurden erhebliche Zweifel angemeldet.
Der Vater von Carlo Giuliani sagte über die Ermittlungen: „Mein Sohn ist ermordet worden und das war nicht eine Einzelperson, sondern der Staat. Aber wahrscheinlich werden die Ermittlungen zu dem Ergebnis kommen, dass Carlo Selbstmord verübt hat, während die Polizei gleichzeitig ein Tontaubenschießen auf dem Platz veranstaltete.“Dario Azzellini: Wer erschoss Carlo Giuliani. Telepolis, 20. Juli 2002
Die spanische Ska-Band Ska-P verarbeitet in ihrem Anti-Globalisierungslied „Solamente Por Pensar“ den Tod Carlo Giulianis und fordert auch regelmäßig auf ihren Konzerten beim Spielen dieses Liedes „Justitia por Carlo Giuliani!“ („Gerechtigkeit für Carlo Giuliani!“). Ebenfalls ist das Lied "rabbia dentro il cuore" der Los Fastidios Carlo Giuliani gewidmet. Und auch die Heidelberger Band Irie Révoltés widmen Carlo Giuliani eine Strophe ihres Liedes "Resistencia"
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