Carl Barks (* 27. März 1901 in der Nähe von Merrill, Oregon, † 25. August 2000 in Grants Pass, Oregon) war ein US-amerikanischer Comicautor und -zeichner sowie Cartoonist und Maler.
Carl Barks war der bekannteste Zeichner der US-amerikanischen Disney-Comics, insbesondere der Geschichten um die Familie Duck. Die zum Teil noch recht einseitig gehaltenen Charaktere aus den Trickfilmen und den Zeitungscomics von Al Taliaferro differenzierte er und fügte neue Figuren hinzu. Er ist der geistige Vater des reichsten Manns der Welt Dagobert Duck (Scrooge McDuck), des genialen Erfinders Daniel Düsentrieb (Gyro Gearloose) oder der Panzerknacker (Beagle Boys). Auch der amerikanische Name der Heimatstadt der Ducks Entenhausen Duckburg stammt von Barks. Carl Barks war es also, der Onkel Dagobert und andere Mitglieder der Disney-Familie erfunden hat, entgegen der verbreiteten Meinung, der Erfinder sei Walt Disney selbst gewesen. Walt Disney war vielmehr nur der Gründer des Unternehmens seines Namens, aus dessen Produkten (vor allem Trickfilmen) die Hauptfiguren, hier vor allem Donald Duck, hervorgegangen sind. Vor Barks' Wirken waren außer Donald auch schon dessen Freundin Daisy Duck vorhanden. Donalds Neffen Tick, Trick und Track hatten ihren ersten Auftritt in dem Disney-Kurztrickfilm Donald's Nephews von 1938, der in wesentlichen Teilen von Barks stammt, der vor seiner Comic-Karriere einige Jahre als Trickfilmzeichner und -schreiber in den Disney-Studios arbeitete. Carl Barks hat dazu viele weitere "Enten" erfunden.
Einige dieser Figuren, die ursprünglich nur für einen bestimmten Comic entworfen wurden, wurden so populär, dass sie später ihre eigene Comic-Serie erhielten.
In den 1950er Jahren waren seine Comics in den USA so populär, dass er "the good artist" genannt wurde, denn niemand kannte seinen Namen, die Hefte trugen als Autorenvermerk nur die Marke "Walt Disney". Es heißt sogar, dass der Verlag ihm Fanpost unterschlug. Erst Ende der 1960er Jahren gelang es hartnäckigen Fans, seinen Namen herauszufinden und den Meister, längst in Rente, zu kontaktieren und besuchen.
Zu Deutsch bedeutet dies etwa:
Mit Dr. Erika Fuchs fanden die Comics von Carl Barks eine kongeniale Übersetzerin ins Deutsche. Bekannte Sprüche wie "Dem Ingeniör ist nichts zu schwör" oder das Donald-Duck-Zitat "Wo man hinschaut, nichts als Gegend" stammen aus ihrer Feder. Ihre Sprache war weitaus differenzierter als das US-amerikanische Original, in dem Barks auch viele Slang-Worte verwendete.
Barks Mutter starb, als dieser 15 Jahre alt war, worauf hin dieser die Schule nach der 8. Klasse abbrach, um seinen Vater auf der Ranch zu unterstützen. Im Alter von 18 Jahren zog Barks nach San Francisco, wo er als Laufbursche in einer Druckerei seinen Lebensunterhalt verdiente. Nach zweijähriger erfolgloser Suche nach einer Anstellung als Zeichner kehrte er nach Oregon zurück.
1923 heiratete Barks seine erste Frau und verließ aufgrund einer Dürre die Ranch. In Roseville, östlich von Sacramento, arbeitete Barks in der Reparatur-Werkstatt der Eisenbahngesellschaft Pacific Fruit Express. 1928 konnte Barks erste Witzezeichnungen an das Humor-Blatt Calgary Eye-Opener verkaufen. Er kündigte bei der Eisenbahn und zog nach Minneapolis, wo der Eye Opener seinen Verlagsort hatte. Bereits 1930 kehrte Barks erneut nach Oregon zurück. Von seiner ersten Frau hatte er sich inzwischen getrennt.
Im Alter von 34 Jahren bewarb sich Barks 1935 bei den Disney-Studios, wo er nach einiger Zeit als Zwischenphasenzeichner (Inbetweener) für Zeichentrickfilme in die Storyentwicklung versetzt wurde. Insgesamt wirkte er an insgesamt etwa 35 Kurzfilmen mit. 1942 wechselte Barks zum Verlag Western Publishing, der Disney-Comics in Lizenz herausbrachte und zeichnete ab 1943 regelmäßig die Donald-Duck-Comics. Um ein einheitliches Erscheinungsbild zu gewährleisten, gestaltete er Zeichenanleitungen (model sheets) für seine Kollegen. Sein Stil wurde richtungsweisend für die späteren Duck-Zeichner. Für Western zeichnete Barks über 500 mehrseitige Comic-Geschichten, dazu zahlreiche Einseiter.
Ab 1947 baute Barks immer wieder auftretende Nebencharaktere in seine Geschichten ein. 1952 bekam seine Figur Onkel Dagobert eine eigene Heftreihe.
Am 30. Juni 1966 ging Barks in Rente, bis 1973 lieferte er aber noch Storyideen für andere Zeichner und Cover-Zeichnungen für Western ab. Von 1971 bis 1976 malte Barks 122 Ölgemälde mit Motiven der Familie Duck. Nachdem die Spekulation mit diesen Bildern einsetzte, verboten die Disney-Studios die weitere Produktion. Diese Bilder erzielen heute unter Sammlern Preise im sechsstelligen Dollar-Bereich.
Nach dem Tod seiner dritten Ehefrau Garé, 1993, gründete Barks das Carl Barks Studio. Hier befasste er sich hauptsächlich mit dem Entwurf von Porzellan- und Bronze-Figuren mit Duck-Motiven. Zum 60-sten Geburtstag von Donald Duck, 1994, ging Barks im stolzen Alter von 93 Jahren auf Einladung mehrerer Verlage auf Europareise, auf der er unter anderem in München auch Erika Fuchs besuchte. Um 1996 zog er sich künstlerisch zurück.
Insgesamt zeichnete Barks für die Disney-Comics 6215 Seiten, 190 Cover und schrieb 396 Scripts.
Carl Barks war dreimal verheiratet. Mit Pearl von 1923 bis 1929, Clara von 1931 bis 1951 und schließlich, bis zu ihrem Tod ab 1952 mit Garé. Mit seiner ersten Frau hatte Barks zwei Kinder. Er starb am 25. August 2000 im Alter von 99 Jahren in Oregon an Lymphdrüsenkrebs.
Unüberschaubar groß ist Barks’ Lebenswerk ausgefallen, unvergessliche Comicgeschichten als Produkt einer Schaffensperiode im Solde verschiedener Verlage zwischen 1942 und 1966. Der Bogen spannt sich dabei von seinem Erstling „Piratengold (Pirate Gold, 1942)“ bis zu letzten Zeichnungen in der Kurzgeschichte „Genau der richtige Job (The Dainty Daredevil, 1968)“. Onkel Dagobert, der im Original als Uncle Scrooge in „Die Mutprobe (Christmas On Bear Mountain, 1947)“ eingeführt worden war, wurde seit der Geschichte „Der arme, alte Mann (Only a Poor Old Man, 1952)“ als buchstäblich in Geld schwimmender Geizhals charakterisiert. Zunächst als eher unsympathische Figur im Stil seines literarischen Vorbilds Ebenezer Scrooge von Charles Dickens über Weihnachten schimpfend, gestaltete Barks seinen Charakter später milder. Von Fans immer wieder als Lieblingsgeschichte genannt wird „Weihnachten für Kummersdorf (A Christmas for Shacktown, 1952)“.
Bereits in den ersten deutschen Micky Maus-Heften der Nachkriegszeit ab 1951 fanden sich Barks-Geschichten, deren Nachdrucke ab 1965 vor allem in den Donald-Duck-Sonderheften erschienen. Die Magazinreihe „Goofy“ brachte ab 1979 regelmäßig Barks Ten Pagers in dem Comic Teil „Nostalgoofy“. Umfassend wurde sein Werk neu aufgelegt in den so genannten Klassikalben von 1984 bis 1999, und vor allem, erstmals systematisch, in der zwischen 1992 und 2004 erschienenen Barks Library, die 133 Alben umfasst und inzwischen in weiten Teilen vergriffen ist. Seit Sommer 2005 erscheint in Deutschland und anderen europäischen Ländern die auf 10 Schuber à 3 Bände (= 3 Bände je Schuber) hochwertig angelegte Carl Barks Collection, die bis zum Jahr 2009 sämtliche von Barks geschriebenen und gezeichneten Disney-Comics nachdruckt und viele kommentierende Aufsätze sowie weitere Dokumente von Barks enthält.
Barks beobachtete die Entwicklung der Massenmedien in den USA mit großem Unbehagen. Wiederholt wies er in Interviews, die er seinen Anhängern und Journalisten gab, auf die Gefahren des Fernsehkonsums - besonders in Formen, wie er in den USA auftritt - hin.
(zitiert nach: Klaus Strzyz/Andreas C. Knigge: "Disney von innen")
Auch den Vietnamkrieg behandelte Barks kritisch in seiner Geschichte Der Schatz des Marco Polo: Dagobert erwartet aus Unstetistan (das von Vietnam inspiriert ist) einen lebensgroßen Jade-Elefanten. Doch die Kiste enthält nur das Schwanzstück des Elefanten – und den Bauernjungen Kambaluk. Als man in dem Schwanz ein Dokument aus dem 13. Jahrhundert findet, fliegen die Ducks zusammen mit Kambaluk nach Unstetistan, um nach dem Rest des Elefanten und dem sagenhaften Schatz des Marco Polo zu suchen. Dort gerät man in die Wirren eines Bürgerkriegs, der von einer Rebellenarmee unter Führung von Budak angezettelt wurde. Später werden Dagobert und Donald von den Rebellen gefangengenommen. Doch wie sich herausstellt, ist Kambaluk in Wirklichkeit Purruk, der verschollene Prinz von Unstetistan. Mit Hilfe des Jade-Elefanten, der in Unstetistan als heilig gilt, kann er sich als rechtmäßiger Herrscher ausweisen und Budaks Aufstand beenden. Dagobert findet den Schatz des Marco Polo, stiftet ihn aber der notleidenden Bevölkerung von Unstetistan. Diese Art von Kritik sorgte dafür, dass einige Werke Barks' stark zensiert oder lange Zeit gar nicht erst veröffentlicht wurden, weil sie für die Walt Disney Studios als politisch unkorrekt galten. Als Beispiel wäre die Geschichte Im Land der Zwergindianer zu nennen, in der Barks auf Umweltprobleme und die Probleme indigener Völker aufmerksam macht.
Fertiggestellte Filme unter Beteiligung von Carl Barks:
| 1937 |
Mann | US-Amerikaner | AutorComiczeichner | US-amerikanischer Künstler | Comicautor | Kinder- und Jugendbuch | Geboren 1901 | Gestorben 2000 | Disney
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